Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Leiche in Jauchegrube: Staatsanwaltschaft klagt Vater an
Lokales Stormarn Leiche in Jauchegrube: Staatsanwaltschaft klagt Vater an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 30.10.2012
Anzeige
Stormarn

Dreieinhalb Monate befragte die Staatsanwaltschaft zahlreiche Personen aus dem Umfeld der Familie, ließ serologische Gutachten anfertigen, bis die Anklage auf festen Füßen stand. Die Sprecherin der Kieler Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Birgit Heß, erwartet „ein spannendes Verfahren“.

Offenbar bestreitet der Beschuldigte den Mord, obwohl er nach seiner Festnahme die Zerstückelung des Sohnes bereits eingeräumt haben soll. Prozessauftakt vor dem Kieler Schwurgericht wird voraussichtlich Anfang Dezember sein.

Was sich auf dem weitläufigen Gelände mit dem rotgeklinkerten Bauernhof damals zugetragen hat, ist bislang unklar. Die Familie, heißt es im Ort, soll sehr zurückhaltend gelebt haben.

Der Täter war allerdings Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Dort ist die Rede von einem heftigen Streit zwischen Vater und Sohn beim Sülfelder Dorffest. Die Schweinemastanlage soll der Vater etwa sechs Wochen vor dem Fund in der Jauchgrube aufgegeben haben. Eine Einwohnerin berichtet, „dass ihm das alles zuviel geworden war“. Dennoch sei er fast täglich von Bad Oldesloe auf den Hof mit dem roten Klinkerhaus gekommen. Früher soll der Sohn dort mitgeholfen haben.

Litt der Vater möglicherweise unter Depressionen? Die Polizei hatte den Mann auf dem Gelände des Heinrich-Sengelmann-Krankenhauses in Bargfeld-Stegen festgenommen. Möglicherweise wollte er sich in psychiatrische Behandlung begeben.

Der Schock über die Bluttat sitzt bis heute tief in dem kleinen Sülfeld mit seinen knapp 3400 Einwohnern. Zumal der Ort noch immer über das Verschwinden des Landwirts Hans-Werner Studt im Jahr 1996 rätselt. Der damals 50-Jährige war von der Feldarbeit nicht zurückgekehrt. Gefunden wurde nur sein Trecker und eine Blutlache. Von Bauer Studt fehlt bis heute jede Spur. Am 9. Oktober 2001 wurde er offiziell für tot erklärt.

Die polizeiliche Akte des Falles ist noch nicht geschlossen. Es erschien zwar unwahrscheinlich, dennoch ließ die Kieler Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen zur zerstückelten Leiche von Sülfeld den Vermisstenfall darauf überprüfen, ob beide Fälle zusammenhängen könnten. Das sei reine Routine, so die Oberstaatsanwältin. Der Fall sei ja nicht geklärt. ukk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat die Ermittlungen abgeschlossen und kein Verfahren eingeleitet“, erklärt Schneider. „Die Vorwürfe gegen mich waren falsch.“ Damit findet eine Geschichte, die vor einem Jahr mit Verleumdungen, Anzeige

27.10.2012

Die Feuerwehr Bargteheide nutzt das Szenario für eine Großübung mit mehr als 400 Einsatzkräften von Feuerwehr, Kriseninterventionsteam, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk. Selbst der Sandsturm soll simuliert werden. Eine Herausforderung fü

30.10.2012

Bad Oldesloe – Gerade einmal zwei Jahre hat Dr. Friederike Daugelat als Kreiskulturreferentin für den Kreis Stormarn gearbeitet. Zwei Jahre, in denen die frühere und auch zukünftige Museumsleiterin die Kultur des Kreises belebt und die Kunstszen

26.10.2012
Anzeige