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Stormarn Leinen los für „Jamie“ und andere Spürnasen
Lokales Stormarn Leinen los für „Jamie“ und andere Spürnasen
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21:45 06.09.2016
Sandra Ulka und Michael Mieß mit "Jamie": Er kann im Hundeerlebnisgarten die Freiheit kennen lernen. Quelle: Bettina Albrod
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Bargteheide

„Jamie“ wühlt mit Vergnügen in einem Heuhaufen, bis er das versteckte Leckerli gefunden hat. Nachdem er es verzehrt hat, könnte er loslaufen und 5000 Quadratmeter umzäunte Wiese erkunden, wenn nicht gerade Besuch da wäre. Denn „Jamie“ ist ein Staffordshire Terrier, der die Liste der gefährlichen Hunderassen in Deutschland anführt und nur unter strengen Bedingungen gehalten werden darf.

„Ich habe ,Jamie‘ 2008 als Pflegehund zu mir genommen“, erzählt Sandra Ulka, die Dog-Walkerin ist und als Trainerin für den Tierschutz mit so genannten Listenhunden arbeitet. „Da hatte er schon einiges hinter sich.“ Die Tierfreundin aus Bargfeld-Stegen engagiert sich ehrenamtlich für die „Tierhilfe Nord“, und ihr tat es Leid, dass bestimmte Hunde nur mit Maulkorb und kurzer Leine aus dem Haus dürfen.

„In Deutschland gibt es die Initiative ,Schnüffelgärten‘“, erklärt sie. „Dabei werden Privatgärten für Hunde angeboten, die mal in Ruhe eine neue Umgebung erschnüffeln und freien Auslauf haben wollen.“ Im Norden Deutschlands liegt der nächste Schnüffelgarten in Kiel, „zu weit weg“, findet Sandra Ulka. Als sie hörte, dass in Bargteheide eine große Wiese am Westring verpachtet werden sollte, die bereits umzäunt ist, meldete sie sich, stellte ihr Konzept vor und bekam schließlich den Zuschlag. Hier möchte sie Leinenhunden wie „Jamie“, aber auch allen anderen Hunden, die nicht unangeleint spazieren gehen können, die Möglichkeit bieten, Freiheit in Grenzen kennen zu lernen.

„Hunde sind Nasentiere“, erklärt Sandra Ulka. „Für sie gibt es nichts Besseres, als ein Grundstück in Ruhe zu erschnüffeln.“ Damit das auch spannend ist, gibt es unterschiedliche Grashöhen auf der Wiese, demnächst sollen Schnüffelstationen mit bestimmten Kräutern und Buddelecken dazu kommen, Platz zum Auslauf gibt es reichlich, und dazu das ein oder andere Gerät im Garten. „In meiner Freizeit baue ich den Hunde-Erlebnisgarten immer weiter auf“, plant Sandra Ulka, „jetzt schon haben die Besucherhunde viel Spaß.“ Da gibt es kleine Hunde, die Düften nachspüren und ihren ungewohnten Auslauf genießen. Oder es gibt Leinenhunde wie „Jamie“, für die es hier heißt: Leinen los! „Nach dem Besuch im Hunde-Erlebnisgarten sind die Tiere sichtlich ausgeglichener“, hat Sandra Ulka beobachtet. „Das ist ein Angebot, das es hier sonst nicht gibt.“

Manche Hunde kommen wöchentlich, andere einmal im Monat, und das Echo der Hundehalter ist positiv. Geld nimmt Sandra Ulka für den Hunde-Erlebnisgarten nicht, stattdessen steht eine Büchse auf dem Gartentisch, in der sie Spenden sammelt. „Eintritt nehme ich nicht“, sagt sie, „der Hundeerlebnisgarten ist mein Hobby.“

Anmeldung: hundeerlebnisgarten.de

 Bettina Albrod

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