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Stormarn Leiterin geht, aber das Kinderhaus bleibt
Lokales Stormarn Leiterin geht, aber das Kinderhaus bleibt
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10:22 30.07.2016
Gemeinsam Tischkicker zu spielen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen von Larissa (rechts), Melena-Katharina (links daneben) und ihren Freunden. Quelle: Fotos: Sandra Freundt

„Elena geht weg! Inga arbeitet weniger. Und nach den Ferien schließt das Haus der Kirche“, klagten jetzt Kinder und Jugendliche, die das offene Jugendzentrum in der Helene-Stöcker-Straße regelmäßig besuchen.

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Das „Haus der Kirche“ ist bei Kindern und Jugendlichen beliebt – und setzt die Arbeit auch in Zukunft fort.

Zunächst einmal Entwarnung: Das Haus der Kirche (HdK) bleibt und wird weiterhin seine Pforten geöffnet haben, so dass die Playstation, der Billardtisch, die Tischtennisplatte und der Tischkicker dort regelmäßig genutzt werden können, aber auch das vielfältige Angebot an Spiel- und Bastelaktionen.

„Lediglich das Kochen entfällt eventuell“, sagt Elena Haupt. Die beliebte Erzieherin, die seit gut einem Jahr zweimal wöchentlich die Türen des HdK geöffnet hat, verlässt nämlich tatsächlich diese Wirkungsstätte, wechselt zum 1. September als städtische Angestellte ins Kultur- und Bildungszentrum (KuB).

Die 43-Jährige war es, die das gemeinsame Kochen und Essen im Haus eingeführt hat. „Wir haben erst abgestimmt, was wir essen wollen, dann eine Liste erstellt, was wir brauchen, einige Kinder gingen einkaufen und anschließend wurden die Zutaten gemeinsam zubereitet und verspeist“, berichtet Elena Haupt von diesen fröhlichen Treffen. „Das wird uns besonders fehlen, vor allem die Pfannkuchen waren immer so lecker“, bedauern Lisa-Marie (12) und ihre Freundin Melena-Katharina (15). Die beiden Mädchen kommen regelmäßig ins HdK, spielen dort Billard und tanzen Hip-Hop. Auch bei der Zeugnisparty mit Cocktails und Burgern waren sie dabei.

„In der Regel kommen durchschnittlich zehn Kinder hierher, um das Angebot zu nutzen", sagt Elena Haupt, der die Arbeit mit den Kindern immer sehr viel Spaß gemacht hat. So geht die Oldesloerin mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn auf die Arbeit in der Erwachsenenbildung freut sie sich schon. Deshalb fällt ihr der Abschied weniger schwer, als ihren Schützlingen: „Ich habe auch schon öfters Tschüss gesagt. Zum Beispiel beim Mädchen-Integrationstreff im Haus der Begegnung (HdB) am Poggensee, den ich lange mitbetreut habe“, erklärt die Mutter zweier Kinder. Fehlen wird ihr allerdings, nicht mehr das Neueste aus der Welt der Jugend zu hören und auch „die Ehrlichkeit von Kindern“. Zu sämtlichen von ihr angebotenen Ferienpassaktionen und auch an einigen Tage in den Sommerferien wird Elena Haupt aber noch im HdK anzutreffen sein. Wer sich noch nicht von ihr verabschiedet hat, kann das also tun.

Dem HdK erhalten bleibt „Freitagskraft“ Inga Lehmann, die schon in der Anfangszeit des Jugendtreffs vor mehr als zehn Jahren mit von der Partie war. „Damals hatten wir nur zwei Tage auf, zudem war es eine städtische Institution. Vor sieben Jahren übernahm die Kirche die Leitung, sie arbeitet aber immer noch eng mit der Stadt zusammen“, weiß die 34-Jährige zu berichten. Aufgrund ihrer familiären Situation verkürzt Inga Lehmann nun ihre Arbeitszeit, was zu dem Irrglauben geführt hat, das HdK werde schließen.

„Dem ist definitiv nicht so“, betont Stefanie Rüder. Sie ist seit 2014 die Pädagogische Leiterin vom HdK, dem Haus der Begegnung und dem Jugendkeller am Masurenweg. „Im Moment suchen wir noch eine neue Kraft. In der Übergangszeit werde ich einspringen", sagt die 28-jährige Sozialfachwirtin aus Reinfeld – und hofft: „Vielleicht wird dann auch weiterhin gemeinsam gekocht !“

Geöffnet: Montags, mittwochs (15– 19 Uhr) und freitags (14–18 Uhr)

Mitarbeiter gesucht

Das „Haus der Kirche“ sucht eine Erzieherin oder Sozialpädagogin für die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Stelle umfasst 16 Wochenstunden und ist unbefristet.

Genauere Informationen gibt es unter buero@kirche-oldesloe.de. Auch Bewerbungen können an diese Adresse gesandt werden oder per Post an die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Oldesloe, Kirchenbüro, Kirchberg 4, 23843 Bad Oldesloe. Ansprechpartnerin ist Stefanie Rüder (Tel. 04531/ 1689751).

Kinder- und Jugendtreffs der ev.-luth. Kirche in Bad Oldesloe: „Schon ewig“ gibt es den Jugendkeller am Masurenweg (JuKem), welcher von Winfried Knospe betreut wird. Öffnungszeiten sind montags, mittwochs und freitags jeweils von 15–18 Uhr. Seit den siebziger Jahren hat der Jugendtreff im „Haus der Begegnung“ seine Pforten geöffnet, inzwischen dienstags, mittwochs (15–18 Uhr), donnerstags und sonntags (16–19 Uhr). Hier ist Stefanie Rüder als Leitung vor Ort. Anfang 2000 kam dann das HdK dazu. Alle drei Institutionen sind offen, kostenfrei und bieten ein reichhaltiges Angebot an Freizeitbeschäftigung.

Nachgefragt: Tee oder Kaffee?

Tee oder Kaffee? Das kommt auf die Tageszeit an, morgens Kaffee.

Wein oder Bier? Wein.

Hund oder Katze? Ich habe zwei Katzen, „Sonja“ und „Mischa“.

HSV oder St. Pauli? Wenn, dann eher HSV.

Die weiteste Reise? 3000 Kilometer nach Kasachstan vor 18 Jahren.

Aktuelles Buch? „Die Erzählungen“ von Tolstoi.

Ihr Lebensmotto? „Verschieben wir es auf morgen“ von Vivian Leigh als Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“ als Sinnbild, sich immer wieder selbst zu retten und Prioritäten zu setzen.

 Sandra Freundt

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