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Leitstelle für eine Million modernisiert

Bad Oldesloe Leitstelle für eine Million modernisiert

Die Modernisierung und Digitalisierung hat nun auch in der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Süd in Bad Oldesloe Einzug gehalten. Insgesamt sind in den vergangenen Monaten 1,1 Millionen Euro investiert worden. Notarztwagen und Feuerwehren rüsten auf Digitalstandards um, doch die endgültige Standortfrage ist nach wie vor unklar.

Andreas Fichtner sitzt schon an einem der komplett umgerüsteten Arbeitsplätze in der IRLS Süd in Bad Oldesloe.

Quelle: Jens Burmester

Bad Oldesloe. Wenn auch der Digitalfunk in Deutschland schon für die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 avisiert war, sind nun endlich, immerhin über zehn Jahre später, die digitalen Endgeräte auch bei der Leitstelle in Bad Oldesloe eingebaut worden. Parallel dazu hat der Rettungsdienst in den drei von der IRLS Süd betreuten Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein sämtliche Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge mit der modernen digitalen Funktechnik ausgerüstet. Auch bei den Feuerwehren der drei Kreise läuft die Umrüstung vom alten analogen Funk auf den neuen Digitalfunk auf Hochtouren. Viele Feuerwehren wickeln ihre Funkgespräche schon digital ab.

LN-Bild

Notarztwagen und Feuerwehren rüsten auf Digitalstandards um – Standortfrage unklar.

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Doch nicht nur der Funkverkehr zwischen Leitstelle, Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutzeinrichtungen wird künftig digital abgewickelt. Auch die Internettelefonie „Voice over IP“ ist nun der Standard in den Räumen der Leitstelle. Dazu gehört auch der neue Norumat, das zentrale Notruf-Abfragesystem. Hier laufen nicht nur alle Notrufe und alle anderen Telefongespräche auf, sondern auch der neue Digitalfunk und das Alarmierungssystem sind hier mit eingebunden. Für die Mitarbeiter der Leitstelle soll das neue System eigentlich eine enorme Erleichterung darstellen, doch mit dem Umbau der Technik und einer neu eingepflegten Software für die Einsatzleitrechner sind noch längst nicht alle Probleme gelöst.

Auch die Mitarbeiter der Leitstelle sollen möglichst die besten Arbeitsbedingungen vorfinden. So wurden alle Funktische wieder gedreht, um den Einsatzsachbearbeitern ein deutlich geräuschärmeres Arbeiten zu ermöglichen. Und es wurden neue Bürostühle beschafft, die den Mitarbeitern einen möglichst hohen Komfort bieten sollen. Ein Problem ist allerdings die räumliche Enge. Zwar besetzt die IRLS für ihre Einsatzsachbearbeiter und die Technik eine ganze Etage im Kreishaus in Bad Oldesloe und eine weitere Etage für die Verwaltung der Leitstelle, doch der Platz reicht bei weitem nicht aus.

Vergleicht man die Räumlichkeiten mit denen anderer Leitstellen im Land, so stellt man sehr schnell fest, dass ähnliche Leitstellen wie die IRLS West in Elmshorn oder die IRLS Mitte in Kiel auf einer Fläche von über 2000 Quadratmetern untergebracht sind. Von dieser Größenordnung hört man auch im Kreis Stormarn, wenn man vorsichtig nach den Planungen für die Zukunft fragt. Dafür, so erklärt Landrat Henning Görtz, sei extra eine Arbeitsgruppe mit jeweils zwei Vertretern der drei beteiligten Kreise sowie dem Leiter der Leitstelle Carsten Horn gebildet worden, um neue Standorte und alle damit verbundenen Dinge auszuloten. Dabei geht es auch darum, ob man bei einem Neubau dann eventuell mit Lübeck kooperieren könnte und ob vielleicht aus einer integrierten Leitstelle sogar eine kooperative Leitstelle gemeinsam mit der Polizei entstehen könnte. „Auch über diese Möglichkeiten sprechen wir mit den Kreisen und was die Polizei angeht, auch mit dem Innenministerium“, erklärt Landrat Görtz.

Als möglicher Standort für einen Neubau der Leitstelle wurde schon die neue Rettungswache „Am Rögen“ in Bad Oldesloe genannt. Auch eine Ansiedlung der Leitstelle am Autobahnkreuz Bargteheide in Hammoor scheint nicht unattraktiv zu sein. Zwar gebe es in Hammoor keine direkte ÖPNV-Anbindung. Aber das sei kein Ausschlusskriterium, so Görtz. Natürlich sei es von Vorteil, wenn die Mitarbeiter mit dem Zug zur Arbeit fahren könnten und dann nur noch vom Bahnhof über die Straße zur Dienststelle gehen müssen, wie es jetzt der Fall sei. Bis hier allerdings eine Entscheidung fallen wird, dürfte einiges an Wasser die Trave entlangfließen. Die neue Digitaltechnik würde bei einem Umzug in neue Räume auch dorthin mit umziehen.

Kreis sucht neue Mitarbeiter für die Zentrale

 Konkreter als die Standortsuche sind die Forderungen nach neuen Mitarbeitern. Derzeit sind 24 Sachbearbeiter und sechs Schichtführer in der IRLS Süd tätig.

Der Kreis Stormarn hat zurzeit eine Ausschreibung auf seiner Internetseite veröffentlicht, in der „mehrere Leitstellendisponenten“ gesucht werden. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 17. Januar.

Leitstellenleiter Horn: „Wir suchen auf jeden Fall noch drei Einsatzsachbearbeiter und einen Lagedienstführer.“

„Derzeit werden 125000 Einsätze bei uns in der Leitstelle in Bad Oldesloe pro Jahr abgearbeitet. Tendenz steigend“, macht Horn deutlich. Und noch nicht mit eingerechnet sind die vielen Telefonate, Funkgespräche und andere Tätigkeiten, die von den Mitarbeitern erledigt werden müssen. Da ist dann die Personaldecke doch eher etwas dünn, wie so manch ein Mitarbeiter, allerdings nur hinter vorgehaltener Hand, zugibt. Zudem ist zu hören, dass es bei der Belastung der Mitarbeiter kein Wunder sei, dass der Krankenstand auch relativ hoch sei. Doch der Spielraum für Neu-Einstellungen ist nicht groß. Ein gewichtiges Wort sprechen hier die Krankenkassen mit, über die ja so eine Leitstelle zu einem beträchtlichen Teil refinanziert wird. Und ein Gutachten gibt vor, wie viele Mitarbeiter in solch einer Einrichtung arbeiten dürfen und wo und wie viele Rettungsmittel im Kreis stationiert sind. jeb

 Jens Burmester

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