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Stormarn Liebing erklärt, wie Politiker reden
Lokales Stormarn Liebing erklärt, wie Politiker reden
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18:15 25.08.2016
Ingolf Liebing erklärte Stormarner Jugendlichen, wie Politiker kommunizieren. Quelle: ba
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Trittau

Ahrensburg. Was sagt uns die Raute? Die charakteristische Handhaltung der Bundeskanzlerin ist als Merkel-Raute in die Geschichte der Gesten eingegangen. Sie wurde als Besonnenheit gedeutet oder als Energiekreis und ist ein typisches Beispiel nonverbaler Kommunikation. Verbale Kommunikation stand im Mittelpunkt des Seminars „Kommunikationstraining für Jugendliche“, das die Bürgerstiftung Region Ahrensburg seit 15 Jahren anbietet. Nach Peter Harry Carstensen, Landrat Klaus Plöger, Wolfgang Kubicki oder Ralf Stegner war am Mittwoch auf Einladung des Vorsitzenden Michael Eckstein der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing zu Gast, um über Kommunikation in der Politik zu referieren und Fragen der zwölf Teilnehmer zu beantworten.

„Ein Politiker muss sich über Kommunikation vorstellen und dabei Ideen vermitteln“, klärte Liebing die Zuhörer auf. Das Erstarken von Parteien am politischen Rand zeige, wenn Kommunikation nicht gelungen sei. „Kommunikation ist der Wesenskern von Politik.“ Deshalb trete kein Politiker ohne fachliche Beratung durch einen Kommunikationsberater auf. „Auch die Unaufgeregtheit der Kanzlerin wird professionell zelebriert“, verriet Liebing. Er schilderte seine erste Rede im Deutschen Bundestag zu einem Thema aus dem Bereich Chemie, obwohl er in dem Fach in der Schule eine Niete gewesen sei.

„Die erste Rede ist mit einem Sternchen gekennzeichnet, damit im Bundestag keine Zwischenrufe kommen und hinterher alle klatschen. Schwierig wird es dann bei der zweiten Rede“, erzählte Liebing.

Er betonte, dass sich die Mittel der Kommunikation geändert hätten, vor zehn Jahren seien Twitter und soziale Netzwerke noch völlig unbekannt gewesen. „Reden kann man lernen und sollte man trainieren“, empfahl Liebing den Jugendlichen. Es sei auch nicht schlimm, wenn man mal hängen bleibe, teilweise werde das sogar absichtlich gemacht. „Am besten ist es, wenn man frei spricht. Am wichtigsten ist es, sich selber treu zu bleiben“, betonte der Politiker. Die Schüler wollten wissen, wie man mit Zwischenrufen umgeht – „ignorieren“ – und auf Fragen reagiert – „so ummünzen, dass man seine These wiederholen kann“. Als Ritual gegen Aufregung empfahl Liebing „tief durchatmen oder jemanden fixieren“. Norbert Lammert schätze er als Redner, weil er sehr gut formulieren könne, und Wolfgang Bosbach wegen seines Humors. „Ein Lacher pro Rede ist gut.“

Das Kommunikationsseminar für Jugendliche wird von der Kommunikationstrainerin Diana Gaede geleitet und dauert zwei Tage. „Die Grundidee ist ein professionelles Kommunikationsseminar, abgewandelt für Jugendliche“, erklärte Eckstein das Angebot. „Der Wert von Kommunikation ist hoch, das können die jungen Leute für Bewerbungen oder Prüfungen gebrauchen.“ Es sei immer besser, sich mit Worten statt mit Schlägen auszutauschen. Das bewies auch die nonverbale Geste am Schluss: das Klatschen. Angela Merkel hat ihre Raute übrigens einmal damit erklärt, dass die Geste ihr dabei helfe, den Rücken gerade zu halten.

Seit 2005 ist Ingbert Liebing Bundestagsabgeordneter

Ingbert Liebing, 1963 in Flensburg geboren, wuchs in Neumünster auf. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst studierte er Literaturwissenschaft, Politologie und Orientalistik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag beschäftigt. Von 1996 bis 2005 fungierte er er als hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Sylt-Ost und leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Landschaft Sylt.

Seit 2005 ist er Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Nordfriesland und Dithmarschen-Nord. Ingbert Liebing ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt auf der Insel Sylt.

CDU-Spitzenkandidat will’s wissen

„Liebing will’s wissen“ unter diesem Motto machte der CDU-Landeschef Ingbert Liebing auf seiner Sommertour Station in Trittau. Besonders faszinierend für ihn: Der Blick hinter die Kulissen der alteingesessenen Firma Wilke Fahrzeugbau. Das Unternehmen, das 1905 gegründet wurde, hat sich auf Kühlaufbauten für große und kleine Lkw spezialisiert. Liebing ließ sich von Knut Wilke, der gemeinsam mit seinem Bruder Stefan die Firma leitet, in die Geheimnisse des Baus einweisen.

Das Familienunternehmen bezieht Teile für den Bau der Kühlboxen aus unterschiedlichen EU-Ländern. Was für Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch folgendes bedeutet: „Die Welt kommt in Trittau zusammen.“ Allerdings nicht schnell genug. Denn während der Gespräche mit Liebing wurde schnell klar, dass die Trittauer Firmen ein schnelleres Internet benötigen. Das, musste Liebing mit Blick auf viele Teile Schleswig-Holstein gestehen, sei ja nicht nur ein Trittauer Problem. Sollte er Ministerpräsident werden, dann werde sich das ändern. Und versprach schon jetzt, dann wieder nach Trittau zu kommen.

Knut Wilke und seinem Bruder zollte er großen Respekt: „Die Wertschöpfung im Land sind die Betriebe, aber die stehen nicht so im Mittelpunkt.“ Auch das solle sich ändern. kks

Bettina Albrod

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