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Lohnt sich Solarthermie für Westerauer Bürger?

Westerau Lohnt sich Solarthermie für Westerauer Bürger?

Eine Expertise soll ausloten, ob es wirtschaftlich ist, den Ort mit Nahwärme aus Sonnenenergie zu versorgen.

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„Wenn nur ein Anlieger dabei wäre , würde sich das Ganze nicht lohnen.“ Petra Jürß, Bürgermeisterin

Westerau. Dezentrale Energieversorgung, das scheint das Stichwort der Zukunft zu sein. Zu den Gemeinden in Stormarn, die als Vorreiter den Weg für sich und andere Kommunen bahnen wollen, gehört auch Westerau. Wenn die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür sprechen, könnten die Einwohner im Ort perspektivisch die zum Heizen und Duschen benötigte Wärme aus dem eigenen Netz beziehen.

Hinter den Mitgliedern des Energieausschusses, die sich über den Aufbau eines Nahwärmenetzes eingehend informiert haben, liegt bereits ein langer Weg. Nach mehreren Anläufen haben sie jetzt in Treurat und Partner mit Sitz in Kiel und Lüneburg ein Planungsbüro gefunden, das sie bei der Vorbereitung des großen Projektes begleitet. Um auszuloten, wie viele Westerauer überhaupt an einer Nahwärmeversorgung Interesse haben, entwickelten die Planer einen Fragebogen, der im Ort verteilt wurde. „Denn wenn nur ein Anlieger bereit wäre, sich anschließen zu lassen, würde sich das Ganze nicht lohnen“, sagt Bürgermeisterin Petra Jürß. Die Nutzer der Nahwärme sollen später auch eine Energiegenossenschaft gründen, weshalb es wichtig war, zu testen, wie es um die Resonanz innerhalb der Bevölkerung bestellt ist.

„Es gab eine sehr gute Rücklaufquote von etwa 45 Prozent“, berichtet Joachim Benn, der den Westerauern als Mitarbeiter des Bauamtes Nordstormarn bei der Umsetzung ihres Vorhabens hilft. Die Umfrage sei ein erster Schritt gewesen. Hätten sich nur wenig Interessenten gefunden, wäre ein Nahwärmenetz wohlmöglich gar nicht realisierbar gewesen.

In einem zweiten Schritt prüfen derzeit die Experten von Treurat und Partner, ob das vom Westerauer Energieausschuss favorisierte Versorgungsmodell tatsächlich realistisch ist, also aus wirtschaftlicher Sicht funktionieren könnte. Wie berichtet, schwebt den Westerauern der Einsatz von Solarthermie nebst Hackschnitzelheizanlage vor, wie es derzeit bereits in Dänemark praktiziert wird. Sollten die Untersuchungen des Büros zu einem positiven Ergebnis führen, könnte in Westerau eine Pilotprojekt mit Leuchtturmqualität entstehen. „Solche Vorhaben werden auch bevorzugt gefördert.

Schließlich soll in Deutschland die Energiewende vorangetrieben werden“, sagt Joachim Benn.

Das Nahwärmenetz ist in dieser Beziehung Teil eines Gesamtkonzepts. Denn neben der umweltfreundlichen Energieerzeugung ist auch ein sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen angesagt. Deshalb hat sich die Gemeinde Westerau dazu durchgerungen, ein Quartierskonzept erarbeiten zu lassen. Das schließt eine Beratung von Privatleuten mit ein, die ihre Häuser im Ort bautechnisch so ertüchtigen wollen, dass sie möglichst wenig Energiekosten aufwenden müssen. So wie die Gemeinde für die weitere Planung des Nahwärmenetzes, sollen Westerauer Bürger ebenso Fördermittel für ihre Eigenheime beantragen können.

Mit einem Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Solarthermie wird nach der Sommerpause gerechnet. Das Vorhaben soll anschließend zügig weiterentwickelt werden. Deshalb haben die Gemeindevertreter der Bürgermeisterin unlängst schon für den Fall, dass das Gutachten positiv ausfällt, grünes Licht gegeben. Sie ist dann unverzüglich berechtigt, mit dem Planungsbüro einen Vertrag für das Quartierskonzept zu unterzeichnen. Gefördert wird das Konzept zu 65 Prozent über die Kreditanstalt für Wiederaufbau aus Mitteln des Bundes sowie zu 20 Prozent vom Land. Die Gemeinde Westerau müsste sich laut Joachim Benn mit einem Eigenanteil von 15000 Euro beteiligen, die in drei Jahresscheiben fällig werden.

Dorothea von Dahlen

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