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Lokschaden: 150 Bahnfahrer hingen fest

Reinfeld Lokschaden: 150 Bahnfahrer hingen fest

Die Reisenden harrten am Freitag bei Reinfeld 90 Minuten im Zug nach Hamburg aus. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war im Einsatz.

Zurück nach Reinfeld: Tom Reher (r.) bespricht sich mit dem Notfallmanager der Bahn, während der havarierte Zug abgeschleppt wird.

Quelle: Verena Bosslet

Reinfeld. Endstation Kalkgraben: Einige Hundert Meter hinter dem Bahnübergang in Reinfeld legte gestern kurz vor Mittag ein Regionalzug der Deutschen Bahn auf dem Weg nach Hamburg einen Zwangsstopp ein. Die Lok hatte einen Schaden. Nichts ging mehr.

Schreck für Reisende nach Hamburg: Ein Zug blieb am Freitag auf offener Strecke stehen. Ohne Klimaanlage.

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150 Fahrgäste harrten eineinhalb Stunden in den Waggons aus, ehe eine Ersatzlok den havarierten Zug zurück in den Reinfelder Bahnhof zog und die Reisenden in die nächste Bahn nach Hamburg steigen konnten. Ein Großaufgebot an Kräften von Reinfelder Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei war im Einsatz. „Es wurde niemand verletzt“, sagte Tom Reher, Sprecher der Einsatzleitung Rettungsdienst. „Mindestens zwei Personen waren im Zug kollabiert. Sie wurden noch auf der freien Strecke versorgt. So mussten wir nicht evakuieren.“ Von der Streckensperrung waren nach Angaben eines Bahnsprechers acht Züge betroffen. Auch die Straße am Kalkgraben war während des Einsatzes gesperrt.

„Technische Hilfeleistung Bahn“ lautete das Stichwort, mit dem die Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe die Retter am Vormittag alarmiert hatte. „Dahinter verbirgt sich immer ein Großaufgebot“, erklärte Reher die Vielzahl an Einsatzkräften. Man wisse ja nie, was einen wirklich erwarte. Mit der Abfahrt des Zuges um kurz vor 14 Uhr nach Hamburg, in den die meisten der Gestrandeten schließlich einsteigen konnten, war der Einsatz beendet. „Es ist alles gut gelaufen“, resümierte Reher. „Im Bahnhof ist es für unsere Rettungsdienst-Fachleute wesentlich einfacher, die Menschen medizinisch zu betreuen als auf freier Strecke.“ Dort gab es auch Getränke.

„Ein wenig übertrieben, was hier abläuft“, sagte indes Peter Exner-Straube. Der 68-Jährige zählte zu den Gestrandeten auf den Gleisen, ließ sich nach der Rückkehr in Reinfeld von seinem Schwager abholen, um irgendwie weiter nach Berlin zu reisen. „So schlimm war es gar nicht. Nur, dass wir kein Wasser und nichts zum Essen im Zug hatten, das war nicht schön.“ Exner-Straube berichtete, der Schaffner der Regionalbahn habe zunächst das Notfallmanagement seines Arbeitgebers nicht erreichen können. „So lange blieben auch die Türen des Zuges geschlossen“, sagte er. „Es wurde dann doch ganz schön warm, weil die Klimaanlage nicht funktionierte.“ Nach etwa einer Dreiviertelstunde seien drei Türen geöffnet worden, die von der Polizei bewacht worden seien. „Die hatten sicher Sorge, jemand würde aussteigen“, vermutete Peter Exner-Straube. „Aber wenigstens konnten wir dort hingehen und frische Luft schnappen.“ Ein wenig zu trinken erhielt er von einem Mitreisenden.

Spekulationen gab es darüber, wer zuerst einen Notruf abgesetzt hat – die Bahn oder Reisende. „Vermutlich gab es Mehrfachalarmierungen“, sagte Tom Reher. Auch eine mangelnde Information am Bahnhof in Reinfeld bemängelten einige Zugpassagiere. „Es gab keinerlei Durchsagen“, hieß es. Der Reinfelder Notfallmanager der Deutschen Bahn war indes „im Großen und Ganzen“ zufrieden mit dem Ablauf der Rettungsaktion.

Reaktionen auf Facebook

Thomas Osse aus Hamburg schreibt zu dem gestrandetenRegionalzug: „Auf dieser Strecke häufen sich die Pannen sehr auffällig. Oberleitundsschäden, Signalstörungen, Schrankenstörung, Triebwagenausfall usw. Tägliche Verspätungen sind bereits Normalität.“

Jasmin Pieplow indes trägt es mit Fassung: „. . .bin übrigens wieder davon betroffen haha wie jedes Mal, ich nehme alles mit“, kommentiert sie.

• www.facebook.com/LNOnline

Verena Bosslet

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