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Lütjensee und Trittau: Klimaschutz auf dem Dach

Trittau Lütjensee und Trittau: Klimaschutz auf dem Dach

Lütjensee und Trittau setzen verstärkt auf Klimaschutz: Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des gemeinsamen Bauhofs ist nun der erste Schritt getan, um künftig über eine Genossenschaft mit Bürgerbeteiligung die Energiewende zu beschleunigen.

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Matthias Ederhof (v. l.), Joachim Binder, Oliver Mesch und Christoph Magazowski auf dem Dach des Bauhofs.

Quelle: Foto: B. Albrod

Trittau/Lütjensee. Partner ist die Bürgergenossenschaft Energienetz Hamburg. Ziel ist es, künftig auf möglichst vielen kommunalen Dächern über Photovoltaikanlagen alternative Energie zu erzeugen. Auch der Schulverband soll als möglicher Partner in das Genossenschaftsmodell einbezogen werden. „Wenn das gelingt, wäre es das größte kommunale Projekt dieser Art in Schleswig-Holstein“, so Matthias Erdhof, Vorstand der Genossenschaft Energienetz Hamburg. „Auch die Stadt Ahrensburg überlegt, sich mit dem Dach des Rathauses und des Katastrophenschutzzentrums zu beteiligen.“ Privat sind Bürger aufgerufen, sich in die Genossenschaft einzubringen. So böten sich Mehrfamilienhäuser dafür an, auch dort den Strom auf dem Dach zu gewinnen und selber zu nutzen.

„Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit von Trittau und Lütjensee beim Bau des Bauhofs und beim Klimaschutz“, erklärte Ulrike Stentzler, Bürgermeisterin von Lütjensee. „Beim Klimaschutz übernehmen die Gemeinden Vorbildfunktion.“ Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch sieht damit einen ersten Schritt beim Klimaschutzkonzept der Gemeinde erfüllt. „Trittau hat ein Klimaschutzkonzept erstellt, hier wurden Potenzialflächen für Photovoltaik gesucht“, erläuterte Mesch. „Das Bauhofdach bot sich als Fläche an.“ Als Partner wurde die Genossenschaft mit bisher 260 Mitgliedern gewonnen, die 65000 Euro investiert hat, um 193 Module mit je 280 Watt auf dem Dach zu installieren. Sie sollen 2000 kWh Strom pro Jahr liefern, der direkt im Bauhof genutzt wird. „Der Solarstrom reicht aus, um den Bedarf des Bauhofs tagsüber zu decken“, erklärte Ederhof. „Das spart im Jahr 33 Tonnen CO2“

„Das ist bisher der größte Baustein im Klimaschutzkonzept“, so Mesch. Weiterer Schritt zum Klimaschutz soll nach den Plänen in Trittau das neue Mobilitätsteilkonzept „Fahr Rad“ sein. Ziel dieses Projektes ist die Stärkung des Radverkehrs in Trittau durch Bereitstellung von mehreren überdachten Stellplätzen mit Luftpumpen, einer Ladestation für E-Bikes und eines attraktiven Fahrradstreckennetzes, das den Einwohnern den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtern soll. Hier bekommt Trittau 60 Prozent Fördermittel von der Aktivregion Holsteins Herz.

Ladesäulen für E-Autos, die aus dem Dachstrom gespeist werden, oder eine elektrische Fahrzeugflotte der öffentlichen Hand sind noch Zukunftsmusik, aber im Blick. „Ein Amtsklimamanager wäre wünschenswert“, erklärte Ulrike Stentzler. Sie hoffe, dass sich Bürger als Nachahmer finden.

Die Genossenschaft Energienetz Hamburg hat sich gebildet, als in Hamburg darüber diskutiert wurde, die Energienetze wieder kommunal zu betreiben. „Eine Genossenschaft hat nicht die Gewinnmaximierung, sondern den Klimaschutz als Ziel, auch wenn sie natürlich wirtschaftlich arbeiten muss“, so Ederhof. Bei dem Zusammenschluss von Bürgern habe jeder gleiches Stimmrecht, egal, wie viele Anteile er kaufe.

Eine Generalversammlung stimmt darüber ab, ob die Gewinne ausgeschüttet oder wie bisher gleich reinvestiert werden. Wer sich dazu informieren möchte, hat morgen am Tag der offenen Tür Gelegenheit dazu.

Tag der offenen Tür

Der gemeinsame Bauhof von Lütjensee und Trittau hat vor einem Jahr seine Arbeit aufgenommen. Ganz neu ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach als gemeinsamer Beitrag zum Klimaschutz. Über ein Gerüst können Besucher am Sonnabend, 23. September, von 10 bis 16 Uhr beim Tag der offenen Tür die Module besichtigen. Auch der Bauhof ist geöffnet und bietet vom Bobby-Car-Parcours übers Holz sägen bis zur Bratwurst ein Begleitprogramm. Dort kann man sich auch über die Genossenschaft www.energienetz-hamburg.de informieren.

Bettina Albrod

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