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Stormarn Mängel am Travebad bringt Politik auf die Palme
Lokales Stormarn Mängel am Travebad bringt Politik auf die Palme
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20:10 23.06.2017
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Bad Oldesloe

Dauerbrenner Schwimmhalle: Seit seiner Eröffnung vor drei Jahren reißen die Beschwerden über bauliche Mängel am Oldesloer Travebad nicht ab. Auf der jüngsten HauptausschussSitzung entlud sich erneut Frust. „Die Duschen sind zum 37. Mal kaputt. Wir haben doch ein Bad für zehn Millionen Euro hingestellt. Doch das Positive kommt nicht rüber“, machte CDUFraktionschef Horst Möller seinem Ärger Luft.

Grund für zeitweilige Sperrungen der Duschen war offenbar ein Legionellenbefall. „Eigentlich ist das ein Warmwasserthema, aber im Travebad war das Kaltwassersystem betroffen“, erklärte Jürgen Fahl, Leiter der Oldesloer Stadtwerke. Das sei auf Mängel im Rohrleitungssystem zurückzuführen. Negativ habe sich zudem ausgewirkt, dass die Sauna einige Zeit nicht nutzbar war. So sei ein damit in Verbindung stehender Trinkwasserstrang nicht genug gespült worden, was wohl eine Ausbreitung von Legionellen gefördert habe.

Die Sauna war im vergangenen Jahr für einige Zeit stillgelegt worden, da die Ummantelung des Ofens repariert werden musste. Dabei handelte es sich um einen Gewährleistungsmangel.

„Ich höre mir ungern Dinge an, für die ich nichts kann“, sagte Fahl und wies darauf hin, nicht er sei der richtige Ansprechpartner für Beschwerden, sondern der Aufssichtsrat der Vereinigten Stadtwerke GmbH (VSG) in Ratzeburg, die das Bad betreibe. Dort habe es einen großen Personalumbruch gegeben, in dessen Folge es eine ganze Reihe von Schwierigkeiten entstanden seien.

Die Frage von Birgit Reichardt-Mewes (CDU), ob die VSG in die Planung des Badumbaus einbezogen war, beantwortete Fahl positiv. Auch er selbst sowie Fachleute von der Universitätsklinik und externe Sachverständige seien involviert gewesen. Ein Ingenieurbüro habe die Abnahme übernommen. Im Laufe des ganzen Prozesses seien Fehler passiert, die sich erst später als solche herausgestellt hätten.

Horst Möller legte aber noch einen weiteren Finger in die Wunde. „Haben wir nicht eine Filteranlage im Bad mit nur begrenzter Betriebsgenehmigung? Müssen wir jetzt Sorgen haben, dass sie zurückgenommen wird?“ erkundigte er sich. Fahl räumte ein, dass die Anlage noch nicht als Norm anerkannt sei. Das hätten die Entscheidungsträger im großen Gremium bei der Planung seinerzeit gewusst und sich „sehenden Auges dafür entschieden aus Gründen des Platzes und der Energieeffizienz. Richtig kompliziert sei die Lage geworden, da die Herstellerfirma mit einem Mal insolvent war und das Nachfolgeunternehmen ein sehr schwieriger Verhandlungspartner sei. Kurzum, die Anlage funktioniere immer noch nicht nach den gültigen DIN-Normen.

Der Betrieb im Travebad sei damals an die Pilotphase gekoppelt gewesen, um eine Genehmigung zu bekommen, fuhr Fahl fort. Nach der Eröffnung sei ein Verlängerungsantrag für die vorläufige Betriebsgenehmigung gestellt worden, der bald auslaufe. Ein Belastungstest stehen neben anderen Untersuchungen noch aus. Deshalb sei zu hoffen, dass erneut eine Frist gewährt werde, um die dauerhafte Betriebsgenehmigung zu erlangen. Darüber befinde letztlich die Stadt Bad Oldesloe, die sich der Expertisen des Gesundheitsamtes bediene.

D. von Dahlen

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