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Stormarn Mängelliste: Oldesloer Händler fordern schnelle Abhilfe
Lokales Stormarn Mängelliste: Oldesloer Händler fordern schnelle Abhilfe
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20:27 12.01.2018
Setzen sich für bessere Bedingungen des Handels in der Innenstadt ein: Marcus Straßburg, Eva-Marie Bruszies und Maik Neudek (v. l.). Quelle: Fotos: D. Von Dahlen
Bad Oldesloe

„Bürgermeister Jörg Lembke hat uns kurzfristig ein Gespräch über die Situation des Handels angeboten. Wir haben mit ihm quasi das Rathaus aufgeschlossen“, berichtete City-Sport-Inhaber Marcus Straßburg, der mit Eva-Marie Bruszies und Maik Neudek an der gestrigen Unterredung teilnahm. Als er erfahren habe, mit welchen Problemen die Geschäfte selbst in der Vorweihnachtszeit zu kämpfen hatten, habe Jörg Lembke eingeräumt, sich am Bericht der Wirtschaftsvereinigung orientiert zu haben. „Er hat uns als Kaufmannschaft seine Unterstützung zugesagt. Mitziehen müsse aber auch die Politik“, sagte Straßburg.

„Und der Handel freute sich über gute Weihnachtsgeschäfte.“ Dieser Halbsatz in der diesjährigen Neujahrsansprache brachte das Fass zum Überlaufen. Einige Oldesloer Ladeninhaber mochten das so nicht stehenlassen. Selbst vor den Festtagen habe es in der City recht mau ausgesehen.

Ihm zufolge ist seit etwa 15 Monaten ein starkes Absinken der Kundenfrequenz in der Innenstadt zu verzeichnen. „Die moderne Warenwirtschaft ermöglicht den Überblick, wie die Bons von Woche zu Woche weniger werden“, sagt der Geschäftsmann. Grund für die Abwanderung der Kunden sei nicht nur die Konkurrenz durch den neu gestalteten Lübecker Citti-Park, unter anderem die mangelnde „Aufenthaltsqualität“ in der Oldesloer Innenstadt.

Vieles von dem, was Straßburg und Neudek kritisieren, dürfte aus der Vergangenheit herrühren. „Andere Städte wie Bad Schwartau, Eutin oder auch Mölln sind schon fertig oder viel weiter gekommen mit ihrem Umbau der Einkaufsstraße, obwohl sie später mit der Planung angefangen haben“, sagt Küchenausstatter Neudek. Für Bad Oldesloe sei ein Zeitraum zwischen sieben und zehn Jahren für die Sanierung der Innenstadt vorgesehen. „Bis dahin können wir aber nicht warten. Dann ist hier alles tot. Viele Ladeninhaber stehen kurz vor der Verlängerung ihrer Mietverträge“, sagt auch Straßburg. Nicht ohne Auswirkungen sei die Misere selbst für die in Bad Oldesloe niedergelassenen Handelsketten. Einige klagten schon darüber, nicht mehr mit dem vollen Sortiment von ihren Mutterhäusern ausgestattet zu werden.

Wo der Hebel angesetzt werden könnte, um die Bedingungen des Handels zu verbessern, darüber haben sich die Geschäftsleute durchaus schon Gedanken gemacht. „Was von Kunden immer wieder angesprochen wird, ist die Parksituation. Wir wären dafür, den Leuten zwei Stunden gratis anzubieten und den Marktplatz für Kurzparker zu öffnen“, sagt Eva-Marie Bruszies vom „B u. K Baby-Paradies“. Auch die Wiedereinführung der verkaufsoffenen Sonntage mit einem Management, das die Organisation des Beiprogramms übernehme, sei eine große Chance für den Handel. Denn der Umsatz an diesen Tagen sei spürbar besser als unter der Woche, merkt auch Neudek an. Als Händler, der an solchen Sonntagen im Geschäft selbst für attraktive Events wie etwa Schaukochen sorge, sei er rein kräftemäßig nicht imstande, noch eine größere Veranstaltung für die gesamte Stadt zu organisieren.

Nach Auffassung der drei Geschäftsleute gibt es durchaus noch weitere Maßnahmen, die die Stadt schon vor der mehrjährigen Sanierung ergreifen könnte, um den Aufenthalt in Bad Oldesloe attraktiver zu gestalten. Bänke müssten her, sagen sie, und das leidige Thema Müll gehöre jetzt dringend auf die Tagesordnung. „Fürchterlich. Die Tonnen öffnen sich nach unten hin leicht. Es braucht nur mal starker Wind sein oder jemand stößt dagegen und alles fliegt in der Gegend herum. Manche Geschäfte kleben schon die Klappe zu oder ziehen von unten einen gelben Sack drüber, weil sie nicht ständig kehren wollen. Da muss dringend etwas geschehen“, sagt Neudek.

Er appelliert aber auch an die Verbraucher. Zu viele Leute bestellten ihre Ware nur noch bei den Internetriesen, anstatt die Geschäfte vor der Haustür aufzusuchen, klagt er. Dabei zahlten Amazon und Co. keine Steuern an den Staat, Einnahmen, die beispielsweise für den Aufbau und Erhalt der guten Infrastruktur einer Stadt wie Bad Oldesloe so vonnöten wären. „Und umgekehrt, wenn keine Läden mehr existieren, wird auch keiner Freude mehr daran haben, in der Stadt zu wohnen“, fügt Bruszies hinzu.

Von Dorothea von Dahlen

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