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Stormarn Mehr Busfahrten für weniger Geld
Lokales Stormarn Mehr Busfahrten für weniger Geld
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18:13 23.11.2016
Björn Schönefeld (v.l.), Jürgen Hettwer, Toralf Müller und Henning Görtz stellten das neue Busnetz vor. FOTOS: B. ALBROD
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Glinde

. Viel Geld sparen und gleichzeitig das Busnetz in Südstormarn verbessern – das sind die Ergebnisse nach einer europaweiten Ausschreibung des Kreises für das Busnetz Südstormarn, die jetzt zu Gunsten der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) entschieden wurde. Es ist die größte Ausschreibung von ÖPNV-Leistungen, die es in Stormarn und im Hamburger Verkehrsverbund bisher gegeben hat, heißt es in einer Mitteilung des Kreises dazu. Der Vertrag mit der VHH gilt für die nächsten zehn Jahre. Die VHH kann damit das Netz weiter betreiben und ausbauen, das sie auch zuvor schon in Betrieb hatte.

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Die VHH gewinnt die Ausschreibung um das Netz in Südstormarn.

„Der bisherige Vertrag war nach zehn Jahren ausgelaufen, so dass der Netzbetrieb europaweit neu ausgeschrieben werden musste“, erläuterte Björn Schönefeld, Sachbearbeiter beim Kreis für den öffentlichen Personen-Nah-Verkehr, am Dienstag in Glinde, wo die Ergebnisse vorgestellt wurden. Der Kreis Stormarn sei mit ein Prozent Beteiligung Gesellschafter bei der VHH geworden, um damit die Voraussetzung zu schaffen, dass sie sich bewerben konnte. „Es gab Mitbewerber“, erklärte VVH-Geschäftsführer Toralf Möller. „Wir haben ein neues Konzept erstellt, um ein vernünftiges Angebot für Pendler zu schaffen.“ Dabei sei die Zusammenarbeit von Bürgern, Kommunen, Politik und Verwaltung hervorragend gewesen.

Die Planung des Busnetzes über Stormarns Kreisgrenze hinaus – auch Teile des Kreises Herzogtum Lauenburg werden jetzt einbezogen – sowie die Laufzeit des Vertrags über zehn Jahre haben zu Synergien geführt, die sich auch in einem günstigeren Preis niedergeschlagen haben. „Gegenüber dem vorherigen Vertrag kann der Kreis Stormarn in zehn Jahren eine halbe Million Euro sparen“, betonte Landrat Henning Görtz. „Ab 2017 zahlt der Kreis 2,8 Millionen Euro im Jahr, bisher waren es 3,3 Millionen Euro jährlich.“ 81 Prozent der Fahrten verliefen in Stormarn, 15 Prozent in Hamburg und vier Prozent im Kreis Herzogtum Lauenburg. „Das gesparte Geld kommt auch den Kommunen zugute“, so Görtz, „auch dadurch war es möglich, die Kreisumlage zu senken.“

Zu den Neuerungen gehört eine Ausweitung des Netzes von Reinbek über Oststeinbek/Glinde und Barsbüttel bis Trittau. Dazu kommen zusätzliche Verkehre nach Hamburg und in den Nachbarkreis. Zu den Kernzeiten wird der Takt auf der Achse Steinfurther Allee–Oststeinbek–Glinde Markt verkürzt, neue Buslinien werden eingerichtet, das Gewerbegebiet Oststeinbek angebunden und die Schülerbeförderung wird verbessert. „Alle Busse sind mit Klimaanlagen und Videoüberwachung ausgerüstet“, so Müller. „Wir sind auf hohem Standard unterwegs.“ Er freute sich, dass damit auch die Zukunft der Mitarbeiter für die nächsten zehn Jahre gesichert ist.

„Die Gemeinde Oststeinbek unterstützt die Gewerbelinie mit 18000 Euro im Jahr“, erklärte Oststeinbeks Bürgermeister Jürgen Hettwer. „Die Busanbindung dient der Mitarbeitergewinnung im Gewerbegebiet. Nach zwei Jahren Anschubfinanzierung soll die Linie sich selber tragen.“ Der Kreis wiederum wird die Nachtbuslinie 619, die jeden Tag fährt, mit 30.000 Euro im Jahr finanzieren. Start des neuen Netzes ist am 11. Dezember. „Wir wollen dabei nicht stehen bleiben, sondern uns weiter entwickeln“, kündigte Müller an. „So sind Echtzeitdaten und ein E-Ticketing-Angebot geplant.“

Das Unternehmen

1600 Mitarbeiter und 555 Busse an elf Standorten zählt das VHH und ist damit das zweitgrößte Nahverkehrsunternehmen Norddeutschlands mit Sitz in Hamburg. Das Verkehrsunternehmen wurde 1905 gegründet. Heute befördert die VHH 100 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Die VHH ist Partner im Hamburger Verkehrsverbund und bietet die Personenbeförderung mit Omnibussen in der Metropolregion an.

Bettina Albrod

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