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Mehr Platz für Schüler

Hamberge Mehr Platz für Schüler

Eine bemerkenswerte Entwicklung: Vor vier Jahren verlor die Grundschule Hamberge ihre Eigenständigkeit. Die Gemeinde suchte mit Erfolg nach Lösungen. Inzwischen platzt die kleine Schule aus allen Nähten. Freitag feierte sie die Grundsteinlegung für einen Anbau.

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Schulleiterin Gudrun Wrage half dem Architekten Maik Kofler, dessen Kinder selbst die Grundschule Hamberge besuchen oder noch besuchen werden, die kupferne Grundsteinrolle zu bestücken.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Hamberge. Wer hätte das gedacht? Hamberges Bürgermeister Paul Friedrich Beeck konnte es selbst kaum fassen, als er die vielen Schüler, Lehrer, Eltern und Schulrätin Kirsten Blohm-Leu begrüßte. Vor fünf bis sechs Jahren war die Schülerzahl mit 70 auf einem Tiefpunkt angelangt. Die Folge: Sie verlor ihre Eigenständigkeit und wurde Zweigstelle der Matthias-Claudius-Schule Reinfeld.

LN-Bild

Eine bemerkenswerte Entwicklung: Vor vier Jahren verlor die Grundschule Hamberge ihre Eigenständigkeit. Die Gemeinde suchte mit Erfolg nach Lösungen. Inzwischen platzt die kleine Schule aus allen Nähten. Freitag feierte sie die Grundsteinlegung für einen Anbau.

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Abfinden wollte sich die Gemeinde damit jedoch nicht, sondern riss das Ruder herum. „Wir schafften einen Schulbus an, um Kinder aus Wesenberg und Klein Wesenberg abzuholen und in unsere Schule zu bringen“, erzählte der Bürgermeister. Der Erfolg war durchschlagend. Inzwischen besuchen 117 Schüler die Grundschule. Die Gemeinde geht davon aus, dass die Zahl auch in den nächsten Jahren so bleibt, denn Hamberge hat ein Baugebiet mit 75 Grundstücken ausgewiesen, auf denen schon fleißig gebaut wird.

Ihre Weichenstellung lässt sich Hamberge einiges kosten, denn die 1,3 Millionen Euro Baukosten trägt sie komplett alleine. Zuschüsse gibt es nicht. „Dafür aber hat sich die Bildungsministerin gemeldet. Sie will dazu beitragen, dass Hamberge zu einem Leuchtturmprojekt für eine moderne Grundschule wird“, erzählte Paul Friedrich Beeck.

Zur Feier des Tages sangen alle Kinder und Lehrer ein Lied und auch den eigentlichen Akt, die mit einer Ausgabe der Lübecker Nachrichten, Bauplänen und bunten Bildern bestückte Kupferrolle in Position zu bringen, übernahmen Grundschüler. Mit kleinen Schaufeln warfen sie Sand in das für die Rolle vorbereitete Loch neben der Bodenplatte.

Auf die Fertigstellung des Anbaus freuen sich nicht nur die Kinder, sondern auch Schulleiterin Gudrun Wrage und ihr Team sowie die Eltern und der Förderverein können den Fertigstellungstermin im Mai nächsten Jahres kaum erwarten. „Wenn die Kinder aus den Herbstferien zurück in die Schule kommen, wird hier schon der Holzrahmen für den Anbau stehen“, verrät der Hamberger Architekt Maik Kofler, der selbst ein Kind in der Grundschule hat. Ein zweites muss noch etwas warten, bis es alt genug für den Schulbesuch ist.

Drei Klassenräume sind im 250 Quadratmeter großen Obergeschoss vorgesehen. Eine 150 Quadratmeter große Mensa mit Ausgabeküche ist das Herzstück im Erdgeschoss, das 270 Quadratmeter groß wird.

Bestückt wird die Mensa mit einer Veranstaltungsbühne. Grüne Wandtafeln wird man in dem Anbau vergeblich suchen, denn um für die Zukunft gerüstet zu sein, werden sämtliche Klassenräume digitalisiert und mit Internetanbindung, „Whiteboards“ und „Touchpads“ausgestattet.

Den Tag der Fertigstellung sehnen auch die Eltern des Fördervereins herbei, die eine Ganztagsbetreuung der Schüler gewährleisten, die in der Form längst nicht in allen Schulen vorgehalten werden kann. „Wir betreuen die Kinder ehrenamtlich von 11.30 bis 15.15 Uhr und sind immer auf der Suche nach Unterstützern“, erzählt Birte Thiele, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins. Von den derzeit 117 Schülern nehmen immerhin 85 Kinder an der Ganztagsbetreuung in der kleinen Mensa teil. Mindestens 60 Kinder nehmen dort ihr Mittagessen ein, das von einem Caterer angeliefert wird. Zu haben ist die Ganztagsbetreuung für 36 Euro im Monat. Für zusätzliche Kursangebote sind die Eltern pro Schulhalbjahr mit 55 Euro dabei.

 Von Petra Dreu

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