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10:43 08.02.2018
Die Taktung der Züge – hier im Bahnhof Bad Oldesloe – soll sich an den Tagesrandzeiten und am Wochenende verbessern. Quelle: Fotos: Bartsch/dpa
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Bad Oldesloe/Reinfeld

Angebote für die insgesamt 175 Kilometer langen Strecken sollen bis zum 7. September 2018 eingehen, der neue Betreiber soll dann bis Anfang 2019 feststehen. „Die Ausschreibung ist eine normale, turnusgemäße“, erklärt Dennis Fiedel, Sprecher von Nah.SH. „Verkehrsverträge zwischen Land und Bahnunternehmen gelten für eine bestimmte Zeit und werden dann neu ausgeschrieben.“ Aktueller Betreiber ist die DB Regio AG.

Die Strecken

Die Verbindungsstrecken Travemünde–Lübeck Hauptbahnhof (RB 86), Lübeck Hauptbahnhof–Hamburg Hauptbahnhof (RE 8/80) und Lübeck Hauptbahnhof–Puttgarden (RB 85) bilden gemeinsam das Elektronetz Ost.

Die RB 81 ist ausgenommen, weil hier die S4 geplant ist.

Die Vorgaben in den Ausschreibungen zu Fahrplan und Angebot orientierten sich primär an Fahrgastzahlen und deren Prognose, so Fiedel weiter, auch an den Bedingungen der Infrastruktur. „Die Qualitätsmerkmale, zum Beispiel die Fahrzeugausstattung, orientieren sich am jeweiligen Stand der Technik und zu erwartenden Weiterentwicklungen, dabei werden auch die Ergebnisse von Fahrgastbefragungen berücksichtigt“, erklärt Fiedel.

Für den elektrifizierten Verkehr fordert das Land von den Bietern neue, barrierefreie, elektrisch angetriebene Doppelstocktriebwagen mit unter anderem folgender Ausstattung: rollstuhlgerechte Toiletten, Mehrzweckbereiche für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fahrräder, kostenfreies WLan, Videoaufzeichnung, Reservierungssystem, Monitore zur Anzeige von Echtzeitinformationen sowie Steckdosen in den Waggons.

Der Fahrplan im neuen Elektronetz Ost entspricht weitgehend dem heutigen, wobei der Halbstundentakt zwischen Lübeck und Hamburg zukünftig auch an Wochenenden bis 23 Uhr sowie werktags von 5 bis 24 Uhr angeboten wird. Auch zusätzliche Spätverkehre sind vorgesehen.

Mehr Züge, besserer Takt

„Wir begrüßen insbesondere die Ausweitung des Takts an den Randstunden und am Wochenende“, erklärt Björn Schönefeld, beim Kreis Stormarn zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr. „Das ist ein großer Schritt und macht die Anbindung von Bussen an die Bahn besser. Damit wird der ÖPNV flexibler.“ Die Regionalexpress-Züge sollen zukünftig täglich von Hamburg über Lübeck bis nach Travemünde Strand verlängert werden, an den Sommerwochenenden sogar im Halbstundentakt. Aufgrund der geringeren Nachfrage bleibt dabei ein Zugteil in Lübeck oder wird in Richtung Hamburg dann am Lübecker Hauptbahnhof angehängt, heißt es. Auf den Bahnlinien im Elektronetz Ost sind heute pro Tag rund 24000 Fahrgäste unterwegs. Die heutige Linie RB 81, die mittelfristig durch die neue S-Bahn-Linie S 4 ersetzt werden soll, ist nicht Teil der Ausschreibung.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Anforderungen bei Komfort und Taktverkürzung, hat aber noch Wünsche offen. „Die Strecke boomt, da ist ein 30-Minuten-Takt gut“, sagt Pro Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann. „Aber es wären längere Züge nötig, um den Sitzabstand vergrößern zu können und mehr Platz zu bieten.“ Die bisher sechs bis sieben Wagen bieten Raum für gut 800 Plätze. Er wisse, dass die Länge der Bahnsteige am Hamburger Hauptbahnhof die Zuglängen begrenze. „Aber wenn die S 4 kommt, wird das die Lage im Hauptbahnhof entlasten.“

Wichtig sei auch, so Naumann weiter, dass der Bewerber seine Werkstatt an der Strecke habe, um unnötige Wege und damit verbundene Zugausfälle zu minimieren. „Werkstätten für das Elektronetz Ost sollten in Oldesloe, Reinfeld oder Lübeck liegen, jedenfalls nah an der Strecke.“ Bei dem jetzigen Betreiber sei das nicht der Fall. „Verbesserungen müssen beim Kunden ankommen“, fordert Naumann, „es ist wichtig, auch die Meinung des Endverbrauchers zu berücksichtigen. Wir kennen die Kleinigkeiten, die Verbraucher sich wünschen, aus der Praxis.“

Der neue Verkehrsvertrag soll vom Dezember 2022 bis zum Dezember 2035 gelten.

 Bettina Albrod

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