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Stormarn Mehrheit für neuen Kreisverkehr in Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Mehrheit für neuen Kreisverkehr in Bad Oldesloe
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21:24 14.03.2018
Diese Kreuzung zwischen Sülzberg und Mommsenstraße soll zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Quelle: Foto: Von Dahlen
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Bad Oldesloe

Fraktionschef Matthias Rohde hatte im Antrag an die Ausschussmitglieder appelliert, den „überflüssigen Verkehrskreisel“ aufzugeben, um 850000 Euro zu sparen, und das Projekt sogar als verkehrsgefährdend eingestuft. Das Ganze gehe auch mit dem Verlust eines städtischen Gebäudes einher, das dem Kreisverkehr weichen müsse. „Wir würden es begrüßen, wenn man zu seinen Fehlern steht. Es wäre jetzt noch möglich, sich umzuentscheiden“, sagte Rohde und plädierte dafür, sich lieber der Umgestaltung des Bahntunnels zu widmen.

„Den öffentlichen Nahverkehr haben wir immer auf unserer Agenda. Wilfried Janson

Grünen-Fraktionschef

In einer detaillierten Vorlage hatte Bauamtsleiter Thilo Scheuber noch einmal den Sinn und Zweck des Verkehrsprojektes aufgearbeitet und dargelegt, weshalb die Stadtverordneten den seit 2009 laufenden Planungsprozess einstimmig mitgetragen haben. Dabei sei es nicht nur um die Neuordnung und Aufwertung dieser Kreuzung als Verbindung zwischen den östlichen und westlichen Stadtquartieren gegangen, vielmehr stelle die Entzerrung des Busverkehrs am Bahnhof einen sehr wichtigen Aspekt dar. Denn nach dem Umbau könne die Mommsenstraße in zwei Richtungen befahren werden.

Das bestätigte auch Björn Schönefeld, zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bei der Stormarner Kreisverwaltung. In der jetzigen Situation seien die Busse gezwungen, bei der Abfahrt vom Bahnhof aus Umwege in Kauf zu nehmen. Und beim Einbiegen von der Reimar- Hansen-Straße auf die Mewesstraße kämen sie aufgrund häufiger roter Ampelphasen nur sehr schleppend voran. „Wir haben 185 Abfahrten am Bahnhof pro Tag“, führte Schönefeld an, um zu zeigen, wie sehr die aktuelle Situation den Busverkehr in Bad Oldesloe belaste.

Dieser Argumentation folgte Uwe Rädisch von der CDU- Fraktion. „Wir lehnen den Antrag der FBO ab und unterstützen den Bau des Kreisverkehrs“, sagte er. Auch Hans- Hermann Roden (SPD) stellte sich hinter den Beschluss, den die Stadtverordneten 2014 einstimmig gefasst hatten. Er räumte ein, dass „der Tunnel Mist ist“, merkte aber an, dass es nicht in den Händen der Stadt liege, irgendetwas daran zu ändern, da das Bauwerk der Deutschen Bahn gehöre.

Dieses Argument kam auch zum Tragen, als der zweite FBO-Antrag mit Verbesserungsvorschlägen für den ÖPNV zur Debatte stand. Dieses Thema sei generell unterbelichtet, sagte Rohde und erklärte, die Ideen seien allesamt auf einer Bürgerveranstaltung der FBO eingebracht worden. Unter anderem enthielt die Liste die Forderung, die Taktung des Regionalexpresses 8 zu erhöhen.

„Den öffentlichen Nahverkehr haben wird immer auf unserer Agenda“, sagte Grünen- Fraktionschef Wilfried Janson. Er kritisierte, dass die FBO den Bauausschuss aktuell mit diesem Thema zur Wahlkampfarena machen wolle. Das Anheben der Bahnsteige beispielsweise sei Sache der Bahn.

„Ich halte es für unseriös, bei den Leuten Hoffnungen zu wecken, dass die Stadt etwas verändern kann“, monierte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Die Möglichkeit, Veränderungen im ÖPNV durchzusetzen, gebe es erst wieder, wenn die Neuausschreibung anstehe.

Während Rohde mit dem Satz „Sie können doch die Wünsche der Bürger nicht einfach so vom Tisch wischen“ versuchte, dem Antrag mehr Gewicht zu geben, merkte Hans-Herrmann Roden kritisch an, dass der FBO-Antrag bereits vor der Veranstaltung verfasst worden sei.

Auch dieses Mal sollten die Freien Bürger bei der Abstimmung glücklos bleiben. Die Mehrheit im Ausschuss wandte sich gegen den Antrag, nur die beiden FBO-Vertreter stimmten dafür.

 Von Dorothea von Dahlen

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