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Stormarn Meister des Kopierens
Lokales Stormarn Meister des Kopierens
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00:00 14.10.2012
Anstrengende Arbeit über Kopf: Stuckateur Carsten Hamerich aus Barsbüttel.
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Stormarn

Das ist noch nicht optimal. Noch einmal nimmt Carsten Hamerich seine Kelle, sticht sie in einen Behälter voller weichem Gips und streift die weiße Masse auf seiner Arbeitsplatte ab. Gips ist sein Material. Damit arbeitet er fast ausschließlich. Hamerich ist Stuckateur. Die Decke seiner Werkstatt in Barsbüttel zieren Formen, die seine Besucher meist nur aus Schlössern, Museen oder Hotels kennen. An solch historischen Schauplätzen ist sein handwerkliches Können gefragt. Privatkunden lassen sich die kunstvollen Verzierungen seltener anfertigen. Neues erfindet der Meister nur sporadisch. Er greift auf alte Formen zurück, die andere schon vor Jahrhunderten entworfen haben. „Wir sind Meister des Kopierens“, sagt Hamerich mit einem Lächeln. Vieles fertigt er für Aufträge in der Denkmalpflege an – wie diese Stuckleiste. Es ist eine Wanddekoration für einen Raum. Dafür hat er eine Holzschlittenschablone gebaut. Diese zieht er immer wieder über die Gipsmasse. „Wenn ich die anrühre, gibt es kein Geheimrezept. Je feiner der Gips gemahlen ist, umso präziser kann ich arbeiten. Und er wird härter“, erklärt Hamerich. Für ganz feine Arbeiten nutzt er manchmal sogar Dentalgips der Zahntechniker. Feineren gibt es kaum. Eine Stunde lang trägt der Meister Schicht für Schicht Gips auf und zieht ihn ab – bis Form, Höhe und Oberfläche passen. Jetzt muss der Stuck trocknen. Hamerich weiß, dass viele Kunden aus Kostengründen auf Stuckkunst verzichten. Doch nicht das Material macht die Arbeit teuer. Stuckateure benötigen Zeit – viel Zeit. Sie müssen Abdrücke nehmen, modellieren, Formen bauen, gießen oder wie heute abziehen. „Leider ist vielen die Bandbreite unseres Berufs nicht bekannt. Auch nicht den Jugendlichen“, sagt der Handwerker.Nur selten bekommt er Bewerbungen. Auch Berufskollegen klagen darüber. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur drei Auszubildende im ersten Lehrjahr. Meist bewerben sich Mädchen, die künstlerisch und kreativ arbeiten wollen. Doch Hamerich ist dann ehrlich: Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend und die Vorgaben kommen vom Kunden oder Architekten.“ Ihn selbst faszinieren die Arbeiten an alten Gebäuden. Im Kloster St. Johannis bei Hamburg konnte er mit seinem Team den Stuck wieder so erneuern, dass ihn der Architekt 2008 für den deutschen Preis der Denkmalpflege vorschlug. Hamerich bekam ihn.

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