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Stormarn Milchbauer Lienau auf du und du mit der Kuh
Lokales Stormarn Milchbauer Lienau auf du und du mit der Kuh
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20:26 06.07.2013
Carsten Lienau-Jöhnk (38) inmitten seiner Damen: Zusammen mit seiner Frau Karen (38), gleichzeitig auch Bürgermeisterin des Ortes, betreibt er den Hof in Neritz, der vorher Karen Lienaus Eltern gehörte.
Neritz

Carsten Lienau-Jöhnk ist ein glücklicher Mann. Immer wenn der Neritzer durch seine offenen Stallungen schreitet, fliegen ihm erwartungsfroh die Blicke seiner Mädels entgegen.

Jede seiner 240 Milchkühe kennt der diplomierte Agraringenieur mit Namen, „Citrone“, „Zea“, „Evita“. Der Verein der Holsteinzüchter Stormarn kürte jetzt beim so genannten Rangierwettbewerb „Lene“ zur schönsten Schwarzbunten im Stall der Familie Lienau-Jöhnk. 100 Landwirte gaben ihre Stimme ab.

„Mein Mann ist der totale Kuhtyp“, lacht Karen Lienau (38) und blickt ihren Gatten liebevoll an. Seit einigen Jahren führt das Ehepaar nun schon erfolgreich den landwirtschaftlichen Betrieb, der früher mit 120 Schwarzbunten Karen Lienaus Eltern Emil und Elke gehörte. Immer wieder heimsen sie Preise und Prädikate für ihre muhenden Vierbeiner ein. So erhielten jetzt erneut neben der Schönheitskönigin zwei weitere Spitzenkühe aus Lienauscher Zucht eine Auszeichnung. Für ihre außergewöhnliche Lebensleistung dürfen sich die beiden Damen fortan in die Liste der 100 000-Liter-Kühe einreihen.

„Citrone“, eine Schwarzbunte, 13 Jahren alt, gab bis zum Stichtag im vergangenen Oktober 100 310 Liter Milch. „Christin“ setzte noch einen drauf — 105 564 Liter. Leider ist sie mittlerweile „abgegangen“, wie es im Fachjargon heißt, also gestorben. Eine normale Milchkuh mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von fünf Jahren gibt 50 000 bis 60 000 Liter.

Aber was ist bei Kühen schon normal, würde Familie Lienau-Jöhnk jetzt sagen. „Kühe haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und ganz eigene Charaktere. Jede ist etwas Besonderes“, sagt das Bauernpaar, das auch noch Raps, Weizen und Gerste anbaut. Und als hätte sie zugehört, stellt eine Kuhdame ihren ganz eigenen Kopf im Offen-Stall unter Beweis. Während die amtierende Schönheitskönigin „Lene“ für ein Foto posieren soll, aber gar keine Lust hat, verdreht die gute „Evita“ ein paar Meter weiter die Augen. Die Mutter von sechs Kälbern tänzelt hin und her, scheint beleidigt, weil sie niemand beachtet. „Evita ist eigentlich die Königin im Stall“, erzählt Carsten Lienau-Jöhnk (38) schmunzelnd. Die zehn Jahre alte Schwarzbunte habe ein exzellentes Prädikat und gerade eine Lebensmilchleistung von 103 700 Litern hingelegt.

Aber heute geht es eben um andere Damen. Die gelangweilte „Lene“ bekam beim Rangierwettbewerb von Preisrichter Christian Fischer aus Brunsbek beste Eigenschaften wie größtes und bestes Euter, breite Brust und Schärfe in der Vorhand attestiert. Sich recht zu präsentieren, muss sie aber noch üben. „Zea“ begegnet dem Gehabe ihrer Artgenossinnen mit altersbedingter Gelassenheit. Der Methusalem im Offen-Stall ist gerade volljährig geworden. 18 Jahre, ein biblisches Alter für eine Kuh, die 13 Kälbern das Leben geschenkt hat. Mit ihr wurde der Lienausche Hof farbiger. Sie ist eine Rotbunte. „Die hat mein Mann damals mit in die Ehe gebracht. Aus Rendsburg“, erinnert sich Karen Lienau vergnügt.

Heute bekommt „Omi“, wie sie von der Familie liebevoll genannt wird, öfter „eine Extrawurst“, ein bisschen Wellness und eine besonders dicke Lage Stroh unter die arthritischen Knochen. „Sie erhält bei uns ihr Gnadenbrot“, sagt Carsten Lienau-Jöhnk und streichelt „Omi“ liebevoll über den knochigen Schädel. Eine glückliche Kuh.

„Mein Mann ist der totale Kuhtyp.“
Karen Lienau, Agraringenieurin

Verena Bosslet

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