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Stormarn Millionen für Stormarns Straßen
Lokales Stormarn Millionen für Stormarns Straßen
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22:20 08.11.2017
Die kaputte Landesstraße 88.  Quelle: Markus Carstens
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Bad Oldesloe

„Die Landesregierung will den erheblichen Erhaltungsstau im Landesstraßennetz so schnell wie möglich abbauen und hat daher die Haushaltsmittel für die Sanierungsmaßnahmen deutlich aufgestockt.“ Das teilte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) den schleswig-holsteinischen Kreisen Mitte September mit. 140 Millionen Euro seien für die kommenden beiden Jahre vorhanden.

Einen Monat später hatte die Stormarner Kreisverwaltung die angeforderte Prioritätenliste für die betreffenden Straßenabschnitte fertig. Diese wurden nun vom Verkehrsausschuss so abgesegnet.

Zehn Landesstraßen mit dringendem Sanierungsbedarf sollte der Kreis benennen. Landrat Henning Görtz und sein Fachdienst Planung und Verkehr packten noch sieben weitere Straßen hinzu, die in einer Zustandsbewertung allesamt Noten zwischen 4,5 und 5 haben. Außerdem wurde die Liste ergänzt mit maroden Abschnitten, die durch Städte und Gemeinden führen. Für diese Ortsdurchfahrten wie etwa die Landesstraße 71 in Reinfeld sind allerdings jeweils langwierige Planfeststellungsverfahren erforderlich.

Und weil es schnell gehen soll, haben diese Strecken keine Priorität. Ganz vorne auf der Liste steht die L 94 mit einem Abschnitt zwischen Hamburg und Witzhave. „Das ist sehr sinnvoll, schließlich verläuft diese parallel zur Autobahn“, sagt Heinrich Dierking vom Forum 21. Dahinter folgen die L 89 ebenfalls im Kreissüden und die L 93 bei Trittau. Dahinter folgen die L 87 von Rethwisch bis Stubben und die berühmt-berüchtigte L 88 zwischen Pölitz und dem Lasbeker Ortsteil Barkhorst. Die Schlaglochpiste war schon häufiger in den Medien und ist neben der L 90 bei Hoisdorf die einzige mit einer glatten Note 5 in der Zustandsbewertung.

Kriterien für die Liste waren etwa Verkehrsaufkommen, der Lkw- Anteil oder besondere Unfallsituationen. „Wir haben die Strecken alle mit dem Landesbetrieb Straßenbau abgestimmt und sind da auf einem guten Weg“, sagt Stormarns Kreisbaudirektor Klaus Kucinski.

Ein Lob für die Liste gab es auch schon aus Kiel. Lukas Kilian aus Glinde, Vorsitzender des Stormarner Verkehrsausschusses und zugleich Landtagsabgeordneter, hatte es mitgebracht. „Andere Kreise haben nicht richtig gelesen und trotzdem Ortsdurchfahrten angegeben“, berichtete Kilian. Zugleich machte er jedoch deutlich, dass nicht alle Vorschläge auch eins zu eins umgesetzt werden könnten.

Das ist auch die Sorge der Pölitzer und Barkhorster, die seit Jahren mit der Schlaglochpiste namens L 88 zurechtkommen müssen. Auf fünf Kilometern reiht sich dort Krater an Krater. „Schulbusse fahren hier entlang genauso wie schwere Erntemaschinen. Und wenn auf der Autobahn mal wieder Stau ist, wird die Straße gerne als Ausweichstrecke genutzt“, sagt Antje Lennartz, SPD-Gemeindevertreterin in Pölitz. Sie hofft, dass Platz fünf auf der Prioritätenliste ausreicht, damit endlich etwas passiert. „Bislang haben wir uns vom Land immer etwas allein gelassen gefühlt“, sagt Lennartz. Selbst eine große Demonstration mit vielen Bürgern sei verpufft.

Alle zehn Vorhaben könnten nach Einschätzung des Kreises bereits 2018 losgehen. Meike Langenbach vom Fachdienst Planung und Verkehr glaubt, dass – je nach Kapazitäten beim Land – die Sanierungen zwischen 2018 und 2020 beginnen könnten.

Ein Video von einer Fahrt über die L 88 finden Sie auf ln-online.de

 Markus Carstens

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