Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Zehn Millionen für die Strahlentherapie
Lokales Stormarn Zehn Millionen für die Strahlentherapie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 25.09.2018
Auf dem Baugrundstück für die Strahlentherapie an der Hamburger Straße (im Hintergrund das weiße Krankenhausgebäude) (v.l.): Die beiden Onkologen Dr. Michael Görn und Dr. Cay-Uwe von Seydewitz, der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Stefan Jäckle sowie Geschäftsführer Björn Pestinger vom St.-Adolf-Stift mit den Strahlentherapeuten Dr. Ronald Bischoff und Dr. Christian Giro sowie dem Referenten der Geschäftsführung Uwe Pfeifer von der Radiologischen Allianz. Quelle: hfr
Reinbek

Bereits heute ist die Tumortherapie im Krankenhaus Reinbek St.-Adolf-Stift ein Schwerpunkt, geprägt von nach eigener Aussage „sehr guter medizinischer Ergebnisqualität“, die sich positiv auf die Therapieerfolge auswirkt. Ob in der großen Bauchchirurgie, der Frauenheilkunde, der Endoskopie des gesamten Magendarmtraktes, in der Radiologie oder in der neu geschaffenen Abteilung für Onkologie.

Gemeinsam in enger Verzahnung mit niedergelassenen Ärzten behandeln die Reinbeker Ärzte viele Krebspatienten. „Das einzige, was noch vor Ort fehlte, ist eine Strahlentherapie, unsere Patienten fahren derzeit nach St. Georg, Barmbek, Harburg oder gar Lübeck“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Stefan Jäckle. Krankenhaus-Geschäftsführer Björn Pestinger ergänzt: „Mit dem Bau einer Strahlentherapie zusammen mit der Radiologischen Allianz werden wir zukünftig für unsere Patienten im Osten der Metropolregion Hamburg eine Komplettversorgung anbieten können.“ Laut Pestinger wird der Neubau an der Hamburger Straße 39 in Anbindung zum Krankenhaus rund zehn Millionen Euro kosten.

„Die Radiologische Allianz ist einer der bundesweit führenden Anbieter für ambulante Leistungen in der Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie“, erklärt Klinik-Sprecherin Andrea Schulz-Colberg. „Schon jetzt ist der Zusammenschluss von niedergelassenen Ärzten bundesweit an elf Standorten aktiv, darunter ist je eine Strahlenpraxis mit Geräten der neuesten Generation in Hamburg-Altona und in Hamburg-Barmbek.

Therapie von außen

In der Praxis der Radiologischen Allianz am St.-Adolf-Stift werden in enger Abstimmung mit den Krankenhausärzten und niedergelassenen Onkologen Strahlentherapie und -diagnostik stattfinden. Dr. Ronald Bischoff, Facharzt für Strahlentherapie und einer der Gesellschafter der Radiologischen Allianz erklärt sein Fachgebiet: „Die Strahlentherapie ist eine sehr präzise Behandlungsmethode von außen. Mit der in modernen Linearbeschleunigern erzeugten Energie können wir beispielsweise Tumoren vor einer geplanten Operation verkleinern, damit sie später besser operiert werden können. In einigen Fällen, wie bei bestimmten Arten von Prostata- oder Lungenkrebs, kann durch die Strahlentherapie auf eine Operation völlig verzichtet werden. Es können auch Schmerzen durch Tumore oder Arthrose gelindert werden und bei Knochenmetastasen eine Stabilisierung des befallenen Skelettabschnittes erreicht werden.“

Hintergrund und technische Details

Das Leistungsspektrum der Radiologischen Allianz ermöglicht bereits heute die Diagnostik und Therapie aller wesentlichen Tumorerkrankungen auf höchstem Niveau. Hierbei stehen auch besondere Therapieverfahren wie die bildgeführte, intensitätsmodulierte und atemgesteuerte Strahlentherapie zur Verfügung.

Für die Therapie von Tumoren der Lunge, Leber, der Lymphknoten und des Gehirnes bietet die Radiologische Allianz stereotaktische Bestrahlung mit speziell ausgestatteten Linearbeschleunigern an. Hirnmetastasen und Erkrankungen wie Akustikusneurinome, Meningeome und Gefäßerkrankungen können radiochirurgisch am Interdisziplinären Centrum für Radiochirurgie behandelt werden.

Chefarzt Dr. Cay-Uwe von Seydewitz, Hämato-Onkologe und Palliativmediziner, sagt: „Die Strahlentherapie ist in den letzten Jahren immer präziser und darum für die Patienten noch nebenwirkungsärmer geworden, so dass die Indikation zukünftig noch häufiger gestellt wird. Entschieden wird über eine Therapie grundsätzlich in einer fachübergreifenden Tumorkonferenz, in der über jeden Patienten umfassend durch Experten aller Disziplinen beraten wird. Durch den Neubau wird die ambulante und stationäre Versorgung in der Region noch besser verzahnt.“

Allein die medizinischen Geräte werden rund 3,5 Millionen Euro kosten. Weitere 1,5 Millionen werden für den so genannten Bunker samt Lüftungstechnik und Stromversorgung eingerechnet. Der Bau wird von zwei Architekturbüros ausgeführt, die auf Praxen für Strahlentherapie spezialisiert sind. Uwe Pfeifer, Referent der Geschäftsführung der Radiologischen Allianz: „Aus Gründen des Strahlenschutzes sind die Wände des Behandlungsraums, in dem das Therapiegerät steht, aus Schwerbeton. Gebaut wird in Hanglage, so dass besagter Raum zudem nicht sichtbar sein wird.“

Realisiert werden soll die Maßnahme im Jahr 2019. Dieser geht zunächst eine weitere Baumaßnahme voran – die Erweiterung einer Station mit 18 Betten, für die dasselbe Baufenster am Hang der Hamburger Straße benötigt wird, und die vorher in Teilen abgeschlossen sein muss.

mc

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Jugendgruppe des BUND hat sich wieder an der Aktion „Ernte deine Stadt“ in Bad Oldesloe beteiligt. Dieses Mal ging es um die Verschmutzung der Meere.

25.09.2018

Die Theaterwerkstatt im Kleinen Theater hat drei Weihnachtsmärchen einstudiert. „Gundi, die zauberhafte goldene Gans“, „Alice im Wunderland“ und „Mina und der Weihnachtsstern“ sprechen alle Alter an.

25.09.2018

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg muss sich neu aufstellen. Sogenannte Kirchspiele sollen eingerichtet werden, in denen die 35 Gemeinden zukünftig kooperieren. Bis 2024 soll der Prozess beendet sein.

24.09.2018