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Stormarn Mit Glasfaser in die Zukunft: Trittau setzt auf schnelle Technik
Lokales Stormarn Mit Glasfaser in die Zukunft: Trittau setzt auf schnelle Technik
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10:09 11.01.2017
Glasfaser für Trittau: Wolfgang Babel (VSG), Matthias Schubert (VSG), Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch und Petra Grimm (VSG) mit einem Glasfaserkabel. Dies hat 144 Fasern, 72 Haushalte können damit schnelles Internet bekommen. Quelle: Foto: K. Kuhlmann-Schultz
Trittau

Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit von den Vereinigten Stadtwerken (VSG) auf dem platten Land, ein Glasfasernetz, das bis ins Haus geliefert wird – das soll in Trittau verwirklicht werden. „Für uns ist es die größte und wichtigste Infrastrukturmaßnahme in der Gemeinde“, unterstreicht Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch. Und wirbt dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger für diese zukunftsweisende Technik entscheiden, die ihnen die VSG anbietet. „Wir haben den Schinken vor der Nase und müssen zuschnappen.“

Infoabend für den Norden

Bürger aus dem nördlichen Trittau können sich am Donnerstag, 19. Januar, noch einmal genau über das Angebot des Glasfasernetzausbaus informieren. Von 16 bis 20 Uhr beraten die Mitarbeiter der Vereinigten Stadtwerke Media im Raum 23 im Modulbau der Hahnheide-Schule Interessenten. Mehr Infos gibt es auch unter www.vereinigte-stadtwerke.de/media/breitband-in/22946-trittau-306

Ihm ist sehr bewusst, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, denn „die Menschen hier haben subjektiv das Gefühl, mit den Kupferkabeln, die es gibt, gut versorgt zu sein“. Aber, so der Bürgermeister, das sei zu kurzfristig gedacht, mit Kupferkabeln sei man abgehängt. „Wer eine gute Vernetzung haben möchte, der braucht Glasfaser.“ Die Gemeinde müsse sich zukunftsfähig aufstellen – mit Glasfaser. Matthias Schubert, Leiter der VS Media, erklärt auch gleich warum: „Kupferleitungen sind nicht beliebig nach oben zu bringen mit dem Datenvolumen. 100 Megabits sind schon ziemlich das Ende der Fahnenstange.“ Dabei würden in fünf Jahren vielleicht schon 500 benötigt. Bei Glasfaserkabeln sei das alles kein Problem: „Die übertragen mit Lichtgeschwindigkeit. Privat ein Volumen von einem Gigabit, das sind 1000 Megabit, zu übertragen ist kein Problem.“ Ganz im Gegenteil, sein Kollege Wolfgang Babel, Fachbereichsleiter passives Netz bei der VSG, also der Mann für den Tief- und Kabelbau, versichert: „Mit Glasfaser geht es in den Terrabit-Bereich rein.“ Zwei Glasfaserkabel würden reichen, über die könnte der gesamte Telefonverkehr in Deutschland laufen.

Das will die Gemeinde Trittau gar nicht, sie will sich und ihre Bürger nur fit machen für die nahe Zukunft. „Wir wollen an die Zukunft ran, um Trittau zu gestalten“, so Oliver Mesch. Der Norden Trittaus soll als erstes Gebiet von dem Angebot profitieren, die Mitte und der Süden dann folgen. Ein erstes Technikgebäude, ein so genannter Pop (Point oft Presence), also ein Knotenpunkt innerhalb eines Kommunikationssystems, steht bereits am Kreisel in der Großenseer Straße, Glasfaserkabel sind bereits verlegt. Fehlen nur noch die Hausanschlüsse.

Ende 2016 haben die Vereinigten Stadtwerke deshalb erst einmal im Norden Trittaus begonnen, für das High-Speed-Internet zu werben. Bei den dortigen Gewerbetreibenden stieß die Planung des Gigabit-Netzausbaus sofort auf Gegenliebe. „Wir haben dort eine sehr gute Resonanz und bereits etliche Verträge abgeschlossen“, erklärt die Frau für die Öffentlichkeitsarbeit bei den VSG, Petra Grimm. Jetzt sind die Privatkunden dran, denn „für den Ausbau ist eine Mindesantschlussquote von 45 Prozent erforderlich“. Dabei gilt: Der Anschluss an das Glasfasernetz (mit Glasfaser bis in das Haus) ist für den Kunden kostenfrei, sofern ein Auftrag für mindestens einen der drei Dienste Telefon, Fernsehen oder Internet gebucht wird. Die Standardleistung für das Internet sind 200 Mbit/s, bis zu 1000 können dazugebucht werden. Ist die Quote erreicht, beginnt die Bauplanung, Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Bisher haben sich allerdings weniger als zehn Prozent der Trittauer aus dem Norden für das High-Speed-Internet erwärmen können. Der Bürgermeister und auch die VSG hoffen, dass es mehr werden. Erfahrung bringt der Anbieter, der mit seinem Kundenzentrum in Nusse sitzt, jede Menge mit: „Wir haben bereits 100 Gemeinden im ländlichen Raum angeschlossen“, so Grimm. Auch in Hamfelde, Trittaus Nachbargemeinde. Dort, so weiß Mesch, „hat alles gut geklappt“.

 K. Kuhlmann-Schultz

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