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Stormarn Mit Ju-Jutsu und Regenschirm gegen männliche Angreifer
Lokales Stormarn Mit Ju-Jutsu und Regenschirm gegen männliche Angreifer
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20:41 18.05.2016
Selbstverteidigungskursus für Frauen: Männer in Vollschutzanzügen spielten die vermeintlichen Angreifer. Quelle: hfr
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Grönwohld

Unter dem Titel „Stopp heißt Stopp“ hat die Ju-Jutsu-Sparte des SV Grönwohld an fünf Wochenenden seit Mitte März einen Selbstverteidigungskursus für Frauen und Mädchen angeboten. Teilgenommen haben schließlich neun Frauen im Alter von 21 bis 65 Jahren, die von den beiden Trainern Christina Otte und Jörg Christensen in praktischen und wirkungsvollen Selbstverteidigungstechniken geschult wurden und diese auch realitätsnah erprobten.

„Ich bin durch die Schilderungen in den Medien, besonders durch die Silvesternacht, motiviert worden“, begründete eine Frau ihre Teilnahme. Die wichtigsten Bestandteile des Kurses waren Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Die Teilnehmerinnen waren aber auch von dem rechtlichen Themenkomplex über Notwehr- und Nothilfesituationen angetan. Der Polizeibeamte Jenz Kutschki, gleichzeitig Leiter und Trainer der Ju-Jutsu-Sparte im SV Grönwohld, ging dabei auch auf die Anwendung von Alltagsgegenständen wie Regenschirm oder Schlüssel als Hilfsmittel ein. Was allerdings am meisten beeindruckte waren die realitätsnahen Übungen. Etwa die Situation, sich gegen einen fremden Mann im Vollschutzanzug verteidigen zu müssen. In einem kleinen Parcours durchliefen die Frauen am letzten Tag verschiedene Belästigungs- und Bedrohungssituationen, die von einer simplen aber unangenehmen Anmache bis hin zu handfesten Übergriffen reichten.

Als „Angreifer“ stellten sich Mitglieder der Ju-Jutsu-Sparte zur Verfügung, die sich zuvor ausreichend geschützt und gepolstert hatten, was auch nötig war. Den Frauen bot sich damit die Möglichkeit, die erlernten Techniken anzuwenden. Und diese nutzten sie ausgiebig, wie in einer entspannten Abschlussrunde auch von den „Angreifern“ respektvoll zurück gemeldet wurde. Die Kombination von Frau und Mann als Trainerteam sowie die Unterstützung durch männliche „Angreifer“ bei der praktischen Anwendung wurde von allen Teilnehmerinnen gelobt.

Aufmerksam auf den Kursus waren die Frauen über Ankündigungen in Zeitungen geworden. Gerne würden sie wieder einen solchen Kursus mitmachen oder auch eine Auffrischung bekommen.

Und eine drückte aus, was viele Frauen beschäftigt: „Ich wohne etwas abseits, was manchmal ein ungutes Gefühl macht und war in Hamburg auch schon mal in brenzligen Situationen. Jetzt habe ich einige Techniken gelernt und fühle mich sicherer. Da hat es sich doch gelohnt.“

LN

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