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Mit Pompfen und Hundeschädel: Jugger-Elite in Rethwisch

Rethwisch Mit Pompfen und Hundeschädel: Jugger-Elite in Rethwisch

Sie heißen Kamikaze Eulen, Out of Order, Jugger Devils, Die Rote Hand oder auch Zonenzwerge. Dahinter verbergen sich jedoch keine kriminellen Jugendgangs aus Berlin, sondern ganz im Gegenteil sportliche Kinder und Jugendliche. Allesamt treffen sie am Wochenende in Rethwisch bei den Deutschen Jugger-Meisterschaften aufeinander.

So war es vor zwei Jahren bei der Landesmeisterschaft in Rethwisch. In den roten Trikots das VfL-Team Victims. *

Quelle: Krog

Rethwisch. Jugger? Genau. Das ist eine relativ junge Sportart, die auf den ersten Blick etwas martialisch daherkommt, allerdings nach klaren Regeln funktioniert. In Rethwisch sind die Einwohner schon länger mit Hundeschädel als Spielgerät und den sogenannten Pompfen vertraut, denn der kleine Ort vor den Toren Bad Oldesloes ist eine Jugger-Hochburg.

Training ist montags für den Kinderbereich (ab 8 Jahren) von 16 bis 17.30 Uhr in der Halle der Schule am Masurenweg sowie freitags von 17.30 bis 19 Uhr auf dem Rethwischer Sportplatz. Das Ü-14-Training ist dienstags 20 bis 21.30 Uhr in der Beruflichen Schule sowie freitags ab 19 Uhr in Rethwisch.

Gespielt wird in den Altersklassen Kinder (U14) und Jugendliche (U18). Erwartet werden 24 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet. Für die Mannschaften des gastgebenden VfL Rethwisch geht es auch um die Titelverteidigung in beiden Wettbewerben.

„Die Anfänge des Jugger-Sportes in Rethwisch gehen auf das Jahr 2009 zurück. Damals blieben ein paar Interessierte bei diesem neuen Sport hängen, nachdem sie die vierten Schleswig-Holstein- Meisterschaft beobachten konnten, die auf dem Rethwischer Sportplatz stattfanden“, erinnert sich Pressewart Lev Böttger.

Zunächst wurde im privaten Rahmen trainiert. Durch konstanten Zuwachs begünstigt wurde im Frühjahr 2011 die Jugger-Sparte innerhalb des VfL gegründet. Mittlerweile umfasst die Abteilung mehr als 70 Mitglieder – bei einer Altersspanne von acht bis 40 Jahren. 20 Prozent weibliche und 80 Prozent männliche Sportler spielen in den gemischtgeschlechtlichen Mannschaften.

Mehrmals im Jahr veranstaltet die Sparte besondere Aktionen wie etwa die alljährliche Trainingsfahrt nach Lütjensee. Es werden Turniere in ganz Deutschland besucht, einige Spieler der 1. Herren waren vergangenes Jahr sogar auf einem Turnier in Irland.

Außerdem wird einmal jährlich ein eigenes Turnier organisiert, üblicherweise die Schleswig-Holstein-Meisterschaft für den Erwachsenenbereich.

Sportart Jugger: Rasant und unkonventionell

Bei Jugger handelt es sich um einen schnellen Rasensport, bei dem es – ähnlich wie beim American Football oder Rugby – darum geht, den Spielball zu erobern und die gegnerische Mannschaft vom Ballträger, dem Läufer, fernzuhalten. Dazu finden mit Schaumstoff gepolsterte Sportgeräte, so genannte Pompfen, ihre Anwendung.

Kann der Läufer den Spielball in der gegnerischen Endzone platzieren, erhält sein Team einen Punkt. Danach begeben sich beide Teams in die Ausgangsstellung und der Spielaufbau beginnt erneut.

Die Zeit wird in Form von Trommelschlägen, auch als Steine bezeichnet, gemessen. Pro Halbzeit wird eine vorher festgelegte Anzahl an Steinen gespielt, üblicherweise 100. Wird ein Spieler von einer Pompfe getroffen, muss er für eine von der Pompfenart abhängige Anzahl an Steinen aussetzen.

Die Pompfen werden von den Spieler selbst hergestellt; allerdings ist im Regelwerk genau vorgeschrieben, welche Maße einzuhalten und welche Sicherheitsaspekte zu beachten sind.

Jugger vereint in sich nach Angaben des VfL Rethwisch unter anderem die Elemente Koordination, Schnelligkeit, Ausdauer, Teamplay und vor allem Fairness.

In Rethwisch wird das Training für Spieler ab acht Jahren angeboten. Jugger wird in Rethwisch seit 2009 gespielt. Seit März 2011 ist der Sport als eigenständige Sparte im Verein organisiert. Zurzeit umfasst die Sparte etwa 70 Mitglieder und stellt Teams im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich.

• Infos: www.vfl-rethwisch.de/jugger/

Der Zeitplan

Freitag: ab 17 Uhr Anreise am Sportplatz, ab 18 Uhr Abnahme der Pompfen und erster Check-In, ab 19 Uhr kleiner Imbiss für Frühankommer

Sonnabend: ab 8 Uhr Frühstück am Sportplatz, ab 9 Uhr Check-In und Mannschaftsanmeldung, ab 9.30 Pompfencheck und Ansprache, ab 10 Uhr allgemeine Rundenspiele, abends Essen und gemeinsame Abendgestaltung

Sonntag: ab 8 Uhr Frühstück, ab 9 Uhr kurze Andacht und Ansprache, ab 10 Uhr Rundenspiele und später Endspiele, Finale ca. gegen 14/15 Uhr

Rethwischer Aktive erklären die Faszination Jugger

Charlize Laetitia Pinder

Schnelle Läuferin: Charlize Pinder aus dem Team „Bird of Prey“.

Schnelle Läuferin: Charlize Pinder aus dem Team „Bird of Prey“.

Quelle:

Hey ich heiße Charlize Laetitia Pinder, bin elf Jahre alt und gehe in die fünfte Klasse. Seit einem halben Jahr spiele ich Jugger, und es macht mir extrem viel Spaß.

Als der Verein Jugger Rethwisch sich in unserem Schulsportunterricht vorstellte, war ich sofort begeistert. Besonders cool finde ich den körperlichen Einsatz, die Schnelligkeit und den Teamgeist. Am Anfang war es schwer herauszufinden, was ich am besten kann. Bald bin ich aber in die Rolle des Läufers geschlüpft.

Läufer ist derjenige, der den Hundeschädel in den Korb wirft und der keine Waffe hat.

Ich bin das einzige Mädchen in der Mannschaft. Das macht aber nichts. Ich benehme mich nicht wie ein Junge und will auch keiner sein. Ich mag es einfach zu kämpfen und seine ganze Energie aus sich herauszuholen.

 

Marcel Weger

Marcel Weger von den Kamikaze Eulen.

Marcel Weger von den Kamikaze Eulen.

Quelle:

Moin, mein Name ist Marcel Weger, ich bin 21 Jahre alt und spiele seit 2010 Jugger beim VfL. Unser Team sind die Kamikaze Eulen. Am Anfang war es bloß eine kleine Gruppe, die diesen Sport gespielt hat. Jugger hat mich ab dem ersten Moment gepackt, nach ersten unbeholfenen Tests mit den unterschiedlichsten Pompfengattungen entdeckte ich die Position des Läufers für mich. Als zweite Position gewann ich die Kombination aus Kurzpompfe und Schild lieb.

Am Jugger gefällt mir gut, dass jeder Spieler, ob er groß oder klein ist, eine Stärke hat. Unterschiedliche Pompfen machen unterschiedlichste Charaktere stark, doch das Beste und zugleich wichtiger als jede Einzelleistung ist die Mannschaft. Ob Niederlage oder Sieg, wer Jugger spielt, gewinnt viel mehr als einen Pokal.

Jan Schliep

Trainer Jan Schliep ist einer der Oldies in der VfL-Sparte.

Trainer Jan Schliep ist einer der Oldies in der VfL-Sparte.

Quelle:

Mein Name ist Jan Schliep, ich bin ein 78er Baujahr und betreibe diesen interessanten und außergewöhnlichen Sport seit gut 15 Jahren. Angefangen hat alles mit einer kleinen Gruppe Enthusiasten, die diesen rasanten Sport nach Bad Oldesloe gebracht hat. Seitdem hat sich viel getan. Dazu gehören der Gewinn vieler Meisterschaften.

Mich persönlich reizt an diesem Sport der integrative Gedanke. Auch Sportlerinnen und Sportler, die man oft nicht zwingend auf dem Sportplatz erwarten würde, finden sich im Jugger wieder.

Teamplay, Fairness und Selbstdisziplin sind Aspekte, die diesen besonderen Sport ausmachen. Hinzu kommt in Rethwisch eine außergewöhnliche Gruppendynamik, die Jugger-Spieler aller Altersklassen verbindet und ein Zusammengehörigkeitsgefühl fordert und fördert.

Klaas Honsack

Von Anfang an dabei: Klaas Honsack (17).

Von Anfang an dabei: Klaas Honsack (17).

Quelle:

Ich heiße Klaas Honsack, bin 17 Jahre alt und spiele nun seit sieben Jahren Jugger. Zu dem Sport kam ich, als 2009 in Rethwisch ein Juggerturnier stattgefunden hat. Ich war von Anfang an begeistert und kam mit meinen Freunden auf die Idee, ein Team zu gründen.

Der Sport sieht von außen oft sehr eigenartig und auch ruppig aus, außerdem wird oft gesagt, dass der Sport etwas für unsportliche Menschen sei, die von dem „normalen“ Sportarten nicht begeistert sind. Natürlich stimmt dies zum Teil, jedoch ist mein Team ein gutes Beispiel dafür, dass dies nicht immer der Fall ist und besonders bei den besseren Teams der Ehrgeiz und der sportliche Aspekt klar in Vordergrund steht. Ich zum Beispiel spiele seit mittlerweile 14 Jahren nebenbei Fußball. Zwei andere spielen Handball. Dazu ist der Sport sehr taktisch. Gerade auf sehr hohem Niveau geht es viel um Laufwege und Stellungsspiel.

mc

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