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Mit Sport gegen den hohen Krankenstand

Reinfeld Mit Sport gegen den hohen Krankenstand

Unternehmen und Verwaltungen in Sorge um Gesundheit ihrer Mitarbeiter — Camfil setzt auf Morgengymnastik.

Reinfeld. Camfil-Geschäftsführer Norbert Gregor hatte selber zum hohen Krankenstand im vergangenen Jahr beigetragen. Lungenentzündung. Die Mitarbeiter, berichtet Betriebsrat Andreas Haese, seien während der Grippewelle reihenweise ausgefallen. Dieser Ausnahmezustand an der Reinfelder Feldstraße führte zur aktuellen Gesundheitswoche bei dem schwedischen Luftfilterhersteller.

 

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Sprinter Aziz Boukkaia trainiert die Camfil-Mitarbeiter jeden Morgen mit Dehnungs- und Streckübungen. „Die Leute sind unheimlich motiviert. Die finden das richtig gut“, sagt er.

Quelle:
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Die Treppe im Foyer von Camfil: Die ganze Woche steht im Zeichen der Gesundheit.

Quelle: Fotos: Silz/ukk
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Reinfelds Camfil-Chef Norbert Gregor ist dabei: „Sie glauben nicht, wie gut der Sport tut.“

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Sprinter Aziz Boukkaia trainiert die Camfil-Mitarbeiter jeden Morgen mit Dehnungs- und Streckübungen. „Die Leute sind unheimlich motiviert. Die finden das richtig gut“, sagt er.

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Reinfelds Camfil-Chef Norbert Gregor ist dabei: „Sie glauben nicht, wie gut der Sport tut.“

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Die Treppe im Foyer von Camfil: Die ganze Woche steht im Zeichen der Gesundheit.

Quelle: Fotos: Silz/ukk

Jeden Morgen in dieser Woche drängen die Mitarbeiter gruppenweise in die Halle hinter dem gläsernen Rolltor, wo ein computergroßer Luftreiniger für gutes Klima sorgt, wo das frühere marokkanische Sprint-As Aziz Boukkaia — Bestzeit auf 100 Meter: 10,32 Sekunden — auf sie wartet und mit Morgengymnastik fit macht für den Tag. „Sie glauben nicht“, sagt Geschäftsführer Gregor, „wie gut man sich nach dem Sport am Morgen fühlt.“ Auch er lässt sich von Fitness-Trainer Boukkaia unterweisen, betreibt Inline-Skating in seiner Freizeit, fährt Mountainbike und nutzt „Fahrstühle seit zwölf Jahren nur abwärts“.

Entspannungsübungen in der Mittagspause, Vorträge über gesunde Ernährung und Lebensweise, eine erlesene Auswahl gesunder Speisen in der Kantine, die Möglichkeit zum medizinischen Check ergänzen das Angebot für die Camfil-Mitarbeiter in dieser Woche. Ein Betrieb, der sich gerade von Grund auf modernsiert. Vor wenigen Tagen ist er mit der Isonorm 50001 zertifiziert worden — für vorbildliche Energiesparmaßnahmen. „Wir haben sogar Bewegungsmelder am Arbeitsplatz“, sagt Manager Gregor. Dadurch würden die LED-Leuchten am Arbeitsplatz automatisch gedimmt, wenn dort niemand sitze. Einen Schlips trägt er nicht. „Die haben wir abgeschafft“, wie alte Zöpfe.

„Wir müssen etwas tun gegen den hohen Kurzzeit-Krankenstand“, lautet Gregors Antwort auf die schlechten Zahlen vom vergangenen Jahr. Ein Problem , das nach den jüngsten Zahlen der Deutschen Angestellten Krankenkasse andere Branchen teilen. Vorneweg die Branchen Nahrung und Genussmittel und öffentliche Verwaltungen. Die Stadt Reinfeld hatte im vergangenen Jahr eine Kennzahl von sogar über sechs, in erster Linie bedingt durch einen Langzeitkranken. „Bei einer geringen Mitarbeiterzahl schlägt dann jeder weitere Kranke richtig durch“, sagt Bürgermeister Heiko Gerstmann. Immerhin habe die Verwaltung mit dem Studio „Perfect Fitness“ im Gewerbegebiet ein Abkommen getroffen, „damit unsere Mitarbeiter dort zu Sonderkondionen trainieren dürfen“. Ähnlich erklärte Larissa Bebensee von der Personalabteilung des Kreises Stormarn unlängst: „Wir pendeln uns ein bei einer Krankenstandsquote zwischen fünf und sechs Prozent.“ Jeder der 672 Verwaltungsmitarbeiter sei im vergangenen Jahr 15 Tage lang krank gewesen.

Ein Lichtblick ist da die Laufsparte der Kreisverwaltung. Und die Vertreter der Bauaufsicht darin sind alles andere als zimperlich. So ist Roland Strelow nach einem Sturz beim Hamburger Staffelmarathon zehn Kilometer mit einem lädierten Knie und einer zerbrochenen Brille weitergelaufen, der Mannschaft wegen. Die Laufsparte ist eine von neun Betriebssportsparten der Kreisverwaltung und gilt als ein Baustein im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Gesundheit hängt

von Motivation ab

Genau wie beim Ahrensburger Schreibgerätehersteller Edding. Die Geschäftsleitung setzt auf Betriebssport. „Wir sind ein mitarbeiterfreundliches Unternehmen“, sagt Vertriebsvorstand Thorsten Streppelhoff. Es gibt Sport- und Yoga-Angebote und Rabatt für das nahe gelegene Fitnessstudio. Einmal pro Woche macht die Firma ein günstiges Rücken-Massageangebot, die Stühle der Mitarbeiter werden ergonomisch individuell eingestellt. Nach längerer Krankheit gibt es eine spezielles Wiedereingliederungsmethode.

Die Gesundheit der Belegschaft, weiß Geschäftsführer Michael Mönnich von der Reinfelder Firma Arbeitsmedizin Nord, hängt wesentlich von der Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter ab.“ Die Krankenheitsrate bei Goldschmieden etwa sei trotz der hohen Beanspruchung äußerst niedrig. „Die erfreuen sich an ihrem Produkt.“ Ähnlich bei Informationstechnikern. „Die sind happy, wenn sie für knifflige Probleme eine Lösung gefunden haben.“ Aber wenn die Menschen nur ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe seien, wenn sie ihre Arbeit nicht als erfüllend betrachteten, dann seien sie oft frustriert. „Dann gibt es Burnout-Syndrome. Dann bleiben sie auch schon mal wegen eines Schnupfens zu Hause.“

Branchen nach Krankheit

Die DAK hat den Krankenstand für die verschiedensten Branchen auf Stormarn im Jahr 2015 heruntergerechnet. Danach sind sie meisten Kranken in den Verwaltungen und in der Branche Nahrung/Genuss zu finden. Es folgen in dieser Reihenfolge absteigend Banken und Versicherungen, Verkehr/Lagerung/Kurier, das Gesundheitswesen, Holz/Papier/Druck; danach kommen das Baugewerbe, die chemische Industrie, der Handel, etwas weniger krank ist man im Bereich Bildung/Kultur/Medien. Erstaunlich gesund und zufrieden in ihrem Job sind die Stormarner in der Land-, Forst und Abfallwirtschaft. Ihr Wohlbefinden wird nur noch übertroffen vom Bereich Informationstechnologie.

Von Uwe Krog

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