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Stormarn Mit dem Schienenbus durch Stormarn
Lokales Stormarn Mit dem Schienenbus durch Stormarn
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12:49 19.10.2016
1973 hält der Schienenbus auf der Strecke Bad Oldesloe–Henstedt-Ulzburg in Blumendorf. Quelle: Fotos: Kreisarchiv/schwerdtfeger/hfr
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Bad Oldesloe

 Er hat sogar einen Film zur Eisenbahngeschichte hinterlassen.

Das ist was für eingefleischte Eisenbahnfans – aber nicht nur: Das Stormarner Kreisarchiv digitalisiert ein Stück Eisenbahngeschichte und macht damit den Weg frei, ...

Bilder im Findbuch

Interessierte können die Bilder von Klaus-Dieter Schwerdtfeger online über das Findbuch des Kreisarchivs (www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net) ansehen. Zu finden sind die Fotos unter dem Stichwort Nachlässe. Dort stehen bereits auch die Nachlässe von Hans Mallek und Raimund Marfels. Weitere sollen folgen, denn sie bilden einen wichtigen Quellenwert für die Geschichte des Kreises.

16 000 Fotos, viele zeigen Eisenbahn-Motive, hat der Heimatforscher Schwerdtfeger hinterlassen. Darunter Lokomotiven, Gleise, Bahnhöfe und vieles mehr. „Die Bilder Schwerdtfegers dokumentieren vor allem die Eisenbahngeschichte Stormarns sowie des Herzogtums Lauenburg und des südlichen Holsteins“, erklärt Archiv-Mitarbeiterin Sarah Walter. Die umfangreiche Dia-Sammlung Schwerdtfegers, die in den Jahren von 1965 bis 1989 entstand, bietet interessante Einblicke in das sich verändernde Landschaftsbild.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen tiefen Einschnitt in die Geschichte der Eisenbahn in Stormarn. Denn in der Zeit wurden viele Nebenstrecken, die Querverbindungen schufen, stillgelegt. Beispielsweise fuhr die Südstormarnsche Kreisbahn im Jahr 1952 das letzte Mal. Seit 1907 verband sie die Orte Trittau, Siek, Glinde und Hamburg-Tiefstack. Auch die Industriegleise oder alten Personenstrecken zwischen Bad Oldesloe und Schwarzenbek sowie Sülfeld existieren lange nicht mehr. Die Strecken haben noch Auswirkungen auf die Gegenwart: Drei alte Bahntrassen in Stormarn werden heute zum Spazieren, Radfahren und Genießen der Natur genutzt. Sie verbinden damit immer noch Orte quer durch den Kreis, nämlich Bad Oldesloe über Grabau mit Elmshorn, Oldesloe und Trittau sowie Trittau wiederum mit Glinde. Die alten Bahnhofsgebäude, die Schwerdtfeger noch während ihrer Nutzung ablichtete, werden heute zum Wohnen oder als Restaurants genutzt. Somit tragen die alten Verkehrswege weiterhin zum touristischen Bild des Kreises Stormarn bei.

Schwerdtfeger hat privates und berufliches Bahninteresse verknüpfen können. Als Betriebsinspektor hat er in Hamburg die Züge der S1, S11, S21, S 3 und S 31 koordiniert. Privat zog es ihn immer wieder an die Bahngleise. So dokumentierte er unter anderem die Einstellung der Strecke zwischen Bad Oldesloe über Trittau nach Schwarzenbek. 1976 war das, und sie kam bei Schwerdtfeger nicht gut an. Die roten Schienenbusse der Baureihe gehörten zu seiner Jugend. Er selbst ließ sich bei der Bahn ausbilden, verbrachte einen Teil seiner Ausbildung auch in Trittau. Von seinem ersten Lehrlingsgeld kaufte er sich eine Kamera – für das Kreisarchiv heute ein Glück.

Praktikant Arvid Hagge hat bereits im Sommer begonnen, den Nachlass von Schwerdtfeger für das Kreisarchiv zu ordnen. Bilder davon finden Interessierte jetzt im Netz. Weitere Nachlässe sollen ebenfalls digitalisiert werden. Sie bieten einen wichtigen Quellenwert für die Geschichte des Kreises. Das Land hat die Digitalisierung mit 3000 Euro unterstützt, um sie für alle Interessierten im Internet einsehbar zu machen.

 K. Kuhlmann-Schultz

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