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Stormarn Mit der Kamera die Aliens aufgespürt
Lokales Stormarn Mit der Kamera die Aliens aufgespürt
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18:10 03.08.2015
Auch am Herrenteich wurde jetzt eine Szene gedreht: Die neugierigen Mädchen (v. l.) Jenny, Merle, Lara und Malena folgen den Spuren der Aliens im Wald. An der Kamera hat Lars (12) alles fest im Blick. Quelle: Fotos: Oda Rose-Oertel(3)
Reinfeld

Unbekannte Flugobjekte (Ufos) in Reinfeld? Klar, am Wochenende gelandet, das Raumschiff verglüht, und jetzt leben die blaugesichtigen Aliens in Menschengestalt mitten unter uns — so jedenfalls ist das Szenario eines Science-Fiction-Films, den Kinder im Rahmen der Ferienpass-Aktion „Area 51 ½“ von Trave-Film zum Leben erweckt haben.

In einem zweiten Film ist alles nur Schein, zwei Banditen haben die Ufo-Landung vorgetäuscht, um die Reinfelder in die Flucht zu schlagen und in Ruhe die Stadt ausrauben zu können. 14 Kinder und Jugendliche von neun bis 13 Jahren haben zwei Science-Fiction-Kurzfilme gedreht. An ihrem Treffpunkt in der Alten Schule entwickelten sie in zwei Gruppen jeweils ein Drehbuch, machten sich mit Filmkamera auf zum Herrenteich und zum Hünengrab und schnitten am dritten Tag an Laptops alles sinnvoll zusammen. Udo Reichle-Röber und Sohn Tim Reichle (15) von der Projektgruppe Trave-Film stellten die Ausrüstung und leiteten die Gruppen an.

„Ich habe mal einen Theaterkursus besucht und schauspielere gerne“, begründete Merle (12) ihr Interesse. „Bei einem Film mache ich zum ersten Mal mit.“ Sie spielte eines von vier Mädchen, die den beiden Aliens auf die Spur kommen und ihnen helfen, auf der Erde zu überleben. Lars (12) wollte von Anfang an hinter der Kamera stehen: „Ich fotografiere gern, das ist mein Hobby. Mit der Filmkamera klappt es gut.“ Das bestätigte auch Udo Reichle-Röber: „Lars hat großes Talent.“ Auch der 12-jährige Mohamed, der erst seit sechs Monaten mit seiner syrischen Familie in Reinfeld lebt, machte sich hervorragend an der Kamera. Sozialtherapeut Reichle-Röber war begeistert von seinem „tollen Team“.

Als Regisseure fungierten bei den Dreharbeiten Marvin (12) und Bent (10). Ihr Job sei „manchmal anstrengend“, berichteten sie. „Man muss immer für Ruhe sorgen und den anderen sagen, was sie machen sollen“, so Bent. Aber wenn er die Filmklappe schlagen durfte, leuchteten seine Augen. Die Klappe hatte Marvin zwar vergessen, aber auch so bekam er seine Ansagen ziemlich professionell hin: „Ruhe am Set! Kamera?“ „Läuft!“ „Ton?“ „Läuft!“ „Szene zwei, die erste!" Dann ein Händeklatschen — „Und Action!“ Udo Reichle-Röber hielt sich dabei im Hintergrund, sprang nur ein, wenn seine Hilfe nötig war und gab Tipps. „Ihr müsst lauter sprechen“, wies er etwa die beiden blau geschminkten „Aliens“ Manuel (11) und Anika (12) an. Mit hartnäckigen Texthängern ging die Gruppe kreativ um: „Dann tauscht doch einfach euren Text“, schlug Reichle-Röber vor.

„Science-Fiction hatten wir beim Ferienpass noch nicht“, erklärte der 51-jährige Amateurfilmer. „Nach unseren Ferienpass-Filmen ,Das Mädchen aus dem Mittelalter', ,Der Trave-Western' und ,Die Patenkinder' wollte ich dieses Genre auch gerne umsetzen“ ,so Reichle-Röber. „Mein Sohn Tim hat gleich ,Ja' gesagt.“ Der Titel „Area 51 1/2“ sei eine Anspielung auf das berühmte militärische Sperrgebiet „Area 51“ in den USA, auf dem Verschwörungstheoretiker noch immer geheime Beweise für die Landung eines Ufos aus dem Jahr 1947 vermuten. „Mir schwebt eine Mischung aus ,Starwars' und ,Raumschiff Enterprise' vor“, meinte der Trave-Film-Chef.

Schon die Rohfassungen der beiden Werke rissen Reichle-Röber zu Lobeshymnen hin: „Die beiden Filmteams haben schlüssige und spannende Geschichten erdacht, sie filmisch hervorragend umgesetzt und im Schnitt einen guten Spannungsbogen aufgebaut“, wandte er sich abschließend an die jungen Reinfelder Filmemacher.

Filme im Internet
Nach letzten technischen Nachbearbeitungen — Filmemacher Udo Reichle-Röber montiert zum Beispiel noch das Ufo in das Filmmaterial hinein und verfremdet die Stimmen der Aliens— können die Filme anschließend im Internet abgerufen werden.



Dazu gibt es einen Blog mit weiteren Hintergrundinformationen.

Blogseite Travefilm:

https://travefilm.wordpress.com/

Videoportal von Travefilm:

https://vimeo.com/travefilm
Homepage von Travefilm: http://www.trave-film.de/

Oda Rose-Oertel

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