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Stormarn Mit der Polizei unterwegs in Sachen Verkehrssicherheit
Lokales Stormarn Mit der Polizei unterwegs in Sachen Verkehrssicherheit
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20:10 30.08.2017
Kiel/Segeberg/Ratzeburg

Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat in der vergangenen Woche einen Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit auf die Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten und Aggressionsdelikte wie Drängeln im Straßenverkehr gesetzt. Die Bilanz ist erschreckend: Lag die Zahl der festgestellten Verstöße im April bei 17920, so kamen nun noch einmal 3410 hinzu.

Die LN waren in der Tispol-Woche mit einem Videofahrzeug des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Bad Oldesloe an einem Vormittag unterwegs. Bei Tispol (Traffic Information System Police) handelt es sich um ein Verkehrspolizei-Netzwerk, das die Zahl der Unfallopfer senken will.

Polizeihauptmeister Thorsten Pichler und Polizeiobermeisterin Birte Lange sind ein eingespieltes Team. Nach einem Fahrzeugcheck geht es zunächst auf die A 1. Es herrscht hier viel Verkehr. Die Anzeige auf dem Videobildschirm des Messfahrzeugs zeigt Geschwindigkeiten, die deutlich unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit liegen.

Pichler führt das nicht zuletzt auf die Baustelle bei Stapelfeld zurück. „Gerade in dem Bereich, wo die Geschwindigkeit heruntergesetzt ist, gibt es eigentlich keine Möglichkeit zu rasen“, sagt der Beamte. Die Strecke dafür sei viel zu kurz. Auch in der Gegenrichtung von Stapelfeld in Richtung Lübeck ist der Vekehr relativ dicht und alle Autofahrer sind mit normalen Geschwindigkeiten unterwegs.

Es geht auf die A 21 in Richtung Bad Segeberg. Dort werden die Beamten auf einen Mercedes mit Hamburger Kennzeichen aufmerksam. Der Fahrer gibt mächtig Gas, Pichler schaltet die Aufnahmefunktion der Messanlage ein und folgt dem Wagen. In Bad Segeberg fährt der Mann ab, Pichler setzt sich dicht hinter die Limousine und gibt Stoppzeichen. Wenige Meter später stehen beide Autos auf einem Sandplatz neben der Straße. Für den Hamburger ist es wohl kein guter Tag. Man habe in sein Geschäft in Bad Segeberg eingebrochen, habe ihm die Polizei mitgeteilt. Nun sei er auf dem Weg dorthin und habe schon den zweiten Kontakt mit der Polizei. Das Angebot, sich das Video anzusehen, lehnt der 46-Jährige ab, fragt nach der zu erwartenden Strafe. Die dürfte bei etwa 120 Euro, einem Punkt und 28,50 Euro Verwaltungsgebühr liegen. Pichler wirft ihm vor, zwischen 31 und 40 km/h zu schnell gewesen zu sein. Genau werde das erst die Auswertung am Computer ergeben. Ein solches Geschenk hätte sich der Mann nicht gewünscht, denn er hat an diesem Tag auch Geburtstag.

Wenig später trifft die Besatzung des Provida-Fahrzeugs am Übergang der A 21 zur B 404 im Kreuz Bargteheide auf einen Skoda, der ziemlich dicht auf einen Sprinter auffährt. Kaum ist die Videoaufnahme gestartet, zieht der Skoda trotz Überholverbots am Sprinter vorbei. Lange schaltet das Blaulicht ein und es gelingt ihrem Kollegen, den Skoda einzuholen und Haltezeichen zu geben. Am Steuer sitzt eine 52-jährige Tangstedterin. 70 Euro plus Verwaltungsgebühr und ein Punkt im Verkehrszentralregister kommen nun auf die Frau zu. Ihren Fehler hat sie eingesehen.

Mehr ist an diesem Vormittag in der Schicht von Thorsten Pichler und Birte Lange nicht passiert. „Es gibt mal Tage, an denen nichts los ist, und dann gibt es Tage, da kommen wir kaum dazu, eine kurze Pause zu machen“, sagt Pichler. In der Regel ist der Videowagen in zwei Schichten unterwegs. Da ist es dann auch kein Wunder, dass der zivile BMW schon mehr als 450000 Kilometer auf dem Tacho hat.

jeb

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