Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Mobile Blitzanhänger: Stormarn sagt Rasern den Kampf an
Lokales Stormarn Mobile Blitzanhänger: Stormarn sagt Rasern den Kampf an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:03 07.11.2017
Die mobilen Blitzanhänger sind unter anderem bereits in Wismar und Lübeck im Einsatz. Quelle: Holger Kröger
Anzeige
Bad Oldesloe

Solche Geräte haben auch bereits andere Kreise und Kommunen wie zum Beispiel Lübeck getestet. Die Anhänger sollen zunächst jeweils drei Monate im Einsatz sein. Kostenpunkt: 60 000 Euro. Bislang hat der Kreis eine mobile Messanlage im Einsatz, die von Verwaltung und Polizei betrieben wird.

Foto: Holger Kröger
Zur Galerie
Wer sich trotz Alkoholkonsums hinters Steuer setzt und in eine Kontrolle gerät, muss 500 Euro Bußgeld zahlen, seinen Führerschein für einen Monat abgeben und bekommt zwei Punkte in Flensburg. Die Strafen gelten für eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 – 1,09 Promille.
Zur Galerie
Das Radarfoto, herausgegeben vom Landkreis Emsland, zeigt wie ein Schimmel durch die Radarkontrolle galoppiert - eindeuttig zu schnell.

„Wir haben steigende Unfall- und Opferzahlen auf Stormarns Straßen“, erklärt Andreas Rehberg, Fachbereichsleiter Sicherheit und Gefahrenabwehr in der Kreisverwaltung, und verweist auf die entsprechende Polizeistatistik. Demnach nahm die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg um fast fünf Prozent, außerhalb geschlossener Ortschaften sogar um fast elf Prozent zu.

„Mit einer weiteren Messanlage können wir ohne personellen Mehraufwand an zwei Stellen gleichzeitig die Geschwindigkeit kontrollieren und so für zusätzliche Verkehrssicherheit sorgen“, sagt Rehberg weiter. Auch das Polizeibezirksrevier Bad Oldesloe würde so eine Maßnahme begrüßen. Nach Berechnungen von Rehberg und Erfahrungen aus anderen Kreisen würde sich der finanzielle Aufwand durch die Einnahmen aus den Bußgeldern wieder ausgleichen.

Zusätzliches Problem ist laut Rehberg, dass die bestehende mobile Messanlage bald nicht mehr einsatzbereit sein könnte. „Die Bildqualität lässt nach, so dass die Fotos möglicherweise bald nicht mehr beweisfähig sind.“ Und da es keine entsprechenden Ersatzteile mehr gebe, schlägt die Kreisverwaltung – zusätzlich zu den Blitzanhängern – die Anschaffung einer ganz neuen mobilen Messanlage vor. „Nur so können wir handlungsfähig bleiben“, sagt Rehberg.

So weit wollten die Kreispolitiker jedoch noch nicht gehen. Auf Vorschlag der CDU wurde die Neuanschaffung – Kosten etwa 160 000 Euro – mit einem Sperrvermerk für den Haushalt 2018 versehen. „Wir wollen die Testphase mit den Blitzanhängern abwarten und danach entscheiden, wie es weitergeht“, sagte Winfried Gerke. Nach Ansicht der CDU besteht derzeit kein Bedarf, die Kontrollaktivitäten stark auszuweiten. Eine neue mobile Anlage plus eine eventuelle Anschaffung eines Blitzanhängers sind mit den Christdemokraten momentan nicht zu machen.

Die SPD sieht das anders, trägt den Sperrvermerk jedoch mit. „Zu hohe Geschwindigkeit und steigende Unfallzahlen sind ein bundesweites Phänomen“, sagte Jürgen Weingärtner. Daher begrüße er eine stärkere Überwachung, stellt aber auch klar: „Wir wollen die Bürger nicht abzocken oder unseren Haushalt sanieren.“

Auch die Grünen sehen einen Bedarf für eine stärkere Überwachung. „Das zeigen ja allein schon die Zahlen aus der Statistik“, so Joachim Germer. Auch Fachdienstleiter Ingo Lange von der Verwaltung betonte, dass der Kreis etwas für die Verkehrssicherheit tun müsse. Eine mobile Anlage sei flexibler einsetzbar, da ein Anhänger oft mehrere Tage an einem Ort stehe. Aufgrund der Lasertechnik benötige man für die Blitzanhänger zudem eine gerade Strecke. Für innerstädtische Bereiche wiederum seien diese sehr geeignet. Lange: „Viele Autofahrer in Stormarn erkennen mittlerweile unseren Wagen und treten vor der mobilen Messanlage auf die Bremse.“ 

187 Fahrverbote

Die mobile Messanlage des Kreises wird zusammen von der Verwaltung und der Polizei betreut. Sie wird derzeit an 220 Messstellen im gesamten Kreisgebiet eingesetzt, im vergangenen Jahr wurden 252 Einsätze registriert. Somit wurde jede Stelle statistisch 1,15-mal pro Jahr angefahren.

436 854 Fahrzeuge wurden in 2016 gemessen. Davon überschritten 47576 Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Neben 44191 Verwarnungen erfolgten auch 3385 Anzeigen, 187 Fahrverbote wurden verhängt.

 mc

 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum letzten Mal hatte die Interessengemeinschaft Handel am Sonntag mit einem ansprechenden Landmarkt zu einem verkaufsoffenen Sonntag mit Aktionen für kleine und große Kunden geladen. Die Besuchermassen blieben jedoch aus – wie es weitergeht, steht in den Sternen.

06.11.2017

Internationale Orgelvirtuosen aus Barcelona, Paris und dem dänischen Næstved suchen im November den Weg nach Stormarn, um im Rahmen der 3.

06.11.2017

Krippen-Mitarbeiterinnen können die „Bewegte Mittagspause“ nutzen.

06.11.2017
Anzeige