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Stormarn Mordsspaß im Maislabyrinth
Lokales Stormarn Mordsspaß im Maislabyrinth
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21:42 02.06.2016
Spurensicherung im Maisfeld: Ab Ende Juli ist das auch in Klein Hansdorf bei Jersbek möglich. Dann eröffnet der Irrgarten. Quelle: K. Eggert/hfr
Jersbek

Wer hat das Emoticon gekillt? Eine Gruppe der gelben Mondgesichter hat den PC verlassen und war im Maisfeld-Labyrinth in Klein Hansdorf unterwegs, aber einer ist nicht wieder raus gekommen. Nur die Kuh war Zeuge, und so gilt es für Besucher des Tatorts, den Mörder zu finden. Karsten Eggert, der seit fast 20 Jahren jedes Jahr im Sommer besondere Ideen auf dem Acker keimen lässt, hat sich in dieser Saison für das Thema „Krimi-Labyrinth“ entschieden. Auf sieben Hektar Fläche sprießen derzeit die Maispflanzen auf dem künftigen Tatort, den Eggert mit sechs Kilometern Irrwege durchzieht. Ab 23. Juli tappen die Besucher als Ermittler durch das Labyrinth und suchen nicht nur den Ausgang, sondern auch den Mörder.

In Klein Hansdorf wächst der Irrgarten von Karsten Eggert heran – Besucher ermitteln in einem Kriminalfall.

Der hat natürlich Spuren hinterlassen, die es zu finden und zu deuten gilt. „Ich habe mich vorher mit einem Kriminalbeamten getroffen, der mir erklärt hat, wie ermittelt wird“, berichtet Eggert. „Am Anfang steht das Opferprofil.“ Da ist das Emoticon, das es erwischt hat, dazu gibt es die Gruppe der üblichen Verdächtigen. „Bei der Ermittlung gelten die sieben W-Fragen“, hat Eggert erfahren. Wer, wie, was, wann, wo, warum, womit und wie war noch mal die Frage? Die Maislabyrinth-Besucher müssen in diesem Jahr mitdenken, Indizien finden, Motive enträtseln und am Ende in der „Polizeistation“ am Ziel ihren Täter präsentieren. „Das Ganze ist auch noch mit einer Moral versehen“, kündigt Eggert an. Vorher hat er sich juristisch informiert, welche Strafe dem Täter blüht. Hinweise im Mais geben Rätsel auf und führen die Ermittler Stück für Stück zur Lösung. Die soll es, so Eggert, auch noch in kindgerechter Version geben, damit alle Altersgruppen ihren Spaß haben.

Wer gar nicht denken will, kann alle Leichen links liegen lassen und schnurstracks zur Entspannungsfläche mit Beach-Bar eilen. Hier wird nur die Zeit totgeschlagen, und das auf spielerische Weise.

Neben Hängematten und grünen Sitzecken warten alle möglichen Spiele wie Tischtennis, Schach, Mühle und ein Riesen-Jenga auf die Gäste. Täglich brennt das Lagerfeuer, an der Bar gibt es Getränke, Grillwurst und geröstete Maiskolben, und über der Szenerie hängt eine Atmosphäre entspannter Schläfrigkeit, die auch die wachsamsten Ermittler einlullt. Dazu lockt eine Veranstaltungsbühne, auf der sich wechselnde Künstler präsentieren. Musikveranstaltungen, Vorführungen und Performance – Karsten Eggert hat extra ein Schallgutachten erstellen lassen, um die Nachbarn nicht zu stören, die am Horizont zu ahnen sind.

Aufhorchen können sie, wenn am 27. August die Rock-Nacht im Mais über die Bühne geht. Weghören sollten sie dagegen, wenn die Gruselprofis vom Scream-Team im Mais unterwegs sind und so manchen Schrei herauskitzeln. Freitags und sonnabends wird es geheimnisvoll: Nachts bei völliger Dunkelheit können sich die Besucher ins Labyrinth wagen. Sonntags haben sie die Chance, dass sie dem „Maismörder“

begegnen, der sein Unwesen im Labyrinth treibt. Unverhofft kreuzt er die Irrwege und sorgt für schaurig schöne Momente.

Lange vor der Eröffnung beginnen die Arbeiten auf dem Gelände: Rund 3000 Holzpflöcke werden gesetzt und 15 Kilometer Band abgespannt. Auf der Fläche lassen ungefähr 600 000 Maisstauden, sechs Kilometer Wege und die Plätze das individuelle Bild des Labyrinths, das Karsten Eggert sich jedes Jahr neu ausdenkt, entstehen. Dazu kommt der Aufbau von Bühne, Strandbar und Bistro sowie Aussichtsturm. „Im Labyrinth werden wir zu fünft arbeiten“, so Eggert, der diesmal Unterstützung von Jungbauer Henric Meuthien bekommt. Der stellt nicht nur den Trecker, sondern wird auch Kartoffeln anbieten, die er vom Acker nebenan erntet und im Direktverkauf vermarkte.

Mit der Idee bei der Expo

Karsten Eggert hat 1998 sein erstes Maislabyrinth in Stormarn gepflanzt, im Jahr 2000 war er mit der Idee bei der Expo dabei. Alle paar Jahre muss der Ahrensburger sich ein anderes Feld suchen, denn die Fruchtfolge bestimmt, wo Mais angepflanzt wird. Der wird am Ende der Saison ganz normal geerntet und verwertet.

Das Labyrinth ist vom 23. Juli bis zum 2.Oktober in Klein Hansdorf geöffnet. Montag ist Ruhetag. Einlass während der Ferien: dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 10 bis 22 Uhr und freitags und sonnabends von 10 bis 24 Uhr, außerhalb der Ferien: dienstags bis freitags 14 bis 22 Uhr und Wochenende 10 bis 24 Uhr. Erwachsene zahlen acht Euro für die Tageskarte und Kinder sechs Euro. Zur Veranstaltungseinrichtung gehören auch sanitäre Räume. Buchungen für Feste und Feiern im Maislabyrinth sind jetzt schon möglich.

• Internet: www.einlabyrinthimirrgarten.de

 Bettina Albrod

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