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Müll brennt zu gut: Kosten steigen

Lanken Müll brennt zu gut: Kosten steigen

Es klingt schon irgendwie kurios: Wenn der eingesammelte Müll der lauenburgischen und stormarnschen Haushalte in der Stapelfelder Müllverbrennungsanlage zu gut brennt, steigen die Kosten. Mehrkosten, die den Bürgern 2017 in Rechnung gestellt werden. Die Bürger trennen Abfall einfach vorbildlich.

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„China flutet den Markt mit Billigstahl.“Dennis Kissel, AWSH-Chef

Lanken.  Und auch chinesischer Billigstahl, mit dem die Asiaten den Weltmarkt überschwemmen, drückt auf den Entgelthaushalt der mit der Entsorgung beauftragten Abfallwirtschaft Südholstein.

LN-Bild

Der AWSH fehlen bis zu einer Million Euro – Gründe: Bürger trennen Abfall vorbildlich und China drückt die Preise für Metallschrott durch Billigstahl.

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„Nach derzeitigem Stand wird sich das Minus bis Jahresende auf voraussichtlich 800000 Euro aufsummieren“, räumte AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel jüngst im lauenburgischen Hauptausschuss ein.

Dem gegenüber würden allerdings auch Mehreinnahmen durch zusätzlich aufgestellte Mülleimer von rund einer Viertelmillion Euro stehen. Insgesamt zahlen die Bürger in beiden Kreisen rund 25,2 Millionen Euro. Das Verbrennungsproblem erklärt Kissel ebenfalls. So sei die Stapelfelder Anlage auf eine bestimmte Temperatur des Ofens ausgelegt. Würde diese steigen, bestünde das Problem, dass unter anderem die Roste schneller durchglühen könnten. Daher werde bei Müll mit höherem Brennwert die Müllmenge entsprechend reduziert und die Leistung der Anlage sinke, so Kissel. In den Verträgen mit Stapelfeld sei geregelt, dass in diesen Fällen der Verbrennungspreis je Tonne steige – also Mehrkosten für die AWSH anfielen.

Ein Grund für das Problem ist, dass die Bürger den Müll offenbar immer besser trennen. Durch einen geringeren Biomüllanteil steigt einerseits der Brennwert, anderseits sinkt durch die immer besser angenommene Biotonne auch das Gesamtvolumen des Restmülls. Um die vertraglich mit der MVA Stapelfeld vereinbarten Müllmengen zusammen zu bekommen, muss die AWSH woanders Müll aufkaufen.

Auffallend sei, dass vor allem der in Hamburg aufgekaufte Müll einen hohen Brennwert habe, so Kissel. Nicht zuletzt habe die Hansestadt bei dem von ihr selbst angelieferten Müll das gleiche Problem wie die AWSH.

Doch nicht nur der Brennwert drückt auf das Ergebnis – auch der Preis für Stahlschrott. Weil die Chinesen die Türkei als einen der Hauptabnehmer für europäischen Metallschrott mit Stahl zu Dumpingpreisen überfluten, seien die Weltmarktpreise von 100 Euro je Tonne vor einem Jahr auf etwa 30 Euro gesunken. „Dadurch können wir unser Altmetall von den Recyclinghöfen nicht mehr so gut vermarkten“, sagt Kissel.

Doch auch die Kreishaushalte in Stormarn und im Lauenburgischen werden die Entwicklung zu spüren bekommen. Während die Mehrkosten für den Hausmüll an die Bürger weitergegeben werden, belasten die höheren Kosten für die Müllentsorgung von Firmen im gewerblichen Bereich das Jahresergebnis der AWSH. Doch zumindest was die Müllpreise angeht, ist Besserung in Sicht. Ab dem kommenden Jahr gilt ein günstigerer Entsorgungsvertrag mit Stapelfeld.

Abfallwirtschaft Südholstein

Die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) gehört den beiden Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Sie ist mit der Entsorgung des Hausmülls in beiden Kreisen beauftragt.

Die Kreise kassieren dabei als Treuhänder die Entgelte von den Bürgern und leiten sie an die AWSH weiter. Die Entgelte dürfen dabei nur die anfallenden Kosten decken. Mehr- oder Mindereinnahmen werden bei der Kalkulation der Entgelte für das neue Jahr berücksichtigt.

Neben der Müllentsorgung im kommunalen Bereich ist die AWSH auch gewerblich tätig. Auf dem freien Markt buhlt sie bei Firmen um die Entsorgung des Gewerbemülls. Die Gewinne aus diesem Bereich werden an die Kreise als Gesellschafter der AWSH abgeführt – 2015 knapp eine Million Euro.

 Holger Marohn

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