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Stormarn Nach 350 Tagen zurück aus den USA
Lokales Stormarn Nach 350 Tagen zurück aus den USA
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18:13 08.08.2017
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Bad Oldesloe

/Trittau. Yes, he could – PPP-Stipendiat Marvin Meincke aus Trittau durfte in die USA und ist nun nach 350 Tagen in Amerika zurück. PPP steht für Parlamentarisches Partnerschafts-Programm, in dem der Deutsche Bundestag und der Kongress der Vereinigten Staaten seit 1983 einen beidseitigen Jugendaustausch vereinbart haben. Die Stipendiaten sind in dieser Zeit Junior-Botschafter und vermitteln in ihren Schulen, bei Praktika, in Gastfamilien und bei Freizeitaktivitäten ihre kulturellen Erfahrungen aus dem jeweiligen Heimatland. Seit 1996 wählt Franz Thönnes, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Segeberg-Stormarn-Mitte, jährlich einen Stipendiaten aus. Da er demnächst aus dem Bundestag ausscheidet, war der junge Trittauer sein letzter Stipendiat. „Ich hoffe aber sehr, dass auch mein Nachfolger das Programm weiter betreiben wird“, erklärte Thönnes. Die Bewerbung um ein Stipendium ist noch bis 15. September möglich.

Das Programm

Wer vom Sommer 2018 an für ein Jahr als junger Botschafter in die USA gehen möchte, kann sich noch bis 15. September für das Parlamentarische Partnerschafts-Programm bewerben. Es richtet sich an Schüler und junge Berufstätige sowie Auszubildende. Infos unter www.bundestag.de/ppp im Internet.

Marvin Meincke kehrt buchstäblich erhobenen Hauptes aus den USA zurück. „Ich war in Chicago und musste dort wegen der Wolkenkratzer immer den Kopf in den Nacken legen“, erzählt der 23-Jährige. „Hier kann ich wieder normal gucken.“ Als Deutscher sei er in den USA überall willkommen geheißen worden. „Dort herrscht eine sehr große Offenheit, und die Leute sind unglaublich freundlich“, hat Meincke erfahren, „viele Leute haben mich angesprochen, weil es auch in ihrer Familie deutsche Wurzeln gibt.“ Die verrät auch der Name seiner Gastfamilie, der Medskers. „Amerikaner kochen kaum, aber die Familie hat jeden Abend gekocht. Die Zeit in den USA war sehr spannend“, blickt der Betriebswirt zurück, „ich habe erlebt, wie die Wahl die Menschen polarisiert hat. Als feststand, dass Trump gewonnen hat, hat die Großmutter in der Gastfamilie vor Verzweiflung geweint.“

Danach sei das Leben aber relativ schnell wieder normal gewesen. „Ich habe erst Kurse im Harper College besucht und dort im Café gejobbt und danach ein Praktikum bei Bosch gemacht“, so der Stipendiat. „Daran hat mich fasziniert, wie sehr das IT-Wissen den Alltag bestimmt.“ Wieder in Deutschland sieht er da auch seine berufliche Zukunft. „Ich suche jetzt einen Arbeitsplatz im Bereich IT und neue Medien.“ Neben der Arbeit hat Marvin Meincke ehrenamtlich für die Kirche in einer Obdachlosenunterkunft gearbeitet. „Chicago ist zweigeteilt“, sagt er, „auf der einen Seite gibt es unglaublichen Wohlstand, die andere Seite ist schwarz und arm. In Chicago gibt es durch Schießereien mehr Tote im Jahr als in New York und L.A. zusammen.“

Für ihn lief der Aufenthalt gut. „Ich habe viele internationale Freunde gefunden und wäre gerne noch ein Jahr länger geblieben.“ Auch Sport hat er betrieben, „ich mache in Trittau Kickboxen und war in Chicago bei den Ringern dabei.“ Toleranz habe er gelernt, Geduld und Aufgeschlossenheit. „Europa ist wichtig“, findet er, „und man sollte sich viel mehr ehrenamtlich engagieren.“ Deutschland sei ihm bei der Rückkehr klein vorgekommen. „Aber beim Klimaschutz sind wir viel weiter als die USA, da liegt Deutschland ganz weit vorne.“

Bettina Albrod

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