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Nach 44 Jahren Planung: Grünes Licht für Wohngebiet

Bad Oldesloe Nach 44 Jahren Planung: Grünes Licht für Wohngebiet

Startschuss für ein neues Wohngebiet in Bad Oldesloe: Die Stadtverordneten haben Donnerstagabend dem Bebauungsplan für das Gebiet an der Kampstraße zugestimmt. Jahrzehnte hatten die Geschwister Stumpf mit der Politik um diese Genehmigung gerungen.

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Die Investoren und ihre Immobilienpartner (v. l.): Michael Schulz, Konrad Stumpf, Wolfgang Stumpf, Axel Schulz und Ulrich Stumpf.

Quelle: Fotos: Bma

Bad Oldesloe. Ein trauriges Kapitel der Stadtgeschichte hat jetzt doch noch ein gutes Ende gefunden. Nachdem das Projekt Baugebiet Kampstraße durch Bedenken des Kieler Innenministeriums zuletzt verzögert wurde, konnten die Stadtverordneten der Änderung des Flächennutzungsplanes nun zustimmen und den Bebauungsplan für das Gebiet an der Kampstraße beschließen. Zuvor hatte der Bau- und Planungsausschuss beide Punkte in einer eilig einberufenen Sondersitzung abgehakt. „Wir sind sehr erleichtert. Das Verfahren hat uns sehr viele Nerven gekostet und war großer Stress“, gesteht Wolfgang Stumpf, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft Claudiusstraße.

 

LN-Bild

Das Wohnquartier

Claudiussee heißt das neue, rund zehn Hektar große Wohngebiet. 45000 Quadratmeter davon werden bebaut und erschlossen. Bis zu 270 Wohneinheiten sollen entstehen, zu Preisen ab 300 Euro pro Quadratmeter. Info: www.claudiussee.de

1973 hatten die vier Geschwister Stumpf erste Gespräche mit der Stadt geführt. „Damals waren wir noch jung und knackig“, so Wolfgang Stumpf, der inzwischen 70 ist. Er, seine Brüder Ulrich und Konrad sowie die Schwester Ursula hatten das Gelände, auf dem einst die Farbenfabrik Folkens stand, von ihrer Mutter geerbt. „Mein Bruder Ulrich war damals als Architekt noch Berufsanfänger. Er hatte die Idee, auf dem Gelände ein Wohngebiet zu entwickeln.“ Voller Idealismus seien sie an das Projekt herangegangen. „Nicht mal im Traum hatten wir uns ausgemalt, dass das so lange dauern würde.“

1995 war das Ziel schon greifbar nah. Zu dem Zeitpunkt führten sie mit der Stadt Gespräche über die Erschließung des Geländes. Doch dann kam das Thema Altlasten aufs Tapet. Es ging um Abfälle der Farbproduktion, die zu Zeiten der Großeltern der Stumpfs in einem Teich gelagert wurden. „Das war damals leider üblich“, so Stumpf. Dass diese Altlasten beseitigt werden mussten, war den Stumpfs bewusst. Problem war nur, dass das Grundstück, auf dem die Altlasten schlummerten, nicht ihnen gehörte. Als sie die Chance bekamen, das angrenzende kontaminierte Gelände zu kaufen, griffen sie zu.

Mit ihren Plänen fürs Wohngebiet ging es dennoch nicht voran, obwohl die Investoren zugesichert hatten, die mit Schwermetall belastete Fläche voll zu sanieren.

CDU und Grüne waren damals gegen das Projekt. „In diesem Gebiet kann man es keinem zumuten, zu wohnen“, meinte Matthias Rohde, der zu jener Zeit CDU-Mitglied, Bauausschussvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister war. Da man den Steinfelder Redder als Baugebiet habe, brauche man kein weiteres, lehnten auch die Grünen im August 2010 das Ansinnen ab.

„Es gab zu viel Unerfreuliches, und es ist viel falsch gemacht worden“, fasste Maria Herrmann (SPD) die Ereignisse der Vergangenheit bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zusammen. Ihr sei in Erinnerung geblieben, wie man mit den Investoren umgesprungen sei. „Ich fand das sehr erschreckend.“ Aber jetzt würden die Geschwister Stumpf als Kinder der Stadt ein schönes Wohngebiet schaffen.

„Darauf können wir uns als Stadt freuen.“

„Auch wir wollen jetzt nach vorne gucken und nicht mehr nach hinten, was in der Vergangenheit alles so gelaufen ist“, sagt Wolfgang Stumpf. Die Grundstücksgesellschaft Claudiusstraße müsse noch die Genehmigung für die Beseitigung des Biotops abwarten. „Dann hoffen wir, mit der Rodung so früh wie möglich loslegen zu können.“ Drei Wochen würden die Maßnahmen dauern. Gleich im Anschluss soll die Fläche saniert werden, wofür die Investoren drei Monate einplanen. Im April 2018 hoffen die Stumpfs mit der Erschließung starten zu können, im nächsten Sommer sollen die ersten Wohneinheiten entstehen.

 Britta Matzen

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