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Stormarn Nach Lkw-Crash: A 1 Richtung Hamburg bis Mitternacht gesperrt
Lokales Stormarn Nach Lkw-Crash: A 1 Richtung Hamburg bis Mitternacht gesperrt
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20:06 11.11.2013
Aus einem der Lkw trat eine Substanz aus. Ein Gefahrgut-Löschzug war im Einsatz. Quelle: Jens Burmester
Barsbüttel

Ein 11 Kilometer langer Stau und ein Trucker, der nicht aufgepasst hat - das sind die Ursachen für einen schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 1 kurz hinter der Anschlussstelle Barsbüttel in Richtung Hamburg.

Gegen 12.45 Uhr übersah ein 43-jähriger Lkw-Fahrer das Stauende und krachte mit seinem 40-Tonner auf einen finnischen Sattelzug. Dabei schob er den Finnen noch auf einen weiteren Sattelzug, der vor ihm fuhr.

Der 43-Jährige wurde bei dem Aufprall schwer verletzt. Der Notarzt des Rettungshubschraubers "Christoph 29" behandelte den Mann direkt vor Ort, ehe er mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus St. Georg nach Hamburg gefahren wurde. Der Fahrer des finnischen Lastzuges, ein 51-jähriger Mann aus Estland, blieb unverletzt.

Bei der Überprüfung der Ladepapiere stellte sich schnell heraus, dass der finnische Sattelzug Gefahrgut geladen hatte. Hierbei handelte es sich um knapp fünf Tonnen Gefahrgut der Klasse 3 und noch einmal zehn Kilogramm Gefahrgut der Klasse 8. Bei der genaueren Prüfung stellte sich heraus, dass es sich dabei um Phosphorsäure handelte. Der Einsatzleiter der Feuerwehr forderte daraufhin umgehend die Spezialisten des Gefahrgut-Löschzugs an.

Weil Beamte der Autobahnpolizei und später auch Bedienstete der Autobahnmeisterei die Autobahn voll gesperrt haben und den Verkehr ab Stapelfeld umleiten mussten, müssen die Autofahrer im Stau hinter der Unfallstelle viel Geduld aufbringen. Für sie geht es am späten Nachmittag weder vor noch zurück. Der ursprüngliche Rückstau selbst endete zwischenzeitlich erst kurz vor der Anschlussstelle Ahrensburg. Gegen 18 Uhr staute es sich nur noch bis zur Anschlussstelle Stapelfeld.

Weil enorme Mengen an Kühlflüssigkeit und anderen Betriebsstoffen ausgelaufen ist und auf einer Länge von etwa 100 Metern über die Fahrbahn verteilt wurde, wurde eine Spezialfirma damit beauftragt, die Fahrbahnen zu reinigen.

Am späten Nachmittag haben die Männer vom Gefahrgutzug dann die Phosphatsäure gefunden. Es handelt sich dabei um ein Reinigungsmittel für eine Sauna. Der Anteil der Phostphatsäure allerdings sei geringer als fünf Prozent gewesen, erklärte Kreiswehrführer Gerd Riemann. Das aber habe man vorher natürlich nicht wissen können. Nachdem die Behälter mit dem Reinigungsmittel in einem Überfass aus Metall in Sicherheit gebracht wurden, können die Einsatzkräfte nun zügig daran gehen, die restliche Ladung zu sichern oder sogar abzuladen.

Die Arbeiten werden nach Einschätzung der Autobahnpolizei noch bis Mitternacht andauern. Der Verkehr staut sich auch auf den Umleitungsstrecken in Richtung Hamburg. Wie hoch die Schadenshöhe am Ende ausfallen wird, ist noch völlig unklar. Fest steht nur, dass die Chemikalienschutzanzüge der Feuerwehr nicht mehr zu gebrauchen sind. Die wurden durch die Lösungsmittel und die Farben unbrauchbar. Und der Umweltschutzdienst des Kreises hat zudem einen Bodenaustausch an der Einsatzstelle angeordnet, nachdem einige Flüssigkeiten im Erdreich versickert sind.   

jeb

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