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Nach dem Feuer: Bauer Fennert hat (fast) alles wieder aufgebaut

Hamberge Nach dem Feuer: Bauer Fennert hat (fast) alles wieder aufgebaut

Elf Monate, nachdem sein Hof abgebrannt war, ist der Alltag in Hamberge zurückgekehrt.

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„Das vergangene Jahr hat uns viele Nerven gekostet“, sagt André Fennert. Aber jetzt sind die Erdbeeren auf seinem Hof wieder zu haben.

Hamberge — Wenn sich jemand freuen kann über den Verzug der Erdbeerernte, dann ist es Landwirt André Fennert aus Hamberge. Ein knappes Jahr nachdem die Flammen auf seinem Hof einen Schaden von mehr als einer Million Euro angerichtet haben, sind die neue Produktionshalle und die Wohncontainer vor wenigen Tagen fertig geworden. Gerade rechtzeitig zum Eintreffen der Pflücker aus Rumänien und Polen, gerade rechtzeitig zur verspäteten Ernte.

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„Das vergangene Jahr hat uns viele Nerven gekostet“, sagt André Fennert. Aber jetzt sind die Erdbeeren auf seinem Hof wieder zu haben.

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So muss der Bauer keine weiteren Abstriche hinnehmen. Das Feuer am 17. Juli vor einem Jahr hatte seine Existenz bedroht. „Eine schmerzhafte Zeit liegt hinter uns“, sagt er. Zumal der lange Winter den Bau der neuen Gebäude immer wieder verzögert hat. Eigentlich begann der Wiederaufbau erst im März. Und vollends abgeschlossen ist er noch nicht.

Dort, wo der neue Bürotrakt entstehen soll, liegen Maurerkellen, am Dach wird gearbeitet. „Mit dem Büro müssen wir improvisieren“, sagt Ehefrau Stefanie. Das ist umso unglücklicher, als dass die Finanzbehörde auf einen Jahresabschluss drängt. Allerdings sind die Unterlagen, die sie vor den Flammen in den Geräteschuppen retteten, durch Löschwasser aufgeweicht.

Zurzeit hat sie Urlaub von ihrer Tätigkeit bei der Lübecker Sparkasse — um ihrem Mann beim Management des Hofes zu helfen. Ferien, das ist ein Fremdwort für die Eltern von zwei kleinen Kindern. In drei Wochen werden Fennert und Hans-Hendrik David aus Heilshoop, mit dem er gemeinsam ein wenig Ackerbau betreibt, die Gerste einfahren. „Die Getreideernte“, sagt Fennert, „das ist mein Urlaub.“

Dabei entspanne er sich.

Doch denkt Fennert an die Umwege, die er und seine Leute wegen Sperrung der Reecker Brücke fahren müssen, ist es mit der Erholung wieder vorbei. Weil der Hof einige Felder auf der anderen Trave-Seite bei Reecke bewirtschaftet, sind die bis zu 100 Ernte-Fahrten pro Tag nun 15 statt früher zwei Kilometer lang. Das kostet Zeit und Diesel. Der Landwirt rechnet für diese Saison mit 30 000 bis 35

000 Euro allein für Sprit.

Hinzu kommt, dass Wege zu den Feldern zuwachsen. Die Büsche zerkratzen den Lack der Autos. Es sei kein Durchkommen mehr. Ehefrau Stefanie hat bei der Stadt Lübeck nach Schadensersatz gefragt, „aber passiert ist nichts“, klagt sie. Mit den Stormarner Behörden hingegen, lobt ihr Mann, könne er „vernünftig zusammenarbeiten“. Genau wie mit den fast 140 Erntehelfern, die von früh morgens an tief gebeugt Schale für Schale mit den roten Früchten füllen. Knochenharte Arbeit. Junge Frauen sind dabei wie die 19-jährige Florentina aus Bukarest, alte und junge Männer und Frauen. „Fleißige Leute“, sagt Fennert.

Und fügt hinzu, dass durch den Wegfall der Anträge beim Arbeitsamt die Einstellung der Erntehelfer kein Problem mehr sei. Wie der Landwirt eigentlich immer versucht, den Widrigkeiten nach dem Feuer etwas Positives abzugewinnen. Das Wichtigste sei, dass der Hof jetzt wieder funktioniere.

Großkunde Supermarkt
Der Erdbeerhof Fennert in der Hamberger Schulstraße 3 verkauft seine Früchte nicht mehr direkt über Stände an den Straßen. Kunden können sie aber immer noch auf dem Hof kaufen.


Hauptabnehmer sind die großen Handelsketten. Neben Erdbeeren produziert André Fennert noch Buschbohnen, Erbsen, Zucchini und sogar Kürbisse — auf insgesamt 100 Hektar.


65 Hektar nutzt der Landwirt für Ackerbau. Er beschäftigt zwei angestellte Landwirte, Familienmitglieder und seit Jahren viele Erntehelfer.

Uwe Krog

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