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Stormarn Nachbarn kritisieren geplantes Windrad
Lokales Stormarn Nachbarn kritisieren geplantes Windrad
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20:27 11.11.2013
Handelt es sich beim geplanten Windrad um eine unscheinbare Anlage oder sind größere Lärmbelästigungen zu befürchten? Quelle: Fotos: dvd
Eichede

Ein Landwirt in Eichede plant, unweit seiner Stallungen ein einzeln stehendes Windrad zu errichten. Diese Information sickerte mehr oder weniger zufällig durch. Seitdem mehren sich die Gerüchte über die Anlage und darüber, mit welchen Beeinträchtigungen die Nachbarn in den angrenzenden Wohngebieten Am Eichenhof und Beschkamp zu rechnen haben. Auf einer Einwohnerversammlung kam das Projekt nun zur Sprache, doch ob die Vorbehalte der Nachbarn berechtigt sind, ist nach wie vor ungeklärt.

„Wir sind alles Laien, aber je mehr man zum Thema liest, desto unsicherer wird man“, sagt Sigrid Mayer-Jendrek (58). Gemeinsam mit Kay Brügmann (51) und Dirk Michalowski (50), die ebenfalls in einer der angrenzenden Siedlungen wohnen, steht sie dem Bau der Anlage kritisch gegenüber. Sie schätzen, dass etwa 30 Haushalte im Umkreis davon betroffen sind. Nach ihren Informationen soll die Anlage nur 156 Meter vom letzten Haus am Beschkamp aufgestellt werden. „Wir haben sie dann vom Wohnzimmerfenster aus direkt vor der Nase“, sagt Kay Brügmann.

Während er mit Schattenwurf und Lärmbelästigung rechnet, sorgt sich Dirk Michalowski um das nahegelegene Biotop, das der Naturschutzbund einst geschaffen hat. Dort rasten nach seinen Informationen Kraniche, Rotmilane und Rohrweihen. Die neue Einzelanlage störe dieses Rückzugsgebiet der Tiere. „Dabei haben wir schon einen schönen Windpark, bei dessen Planung alles berücksichtigt wurde:

Vogelflug, ein ausreichender Abstand zur Siedlung und geringe Emission für die ansässige Bevölkerung“, sagt Michalowski.

Ihn stört es zudem, dass im Vorfeld nicht über das Bauprojekt informiert wurde. Auf der Einwohnerversammlung sei nur auf Nachfrage bekannt gegeben worden, dass der frühere Bürgermeister sein Einverständnis dazu erteilt habe. Davon seien im Nachhinein alle überrascht gewesen.

Der Versuch, vom Investor Einzelheiten über die Anlage zu erfahren, scheiterte. Er wollte sich gegenüber den LN nicht äußern. Er überlasse es anderen, sich polemisch zu äußern, so der Landwirt.

In der zuständigen Behörde beim Kreis Stormarn war zu erfahren, dass es sich beim neuen Windrad um ein privilegiertes Bauprojekt im Außenbereich handele, das anders als größere Windparks weniger strengen Auflagen unterzogen sei. Die Anlage habe eine Nabenhöhe von 30 Metern, einen Rotordurchmesser von 23 Metern und sei insgesamt 42 Meter hoch. Wegen des bevorzugten Status bedürfe sie keiner besonderen emissionsrechtlichen Genehmigung, erklärte Jens Bebensee, Leiter des Fachdienstes Bauaufsicht. Was den Abstand zur Siedlung anbelangt, so müsse es aber eine Nachbesserung geben. Der beantragte Standort grenze zu dicht an die schon vorhandene Wohnbebauung. Deshalb sei vom Investor ein neues Gutachten angefordert worden.

Laut Bebensee sind viele Beschwerden von Anwohnern gegen das Windrad eingegangen. Seine Behörde habe in diesem Fall aber keine andere Wahl, als eine Genehmigung zu erteilen. Im Übrigen hätten die Anwohner das Recht, Einsicht in die Akten zu nehmen.

Dorothea von Dahlen

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