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Stormarn Landschaftsmaler Walther Kunau starb mit 85
Lokales Stormarn Landschaftsmaler Walther Kunau starb mit 85
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12:06 05.11.2018
Einer der letzten LN-Termine mit Walther Kunau: Im August 2017 stellte er einen neuen Band seiner Bilder vor. Quelle: Bettina Albrod
Bad Oldesloe

„Ein Kunstlehrer sollte selbst Künstler sein, um zu überzeugen“, hat Walther Kunau einmal gesagt. Diese Rolle ist ihm ganz vortrefflich gelungen. Der einstige Gymnasiallehrer der Oldesloer Theodor-Mommsen-Schule (1959-1994) zählt sogar zu den bekanntesten Künstlern Schleswig-Holsteins.

Unermüdlich malte er in seinem Atelier im Bad Oldesloer Ortsteil Sehmsdorf in der Nähe der Trave. Ebenso unermüdlich stellte er aus, bot sein Schaffen zudem in diversen Büchern quasi als Ausstellung im Druckfomat dar. Und ebenso regelmäßig kam er als Gast in die Oldesloer LN-Redaktion, um seine neuesten Aktivitäten zu verkünden.

Unter der schwarzen Baskenmütze umspielte stets ein freundliches Lächeln seine Mundwinkel bis hin zu den Augen, wenn er seine alte Ledertasche auf einem leeren Schreibtisch absetzte, um uns Journalisten mit brandneuen Informationen über Ausstellungen oder Bücher zu füttern. Mal war es eine Ausstellung im Schloss Reinbek, für die er warb, mal eine in Kiel. Ein anderes Mal brachte er einen dicken Bildband mit, der sein Schaffen in sechs Jahrzehnten zeigte.

Und vor zehn Jahren erzählte er stolz von der gemeinsamen Ausstellung mit seinen Söhnen. Unter dem Motto 3 x Kunau zeigte er selbst unter anderem Bilder, die bei einem Arbeits-Stipendium des Kultusministeriums Schleswig-Holstein auf der dänischen Insel Mön entstanden waren. Sein Sohn Martin stellte Architekturmotive in Öl und Ulrich Kunau Landschaften in Öl und Plastiken in Reinbek aus.

Und manchmal brachte Oldesloes Landschaftsmaler auch zu Weihnachten ein ganz persönliches Geschenk mit in die Redaktion. Zum Beispiel eine von ihm signierte Rötelstiftzeichnung einer Landschaft. Denn Landschaften waren so präsent in seinem Werk, dass Kunau sich manches Mal sogar für eine Weile selbst verboten haben soll, sie in den Mittelpunkt seiner Werke zu stellen.

Dabei war es die Landschaftsmalerei, die ihn bekannt machte. In Öl, Pastell, Aquarell, als Zeichnung oder bis 1985 als Radierung. Die Bilder des Oldesloers zieren Kunsthallen und Museen von Lübeck bis Amsterdam. Kunau präsentierte seine Werke in mehr als 80 Einzelausstellungen sowie in rund 290 Gruppenausstellungen im In- und Ausland.

Schon als Schüler hatte der 1933 in Löhne/Westfalen geborene Walter Kunau Freude an der Malerei, die er sich später durch das Studium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zum Beruf erkor. Für seine Bilder brauchte Kunau keine Fotos als Vorlagen. Ihm reichten die Bilder im Kopf, die Erinnerungen an Urlaubsreisen oder Naturspaziergänge in der Umgebung. Denn da war schon von vornherein nur das Wesentliche gespeichert, auf das er sich in seinen Werken konzentrierte.

2017 entstand sein letztes Buch, das seinen ganz persönlichen Blick auf Stormarn Landschaft darbietet. Kunau hinterlässt seine Ehefrau Luise, die er beim Studium kennenlernte, sowie drei Kinder mit Familien. Die Trauerfeier ist am Donnerstag, 8. November, 12 Uhr, in der Auferstehungskapelle auf dem Oldesloer Friedhof.

Susanna Fofana

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