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Nächstes Karpfenfest ist schon in Planung

Reinfeld Nächstes Karpfenfest ist schon in Planung

Die Reinfelder feiern ihr Wappentier am letzten Sommerferien-Wochenende vom 2. bis 4. September. Und obwohl es bis dahin noch Monate sind, arbeitet Veranstalter Martin Huss bereits an den Planungen.

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Teichpächter Alfred Wenskus: „Wir könnten mehr Fische produzieren, damit ernähren wir aber nur die Fischräuber.“

Quelle: Fotos: Uwe Krog (4)/hfr

Reinfeld. Am letzten Wochenende in den kommenden Sommerferien, wenn alle Urlauber wieder eingetrudelt sind, feiern die Reinfelder ihr nächstes Karpfenfest. Vom 2. bis 4. September. Und obwohl es bis dahin noch Monate sind, arbeitet Veranstalter Martin Huss bereits an den Planungen.

LN-Bild

Die Reinfelder feiern ihr Wappentier am letzten Sommerferien-Wochenende.

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Soviel stehe jetzt schon fest, verkündet der Veranstaltungsprofi, es wird dabei wieder ein Großfeuerwerk über dem Herrenteich geben. Die „Bomben“, wie er die Feuerwerkskörper nennt, werden von drei verschiedenen Punkten gezündet, „so dass wieder dieser 3-D-Effekt entsteht“. Die leuchtenden Funkenschwärme spiegeln sich in der glatten, ruhigen Wasseroberfläche. „Eigentlich“, weiß Britta Lammert vom Stadtmarketing, „sind es zwei Feuerwerke.“

Auf bis zu 150 Meter steigen die Raketen auf. 20 Minuten lang tauchen sie die nächtliche Szenerie in leuchtende Fontänen. Huss glaubt, dass dieses Feuerwerk durchaus an die Qualität des Feuerwerkes bei der Travemünder Woche heranreicht, „zumal es auf dem Herrenteich einige Minuten länger dauert.“ Die erste Musikgruppe hat er schon unter Vertrag: „Tin Lizzy, eine bekannte Coverband“.

Bekannt sind auch die ersten Ehrengäste bei diesem Traditionsfest: Vertreter der Partnerstadt Neubukow. „Weil wir in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen unserer Partnerschaft feiern“, erklärt Bürgermeister Heiko Gerstmann. Wo und ob die Gäste aus Mecklenburg untergebracht werden, werde noch zu klären sein. Doch sie müssen mit Gewissheit am nächsten Tag, wenn es in Reinfeld weitergeht an Promenade und auf dem Karpfenplatz, nach Hause fahren. Schließlich wählt Mecklenburg an dem Sonntag seinen neuen Landtag. Die Besucherzahl dürfte an den drei Tagen zusammen fünfstellig sein, schätzt Organisator Huss aus den Erfahrungen vergangener Jahre. Zumal er die Veranstaltung bis nach Fehmarn bewirbt.

Im Mittelpunkt des Festes, das im Laufe der Jahre immer wieder Modifikationen erfuhr, das bisweilen einfach nur Stadtfest hieß und früher erst im Oktober gefeiert wurde, steht naturgemäß der Karpfen.

Die Karpfensaison soll an dem Wochenende eröffnet werden. Zwei Wochen zuvor will Teichpächter Alfred Wenskus die ersten Karpfen abfischen und in klarem Wasser schwimmen lassen, damit die Fische noch besser schmecken.

Funsport mit dem Wasserfahrrad, mit Wasserski und Wasserbällen sowie die traditionelle Modellboot-Regatta „zum blauen Band“ ergänzen das Unterhaltungsprogramm. Es gibt zahlreiche Stände, an denen getrunken und gespiesen werden kann. Die jüngere Generation feiert auf dem Karpfenplatz, die Gesetzteren an der Promenade. „Vielleicht“, hofft Bürgermeister Gerstmann, „hat dann schon das neue Lokal neben der Promenade geöffnet.“

Es sieht gut aus fürs nächste Karpfenfest. Nur eines sehen die Organisatoren jetzt schon voraus: Taxis werden knapp sein. Britta Lammert empfiehlt: „Je nach Anreise die Bahn oder das Fahrrad nutzen.

Oder zu Fuß kommen.“

Wegen der Fischräuber: Karpfensaison endet früher

Im Fischhaus am Karpfenplatz hängt das Foto eines Seeadlers der gerade in das Wasser des Herrenteiches greift. Eine Aufnahme des Reinfelder Tierfotografen Hans-Otto Dose. Dazu der Text: „Für die Fische von Familie Wenskus tauche ich gern etwas tiefer.“

Nun hat Teichpächter Alfred Wenskus eigentlich nichts gegen Seeadler, aber das Foto drückt in der Tat seinen Kummer aus. Reiher, Kormorane und vermehrt auch Fischotter fügen ihm und seiner Familie schweren Schaden zu. Und deshalb hat er die Reinfelder Karpfensaison drei Wochen früher beendet als gewöhnlich.

„Unsere Verluste steigen von Jahr zu Jahr“, klagt der Teichpächter. Eigentlich könnte der Familienbetrieb viele Fische mehr produzieren. „Aber wir ernähren damit nur die Fischräuber.“ Der Appetit der Vögel lässt inzwischen sogar Sohn Stefan zweifeln, ob er wirklich den Betrieb der Eltern einmal weiterführen soll. Er machte wegen der schlechten Aussichten schon eine Lehre als Anlagenmechaniker für Heizung und Sanitär.

Teichpächter Wenskus ist freilich nicht der einzige, den Nachwuchssorgen und Ärger mit den gefiederten Fischfressern plagt. „Von etwa 20 Haupterwerbskarpfenzüchtern vor 20 Jahren“, sagt Albrecht Hahn vom Verband der Binnenfischer und Teichwirte, „sind noch sechs übrig geblieben.“ Erst zum Ende des vergangenen Jahres hat Michael Bothstede aus Grambek bei Mölln die Fischzucht aufgegeben. „Kormorane und Seeadler kratzen an der Wirtschaftlichkeit“, weiß Verbandsvorsitzender Hahn. Deshalb betrieben viele die Fischzucht nur noch als Nebenerwerb. Zudem gebe es immer weniger Fischhaltung auf gräflichen Gütern. Die Branche leide unter dem Strukturwandel. Alfred Wenskus denkt aber nicht ans Aufgeben. Immerhin könne sein Betrieb so viele Fische selber produzieren, dass „wir keine von außerhalb holen müssen“. Das wären dann auch keine echten Reinfelder Karpfen mehr. ukk

Von Uwe Krog

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