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Nässe setzte den Küken stark zu

Lasbek Nässe setzte den Küken stark zu

Insgesamt bezogen 29 Storchen-Paare Quartier im Kreis Stormarn. Laut Storchenbetreuer Andreas Hack ist dies das zweitbeste Ergebnis der Nachkriegszeit. Doch der Dauerregen machte es vor allem jungen Störchen schwer.

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Diese beiden Jungvögel in Sprenge haben die andauernde Nässe überstanden und werden wohl bald die ersten Flugversuche unternehmen. Ihre Eltern halten sich schon nicht mehr so oft im Nest auf, weil es darin zu eng geworden ist.

Quelle: Fotos: Von Dahlen

Lasbek/Mollhagen/Todendorf. „Die sind vielleicht schon weg“, sagt Richard Frey und blickt zum leeren Nest hoch. Seine Untermieter oder – besser gesagt – Obermieter auf dem Schornstein der Alten Meierei in Lasbek-Dorf hat er schon seit längerem nicht mehr gesehen. Dass sich zumindest die Jungen schon auf den Weg in den Süden gemacht haben, hält er durchaus für möglich.

Störche in Mollhagen, Sprenge und Todendorf bereiten sich auf den Abflug in den Süden vor.

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 „Sie waren ja schon sehr früh da – viel zu früh“, erzählt der Maurermeister, der die Esse am Gebäude vor Jahren wieder so herrichtete, dass die Zugvögel dort ein sicheres Quartier finden.

Und in der Tat, wie einige andere Adebare kehrten auch die Lasbeker in diesem Jahr mit dem ersten Schwung schon ab Februar aus dem Süden zurück. Die Jungen sind deshalb schon flügge – im Gegensatz zur Brut der Spätheimkehrer, von denen einige erst Ende Mai eintrafen. Anders als die Ostzieher, die stets den weitaus strapaziöseren und gefährlicheren Weg aus Afrika zurücklegen, hatten sie wie die anderen frühen Heimkehrer in Spanien überwintert.

Alles in allem bezogen in Stormarn 29 Paare Quartier. Laut Storchenbetreuer Andreas Hack ist dies das zweitbeste Ergebnis der Nachkriegszeit, nur übertroffen von den Vorjahreszahlen mit 30 besetzten Horsten.

Anfangs sah alles noch gut aus. Die Lasbeker Adebare begannen zeitig mit dem Brutgeschäft. Drei Junge schlüpften, die Frey zuweilen während der Fütterung beobachtete. Und dann der große Schlag. Eines der Jungtiere lag leblos auf dem Dach. Wie das passieren konnte, ist auch Frey ein Rätsel. Aber es steht zu vermuten, dass die Wetterunbilden dem kleinen Storch zugesetzt haben.

„Allein bei den Starkregenereignissen Ende Mai und Ende Juni ist ein Großteil der Jungen eingegangen“, berichtet Andreas Hack mit Bedauern. Denn nach seiner alljährlichen Dokumentation gab es anfangs nicht nur in Lasbek-Dorf, sondern in vielen Stormarner Nestern drei und sogar vier Junge. Dabei habe es nicht nur die schwächsten getroffen, sondern auch die größeren Vögel, die schon halbwegs von einem dichten Federkleid geschützt waren. „Wenn allerdings in 36 Stunden 100 Liter Regen auf den Quadratmeter fallen und die Temperaturen nur knapp über 10 Grad sind, dann haben die Küken kaum eine Chance“, sagt der Storchenbetreuer.

Er räumt übrigens mit dem Irrglauben auf, die jungen Störche würden in ihren Nestern ertrinken, wie es vielfach behauptet wird. Die Horste seien so konstruiert, dass sich darin kein Wasser sammle.

Vielmehr durchfeuchte der Regen die Jungvögel so stark, dass sie auskühlten und letztlich stürben. Sehr kritisch sei dies während der vierten und sechsten Lebenswoche. Dann nämlich hätten die Jungen noch kein dichtes Gefieder sondern nur ein luftiges Daunenkleid. Fatalerweise seien sie aber schon so groß, dass die Altstörche es nicht mehr schafften, sie komplett zu hudern, also mit ihren Flügeln abzudecken und so zu wärmen.

Was so hoffnungsvoll begann, endete also in einem Desaster. Entsprechend traurig sieht Andreas Hacks Bilanz aus. Von 29 Storchenpaaren gelang es nur 15 Junge aufzuziehen. Im Vorjahr waren es immerhin 20. Demnach machen sich in den nächsten Wochen 33 Jungtiere auf in wärmere Gefilde, 2016 waren es 40. „Wir kommen somit auf den schlechtesten Wert seit 25 Jahren“, sagt der Storchenbetreuer. Er sieht schwarz für die Population in Stormarn. Denn die schlechte Reproduktionsquote lasse vermuten, dass der Storchenbestand sich in den nächsten Jahren verringern wird. Um den Bestand im Kreis zu erhalten, müssten im Durchschnitt 1,7 Junge pro Horstpaar erfolgreich aufgezogen werden.

Nester müssen gepflegt werden

Nach dem Abflug fängt die Arbeit für die Storchenbetreuer des Naturschutzbunds (Nabu) erst an. Im Oktober gehen sie auf Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester. Das hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Dabei werden wieder etwa zehn bis 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt oder auch saniert. Im Abstand von zwei bis drei Jahren wird das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln befüllt, so dass Regen aus den Nestern besser ablaufen kann. Zudem werde die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie oder Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten. Finanziell unterstützt wird die Nabu-Tour von der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn.

Die Bilanz 2017

Die Nachwuchszahlen sehen so aus:

Bad Oldesloe, Kneeden 0; Bargfeld-Stegen, Tonnenteich 1; Bargfeld-Stegen, Mittelweg 3 und 0, Bargfeld-Stegen, Wilhelmshöhe 3, Bargfeld-Stegen, Elmenhorster Straße 0; Grönwohld 2; Groß Barnitz 0; Heilshoop 3; Jersbek 0; Klein Wesenberg 0; Klein Schenkenberg 0; Langelohe 4; Lasbek- Dorf 2; Meddewade 0; Mollhagen 1; Papendorf 2; Rethwischfeld 0; Rümpel 0; Seefeld 2; Sprenge 2;

Stemwarde 2; Sühlen 2; Tangstedt 0; Todendorf 2; Tremsbüttel 2 sowie Trittau und Westerau jeweils 0.

 Dorothea von Dahlen

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