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Stormarn Nah-SH stellt Prototyp für innovatives Fahrradhaus vor
Lokales Stormarn Nah-SH stellt Prototyp für innovatives Fahrradhaus vor
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12:51 07.07.2017
Dieser Prototyp der Anlage zeigt das sechs mal sechs Meter große Grundmodul mit Zugangssystem. Quelle: Foto: Nah.sh/hfr
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Bad Oldesloe

Im Streit um das optimale System für eine sichere Park & Bike-Anlage am Oldesloer Bahnhof zeichnet sich womöglich eine Lösung ab. Wie berichtet, hatten die Stadtverordneten zwar nach zäher Debatte für den Bau eines vollautomatischen Parkhauses gestimmt, doch war diese Variante aufgrund der prekären Haushaltslage der Stadt jetzt wieder in Zweifel gezogen worden. Im Bau- und Planungsausschuss stellte eine Vertreterin des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (Nah.SH) nun ein Modell vor, das als Kompromiss dienen könnte.

Hauptausschuss tagt

Gesprächsstoff bieten am Mittwoch, 12. Juli, auch die vom Oldesloer Hauptausschuss zu behandelnden Themen. Es geht um das Preissystem für das Travebad ab kommendem Herbst. Des Weiteren wird über die Akzeptanz der Erdgasstelle in der Industriestraße berichtet.

Die Sitzung im Zimmer 2.09 des Verwaltungsgebäudes beginnt 19 Uhr.

„Das Problem, das Sie haben, gibt es in vielen Kommunen. Damit nicht jede Gemeinde bei Null anfangen muss, haben wir ein Modell entwickelt, auf das alle zurückgreifen können“, erklärte Marei Locher von der Nah-SH. Maßgebend sei dabei gewesen, dass das Abstellsystem zum einen funktional, aber auch ästhetisch sei und individuell an die Bedürfnisse in der jeweiligen Gemeinde angepasst werden könne.

Als Partner des Verbunds fungiert die Agentur Bahnstadt aus Berlin. „Wir hatten zum ersten Mal die Chance, eine Forschungsarbeit zu betreiben“, sagte Geschäftsführer Roland Neumann. Wie er erklärte, handelt es sich um eine Sammelschließanlage, die wie ein Modulsystem erweitert und variiert werden kann. Den Prototyp baue eine Firma aus dem Schwarzwald mit einer Niederlassung in Hamburg.

Ausschlaggebend bei der Konstruktion sei gewesen, dass das Gebäude Witterungsschutz, ein geschütztes Zugangssystem, Lademöglichkeiten für Elektrofahrräder und Schließschränke für Helme und Jacken biete. Dabei herausgekommen sei ein überdachtes Modul mit einer Fläche von sechs mal sechs Metern, das wie ein Tisch auf vier Beinen stehe, worin 24 Abstellplätze in Form von Kieler Bügeln untergebracht werden können.

Auf Vorschlag der Planer würde sich für den Oldesloer Bahnhof eine Abstellanlage mit 126 Stellplätzen anbieten mit den Maßen neun mal 21 Meter. 36 Räder könnten speziell in einer Sammelschließanlage untergebracht werden, die so mit einem festen Zaun diebstahlsicher abgestellt werden könnten. Der Zugang werde mit einer vierstelligen PIN möglich, die nur an Berechtigte gegen eine Monats- oder Jahresgebühr ausgegeben werde.

Nach Neumanns Schätzungen könne eine solche Anlage für 250000 Euro errichtet werden. Je nach Ausstattung der Anlage würden die durchschnittlichen Bruttobaukosten pro Platz zwischen 1075 und 1655 Euro liegen.

Marei Locher, die mit der Nah.SH zugleich den Fördermittelgeber für Anlagen dieser Art repräsentierte, mochte sich auch nach mehrmaligem Nachfragen seitens der Ausschussmitglieder nicht auf eine konkrete Fördersumme festlegen lassen. 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten würden nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz bezuschusst, erklärte sie.

Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson stieß sich daran, dass die Anlage keinen Sichtschutz habe und somit kein Anreiz gegeben sei, dass Autofahrer mit ihren teuren Rädern künftig zu Bahnpendlern werden. Neumann konterte, dass es absoluten Diebstahlschutz nicht geben könne, die Gefahr aber tatsächlich nicht groß sei, dass jemand die Lochbleche der Gebäudewände aufschneide.

Einer der anwesenden Radler bat das Gremium inständig, endlich eine Entscheidung zu fällen. Das geschah an diesem Abend indes nicht. Den Antrag von SPD und Grünen, den Sperrvermerk im Haushalt über 645 000 Euro aufzuheben, mochten CDU und Freie Bürger für Bad Oldesloe (FBO) nicht unterstützen, weil dies nach ihrer Ansicht bedeutet hätte, grünes Licht für das teure vollautomatische Radhaus zu geben.

Den Vorschlag der Ausschussvorsitzenden Maria Herrmann (SPD), sich dafür einzusetzen, dass der Beschluss für den Bau dieser Variante aufgehoben wird, mochten die Widersacher aber auch nicht annehmen.

Auf Uwe Rädischs (CDU) Antrag hin soll nun die Verwaltung einen „sauberen“ Beschluss vorbereiten, mit dem die zuvor getroffene Entscheidung rückgängig gemacht werden kann, bevor ein Votum zur Schließanlage der Nah.SH gefällt wird.

 Dorothea von Dahlen

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