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Natur pur: Gratis-Obst für Jedermann

Bad Oldesloe Natur pur: Gratis-Obst für Jedermann

Auf den Streuobstwiesen von Bad Oldesloe können kostenlos Äpfel und Zwetschgen geerntet werden.

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„Alles Obst auf unseren Streuobstwiesen ist ungespritzt und ökologisch“, sagt der Biologe Dr. Kurt Soeffing, der bei der Stadt für Planung und Umwelt zuständig ist.

Quelle: Britta Matzen

Bad Oldesloe. Lust auf süße Zwetschgen oder knackige Äpfel? Die gibt es jetzt sogar gratis – auf den vielen Streuobstwiesen im Land. Allein in Bad Oldesloe hat die Stadt zwölf öffentliche Flächen mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt, die Früchte tragen. „Am Hochkamp haben wir einen Bestand mit etwa 60 Bäumen, der etwa 20 Jahre alt ist“, sagt Dr. Kurt Soeffing, bei der Stadt für die Bereiche Planung und Umwelt zuständig. Etwa ein Hektar groß ist die Fläche, und die Palette für Naschkatzen ist riesig. „Hier wachsen Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen – alles auf Hochstamm gepflanzt“, so Soeffing. Eine Besonderheit seien auch die Walnüsse, die im Oktober, November reif werden.

LN-Bild

Auf den Streuobstwiesen von Bad Oldesloe können kostenlos Äpfel und Zwetschgen geerntet werden.

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Standorte

West V (Wolkenweher Dorfstraße / Schierblicken)  

West IV (Wolkenweher Dorfstraße / Hanelanden  

Glockenkuhle (Am Stadion)

Kistenberg am Königsteich  

Dammannsche Koppel (Gartenstraße)   Höter Berg (Fuchsberg)  

Travewanderweg Lübecker Straße

Gärtnerei Follers  

Steinfelder Redder bei RRB  

Ölmühle  

Kinderbäume Steinfelder Redder  

Am Hochkamp – Wanderweg

Im Moment sind gerade die Zwetschgen erntereif. Immer wieder kommen Leute aus der Nachbarschaft vorbei und pflücken die blaulila-farbenen Köstlichkeiten. Viele verwenden die Früchte zum Kochen für Marmelade. „Ich backe damit heute einen Zwetschgenkuchen für die Enkel“, meint eine Anwohnerin und schwenkt fröhlich ihr Eimerchen.

„Das Gute ist: Hier ist alles ökologisch. Nichts ist gespritzt“, weiß Soeffing. Auch viele alte Obstsorten habe die Stadt auf der Wiese gepflanzt. Unter den Äpfeln seien zum Beispiel der purpurrote Cousinot, Gravensteiner, Goldrenette oder auch der Altländer Pfannkuchenapfel. Allein bei dem Namen läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen.

„Manche Äpfel sehen auch toll aus, wenn man sie vom Baum holt, aber sie schmecken noch gar nicht“, sagt der Biologe, der selbst schon öfters zum Pflücken vorbeigekommen ist. Das seien oft Lageräpfel, die man einige Wochen im kühlen Keller einlagern müsse, bevor sie man sie verzehren könne. „Aber am besten ist: Einfach vorbeikommen und ausprobieren“, empfiehlt der Experte.

Wer das Obst erntet, sollte allerdings einige Regeln beachten. So sollten die Bäume und Sträucher möglich vorsichtig behandelt werden, damit keine Äste abbrechen und sie auch im nächsten Jahr wieder Früchte tragen können. „Denn wenn die Bäume einen Schaden nehmen, können sich Pilze und Schädlinge ausbreiten“, erläutert der Biologe. Das könne unter Umständen das Ende des Obstbaumes bedeuten.

„Damit das nicht passiert, ist es besser, zum Pflücken eine kleine Leiter mitzunehmen, um die Früchte bequem ernten zu können, empfiehlt Soeffing. Beim Anbringen der Leiter sollte man prüfen, ob sie auf sicherem Grund steht und im Baum entsprechend stabil aufliegt.

Auch das Klettern in den Bäumen ist nicht erlaubt. „Die Bäume sind dafür zu schwach“, so Soeffing. Auch die Natur rund um den Ernteplatz sollte möglichst schonend behandelt und nicht zertrampelt werden, denn Streuobstwiesen geben vielen Tieren Lebensraum. „Bis zu 5000 Pflanzen- und Tierarten kommen in Streuobstwiesen vor“, informiert der Umwelt-Experte der Stadt. Viele dieser Pflanzen und Tiere seien in der Roten Liste als gefährdet eingetragen, wie Schmetterlingsarten, Steinkauz, Wendehals, Grünspecht, Fledermäuse und Siebenschläfer.

Streuobstwiesen tragen wegen ihres natürlichen Charakters zum Biotopverbund bei, indem sie als „Trittsteinbiotop“ wichtige Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensräumen herstellen.

Entstehung von Streuobstwiesen

Bis ins Mittelalter wurden Obstbäume vorwiegend in Klostergärten angepflanzt. Als die Menschen Ende des Mittelalters unter großer Not litten, wurden mit Hilfe staatlicher Unterstützung erste Streuobstwiesen angelegt. Mit dem gewerblichen Obstanbau im 19. Jahrhundert begann auch die Hochzeit der Streuobstwiesen. Bauern hatten im 19. Jahrhundert nicht sehr viel Anbaufläche. Damit die Fläche nicht vollständig für die Obstbäume verwendet wurde, pflanzten die Bauern die Bäume auf der Wiese locker verteilt oder entlang von Wegen. Die Wiesen konnten somit weiter beweidet, aber als Ackerlandschaft verwendet werden.

Nach dem 2. Weltkrieg vollzog sich durch die Intensivierung der Landwirtschaft ein grundlegender Wandel. Den immer größer werdenden Maschinen waren Obstbäume im Weg. Durch industrielle Produktionsmethoden verschwand auch die Nachfrage nach vielfältigen Obstsorten. Stattdessen wurden weniger Sorten und größere Erntemengen gefordert. 1953 beschloss das Bundesernährungsministerium eine Rodungsprämie für Obstbäume. Dadurch wurden etwa 60 bis 80 Prozent der Streuobstflächen vernichtet. Heute gibt es wieder Bemühungen in den Städten und Gemeinden, Streuobstflächen anzulegen und damit die alten, robusten Obstsorten zu fördern.

 Britta Matzen

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