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Stormarn Natur und Leben: Fotos von Bernd Nursey
Lokales Stormarn Natur und Leben: Fotos von Bernd Nursey
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18:12 07.10.2017
Mit diesem Schild wurde im Jahr 1988 vor der Krötenwanderung in Zarpen gewarnt.
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Reinfeld

Es gibt kaum einen Verein im Kreis Stormarn, den er in seinem Leben nicht besucht, und kaum ein Thema, das nicht sein Interesse geweckt hat. Der Besuch von Prinz Charles in Trenthorst, Aufführungen der Heidekamper Speeldeel oder Schilder, die vor Jahrzehnten vor Fröschen gewarnt haben: Die Vielfalt der Motive, die Bernd Nursey mit seiner Kamera eingefangen hat, ist groß. Die von der Historikerin Barbara Günther konzipierte Ausstellung „Natur und Leben auf dem Land. Fotografien von Bernd Nursey“ dokumentiert, was die Menschen in vier Jahrzehnten bewegt hat.

Fast 40 Jahre lang war der Journalist Bernd Nursey für die Bad Oldesloer Lokalredaktion der Lübecker Nachrichten im Norden des Kreises Stormarn unterwegs. Eine Ausstellung im Amt Nordstormarn gibt bis zum 10. November einen Einblick in sein fotografisches Vermächtnis.

„Es muss bald 40 Jahre her sein, als wir ihn kennengelernt haben. In unserem Garten hatten wir zu Ostern eine Weide mit bunten Eiern geschmückt. Er klingelte und fragte, ob er davon ein Foto machen könne. Einen solchen Eierbaum gab es damals in Reinfeld noch nicht“, erzählt Greta Nielsen. Beim Betrachten der ausgestellten Fotos werden Erinnerungen wach, bei manchen lächelt sie. „Dieses Foto entstand zum 100-jährigen Bestehen der Druckerei Masuhr. Groß gefeiert wurde damals im Kalkgraben. Wir waren auch dabei“, blickt die Reinfelderin zurück.

Als Hobbyschauspielerin und Regisseurin der Theatergruppe Reinfeld weckt ein Foto der Heidekamper Speeldeel ihr Interesse. Entstanden ist es 1998, als die Laienschauspieler gerade die Komödie „Paul un sin Kusine“ einübten. „Viele, die damals mitgemacht haben, sind auch heute noch dabei“, sagt sie erfreut. Während sie zu vielen Fotos etwas erzählen kann, stehen Sarah Teitge (32) und Christopher Kalyta (31) etwas unschlüssig vor den Bildern in den Fluren des Amtsgebäudes. „Kleinigkeiten kennt man. Man muss sich darauf einlassen“, sagt der junge Mann, der erst kürzlich von Reinfeld nach Westerau gezogen ist.

Amtsdirektor Stefan Wulf steht fasziniert vor einem Foto, das den englischen Thronfolger Prinz Charles zusammen mit den damaligen Bundesministern Renate Künast und Jürgen Trittin im Forschungsinstitut Trenthorst zeigt. „Wie jung die damals noch aussahen“, sinniert der Verwaltungsleiter über die vor 15 Jahren geschossene Aufnahme. Zwar sind viele der Fotos noch schwarz-weiß, aber der Verwaltungsleiter freut sich darüber, dass mit ihnen Abwechslung in die nicht gerade einladenden Flure der Verwaltung Einzug gehalten hat.

„Unsere Besucher sind sehr interessiert. Auch unsere Mitarbeiter haben sich schon intensiv mit den Aufnahmen auseinandergesetzt. Es gibt sogar schon Anfragen, ob die Bilder nach der Ausstellung erworben werden können“, verrät Stefan Wulf.

Der Verwaltungschef war sofort begeistert, als Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und die Historikerin Barbara Günther mit der Idee an ihn herangetreten waren, im Rahmen des Jubiläums „150 Jahre Kreis Stormarn“ die Bilder von Bernd Nursey im Amtsgebäude auszustellen. Den Nebeneffekt, dass die tristen Flure nun mit Galerieschienen ausgestattet sind, möchte er nutzen und Hobbykünstlern aus dem Amtsbereich künftig die Gelegenheit geben, ihre Werke einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Wer Interesse daran hat, wird gebeten, sich bei Britta Boenisch unter der Telefonnummer 04533/20 0932 zu melden.

Kreisarchiv übernahm 20 000 Negative

Sieben Jahre ist es her, dass LN-Kollege Bernd Nursey nur wenige Wochen vor seinem Ruhestand nach kurzer und schwerer Krankheit am 6. Januar 2010 starb. Er wurde nicht nur von allen Kolleginnen und Kollegen, sondern auch von seinen Wegbegleitern aus Politik, Vereinen und anderen Institutionen geschätzt. Seinen Bildbestand mit 20000 Schwarz-Weiß- und Farbnegativen hat das Kreisarchiv übernommen, gesichtet und mit Förderung der Jürgen-Wessel-Stiftung digitalisiert. Rund 2000 Fotos konnten inzwischen den entsprechenden Presseartikeln zugeordnet werden.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 10. November im Amt Nordstormarn, Am Schiefen Kamp 10, in Reinfeld. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag zusätzlich von 14 bis 16 Uhr, Donnerstag von 15 bis 18 Uhr.

Zur Ausstellung hat das Kreisarchiv ein Begleitheft mit den ausgestellten Fotos herausgegeben, das für neun Euro im Buchhandel und im Vorzimmer des Amtsdirektors erhältlich ist. pd

Petra Dreu

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