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Neue Blitzanlagen könnten Temposünder ausbremsen

Bad Oldesloe Neue Blitzanlagen könnten Temposünder ausbremsen

Mit festen oder auch mobilen Blitzanlagen könnten auch Temposünder in Stormarn ausgebremst werden - darüber beraten jedenfalls die Kreistagsabgeordneten während der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses am kommenden Montag.

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Mobile Blitzgeräte werden zurzeit erprobt. Sie können problemlos an unterschiedlichen Standorten aufgestellt werden.

Quelle: HOLGER KRÖGER

Bad Oldesloe.  Die Kreisverwaltung will umfangreiche Informationen zu dem Thema liefern. „Wir wollen das diskutierten. Es soll aber keine moderne Wegelagerei geben“, gibt Ausschussvorsitzender Lukas Kilian (CDU) die Marschrichtung vor.

LN-Bild

Kreisverkehrsausschuss behandelt ein brisantes Thema.

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Politiker sowie Bürgermeister aus den Städten und Kommunen äußerten immer wieder die Vorstellung, dass auch in Stormarn die vorgeschriebenen Tempolimits auf den Straßen besser überwacht werden sollten, erläutert Ingo Lange, Fachdienstleiter für öffentlichen Sicherheit im Oldesloer Kreishaus. Doch das Land habe mit seinen Richtlinien klare Grenzen für derartigen Aktivitäten gezogen. Nur in Bereichen mit Unfallschwerpunkten, wenn es um den Lärmschutz gehe oder wenn wegen baulicher Gegebenheiten eine Gefahrenstelle erkannt sei, könnten Blitzgeräte installiert werden. Nach den aktuellen Informationen, so Ingo Lange, gebe es dafür einen möglichen Bereich an der Landesstraße 224 in Ahrensburg.

„Wir haben öfters Hinweise, dass vor Schulen oder Altenheimen zu schnell gefahren wird“, betont Lukas Kilian. Beschwerden kämen von Bürgern oder auch aus den Verwaltungen. Aus diesem Grund wollten die Mitglieder des Kreisverkehrsausschusses beraten, ob es Möglichkeiten für eine bessere Kontrolle gebe. „Es geht aber nicht darum, an jeder Ecke ein Gerät aufzustellen, um den Bürger abzuzocken“, so der Abgeordnete. Im aktuellen Verkehrssicherheitsbericht werde außerdem dargestellt, dass es in Stormarn kaum Unfallschwerpunkte gebe.

Die Geschwindigkeitsüberwachung liegt in Händen des Kreises – er kann überall inner- und auch außerorts auf allen Strecken kontrollieren lassen. Es gibt nur eine Ausnahme: Die Autobahnen sind tabu, sie werden von der Polizei überwacht. „Wir müssen die Kosten für die Aktionen übernehmen. Dafür bleiben auch die eingenommenen Bußgelder bei uns“, sagt Ingo Lange. Zuvor müsste kräftig invertiert werden. Von 60000 Euro an aufwärts, so der Fachdienstleiter, koste eine fest installierte Blitzanlage. Und die müsse sich im Laufe der Jahre amortisieren.

Nach den Erfahrungen hätten sich die Autofahrer allerdings nach wenigen Wochen auf die Kontrollsituation eingestellt und fahren meistens vorschriftsmäßig. Ingo Lange favorisiert daher eher die Anschaffung einer mobilen Anlage, wie sie zurzeit in Lübeck erprobt werde. Diese so genannten Blitzeranhänger könnten für bestimme Zeit an einem neuralgischen Punkt eine Straße überwachen und dann an einen neuen Standort wechseln. Dies sei durchaus sinnvoll, weil sich dann die Temposünder eben nicht auf diese Kontrollen einstellen könnten.

Mobile Messungen gibt es bereits dank einer kreiseigenen Anlagen, die von der Polizei eingesetzt wird. Diese Anlage sei dank eines Zwei-Schichten-Betriebes gut ausgelastet, erläutert Ingo Lange. Die Polizisten seien vor Ort, wenn es Informationen geben, dass in besonderen Bereichen besonders häufig gerast werde. „Es geht oft nur um gefühlte Überschreitungen. Bei den dann vorgenommenen Kontrollen kommt nicht viel heraus“, so der Fachdienstleiter.

Von Kreisverwaltung und Politikern wird in den Fokus gerückt, dass ausschließlich eine Verbesserung der Verkehrssicherheit das ausschlaggebende Kriterium für die Installation von Blitzanlagen sei.

„Denn die Einnahmen durch die Tempoverstöße benötigen wir eigentlich gar nicht“, sagt Lukas Kilian mit Blick auf die außerordentlich gute finanzielle Lage des Kreises Stormarn – der weise nämlich auch ohne das Kassieren von weiteren Bußgeldern einen ausgeglichenen Haushalt in diesem Jahr auf.

Stormarn gibt viel Geld für die Sanierung von Kreisstraßen aus

2015 ist eine Vereinbarung des Kreises Stormarn mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein in Kraft getreten, nach der jedes Jahr 700000 Euro vom Kreis für ein Deckenerneuerungsprogramm für Kreisstraßen bereitgestellt werden. Für zusätzliche Erhaltungsmaßnahmen wird ein variabler Ergänzungsbetrag von zurzeit 200 000 Euro zur Verfügung gestellt. In seiner Sitzung am Montag, 24. April, hat der Verkehrsausschuss des Kreises das Deckenerneuerungsprogramm für 2018 auf der Tagesordnung. Vorgesehen ist, dass die Fahrbahndecke der K 39 zwischen Siek und Lütjensee auf 1,8 Kilometer Länge saniert werden soll. „Die Fahrbahndecke weist viele Längs- sowie Netzrisse auf“, heißt es. Dazu kämen erhebliche Spurrinnen, und die Randbereiche seien versackt. Für die Maßnahme sind 450000 Euro vorgesehen. Das Gleiche gilt für die K 74 von Altfresenburg bis Neufresenburg. Hier sollen 1,9 Kilometer für 250000 Euro saniert werden. Im Rahmen des Zusatzprogramms soll die K 8 zwischen Wulmenau und Trenthorst saniert werden. Auch sollen Abdichtungen der Brücke L94/K80 in Glinde erneuert werden. Für beide Projekte sind je 100000 Euro geplant.

Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Raum F 22 an der Oldesloer Mommsenstraße.

 Michael Thormählen

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