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Stormarn Neue Chance für Bargteheides Kino?
Lokales Stormarn Neue Chance für Bargteheides Kino?
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16:36 25.10.2018
Hans-Peter Jansen holt Kinopromis nach Bargteheide und wurde für sein Programm vom Bund ausgezeichnet. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Gibt es doch noch eine Möglichkeit, den Kinobetrieb im Kleinen Theater in Bargteheide zu retten? Am Mittwoch hatten die Bargteheider Grünen und die SPD das Thema per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung des Hauptausschusses setzen lassen. Die Stadt hat nun den Auftrag erhalten, einen neuen Vertrag mit klaren Nutzungsbedingungen aufzusetzen und den Kinobetrieb öffentlich auszuschreiben. Damit hätte auch Kinobetreiber Hans-Peter Jansen eine Chance, sich erneut um den Kinobetrieb zu bewerben. Er hatte angekündigt, den Betrieb des „Cinema Paradiso“ Ende November einzustellen.

„Der bisherige Vertrag zwischen Hans-Peter Jansen und der Stadt läuft ab“, erklärt Dr. Ruth Kastner, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bargteheide. Grund sei, dass Jansen vor einem Jahr die Option der Verlängerung nicht genutzt habe. Jansen hatte moniert, dass der Trägerverein des Hauses zu viele Tage für eigene Veranstaltungen beansprucht habe, so dass der Betrieb des Kinos unwirtschaftlich geworden sei. „In der Sitzung wurden keine Beschlüsse gefasst, aber wesentliche Feststellungen getroffen“, so Ruth Kastner weiter. „Tatsache ist, dass der Pachtvertrag 2005 zwischen der Stadt und Herrn Jansen geschlossen wurde, nicht mit dem Trägerverein.“ Deshalb müsse die Stadt nun einen neuen Vertrag formulieren und den Kinobetrieb neu ausschreiben.

Die Grünen und die SPD hätten dafür plädiert, um die Kontinuität und Qualität des Kinos aufrecht zu erhalten, den Vertrag mit Jansen doch noch bis 2020 zu verlängern. „In dem Jahr laufen alle Pachtverträge aus, so dass man einen Neuanfang machen könnte.“ Laut Kastner sollte auch die Konstruktion mit dem Trägerverein auf den Prüfstand kommen, um eine gute Lösung für Bargteheide zu finden. „Die ehrenamtliche Arbeit ist anerkennenswert, aber für das Kleine Theater braucht es einen professionellen Intendanten.“ Dieser Vorschlag habe allerdings keine Mehrheit gefunden. „Wir haben die Sorge, dass das Kino in der bisherigen Qualität und Kontinuität nicht weitergeführt werden kann.“

Hans-Peter Jansen will nicht mehr

Hans-Peter Jansen sieht keine Zukunft für sich in Bargteheide. „Das Kino dort ist für mich erledigt“, sagt er. „Alles, was jetzt gesagt wird, ist unglaubwürdig.“ Er habe bereits 2017 das Thema des Vertragsbruchs angesprochen, ohne dass etwas passiert sei. Deshalb sehe er auch jetzt keinen Grund, das Kino weiterzuführen. „Der Trägerverein entscheidet mit Gutsherrenmentalität“, erneuert Jansen seinen Vorwurf. „Ich werde mich nicht bewerben, auch ein neuer Vertrag würde nicht besser aussehen.“

Für die Freunde seines Kinoprogramms tue es ihm unendlich Leid. „So etwas werden sie nicht wieder bekommen“, ist Jansen sich sicher. „Alle großen Kulturmacher –Kulturring, die alte Theaterschule, Kino –haben sie jetzt aus dem Haus getrieben. Damit ist das Thema Kulturmetropole Bargteheide vorbei.“

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht ist um Einigung bemüht. Dazu habe es verschiedene Gespräche gegeben, um zu schauen, unter welchen Voraussetzungen ein weiterer und konfliktfreier Kinobetrieb möglich sei. „Schließlich geht es darum, eine vielfältige Kulturlandschaft in Bargteheide für die Bürgerinnen und Bürger zu sichern.“ Der Ausschuss habe keine Beschlüsse gefasst. Die Sachlage bleibe daher im Hinblick auf den auslaufenden Pachtvertrag mit dem Kinobetreiber zum Jahresende 2018 unverändert. „Gleichwohl haben wir uns für die weitere Beratung auf mögliche Verfahrensschritte verständigt, die sicherstellen, dass auch zukünftig in Bargteheide gutes Kino laufen kann. Auf welchem Weg dies letztlich ermöglicht wird, bleibt der Entscheidung der Politik vorbehalten.“

Sie werde sich weiter dafür einsetzen, dass die kulturelle Vielfalt der Stadt erhalten bleibe, so die Verwaltungschefin weiter. „Eine wesentliche Erkenntnis für mich ist deshalb auch, dass wir die bereits vorgesehene Evaluierung der Vertragslagen und der Zusammenarbeit im Kleinen Theater nun endlich vornehmen und die konzeptionelle Neuordnung des Hauses vorplanen.“

Bettina Albrod

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