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Neue Heimat für Wiesenschlüsselblume

Groß Barnitz Neue Heimat für Wiesenschlüsselblume

Knapp 20 freiwillige Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) haben rund 1000 Wiesenschlüsselblumen im Travetal bei Groß Barnitz eingepflanzt. Damit soll eine wertvolle Pflanze auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wieder heimisch werden - und im Frühling ein gelbes Blütenmeer entstehen.

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Spaß trotz der Knochenarbeit: (v. l.) Christian Dolnik, Marika Jäkel und Sabine Reichle pflanzen ganz fleißig.

Groß Barnitz. Eigentlich war es gestern ein Job für Muskelkraft und Spitzhacke denn für zarte Hand und grünen Daumen: Der Lehmboden im Travetal bei Groß Barnitz erwies sich nämlich als steinhart, als knapp 20 freiwillige Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) rund 1000 Wiesenschlüsselblumen einpflanzten. Damit soll eine wertvolle Pflanze auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wieder heimisch werden.

LN-Bild

1000 Exemplare wurden im Travetal bei Groß Barnitz gepflanzt – Gelbes Blütenmeer im Frühling.

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„Im nächsten Frühjahr kann das ein großes gelbfarbenen Blütenmeer geben“, erläuterte Christian Dolnik. Der Biologe betreut für die Stiftung das Projekt „BlütenMeer 2000“. Die Wiesenschüsselblume ist von der Loki-Schmidt-Stiftung als „Blume des Jahres 2016“ in den Fokus gerückt worden. Und das hat sich nach den Worten von Christian Dolnik diese Pflanze auch mehr als verdient: „Sie ist nämlich die erste, die bei uns blüht, schon im März oder April.“

Die Naturschützer wollen mit ihrem Projekt dafür sorgen, dass Blumen wieder an Standorte zurückkehren, von denen sie einst vertrieben wurden. „Diese Flächen dienten früher als Ackerland. Während dieser Nutzung sind viele Pflanzen verschwunden“, erläuterte der Biologe. Rund 50 Hektar befinden sich mittlerweile im Eigentum der Stiftung. Die Flächen sind naturbelassen und werden nur von einer Herde Aubrac-Rindern genutzt (siehe weiteren Bericht).

„In einigen Fällen sind Pflanzen wieder zurückgekehrt, nicht aber die Wiesenschlüsselblume“, betonte Christian Dolnik. Das Saatgut der jetzt im Travetal gepflanzten Exemplare stammt vom Gelände des Truppenübungsplatzes Putlos im Kreis Ostholstein. Die jüngste Aktion war auch mit Hilfe des Nabu Reinfeld-Nordstormarn organisiert worden. Dessen Vorsitzende Sabine Reichle lotste die Helfer vom Ortsausgang in Groß Barnitz bis zu dem Abhang an einem kleinen Gewässer.

An dieser Stelle soll im kommenden Jahr ein Dorado für Hummeln entstehen. Denn die Wiesenschlüsselblume, so Christian Dolnik, wird besondern gern von diesen Tieren angeflogen: „Wir hoffen, dass wir die richtige Stelle gefunden haben, denn die Pflanzen brauchen offene Flächen mit viel Licht.“ Für eine weitere Ausbreitung sollen dann auch die Aubrac-Rinder sorgen, die an den Pflanzen vorbei gehen und deren Samen weitertragen. „Diese Blume breitet sich deshalb immer nur sehr begrenzt aus. Ist sie erst mal von einer Fläche verschwunden, dann kann sie sich nicht wieder selbst ansiedeln“, so der Biologe.

Neben der „Blume des Jahres 2016“ werden zurzeit weitere Stiftungsflächen im Travetal bepflanzt. Dabei geht es um den Echten Dost, den Wirbeldost, die Europäische Goldrute, den Feldbeifuß oder den Wildklee. Die Aktion wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Dabei werden nicht nur freiwillige Helfer im Einsatz sein, für das Projekt „BlütenMeer 2020“ sind auch Profi-Pflanzer aktiv.

Das gesamte Vorhaben wird noch in den kommenden vier Jahren mit zwei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Ziel sei unter anderem, den Muttertags-Blumenstrauß wieder vor der eigenen Haustür pflücken zu können.

Im Travetal sind dafür die ersten Schritte unternommen. Damit verbunden ist nach den Worten von Christian Dolnik auch eine Ausbreitung von wertvollen Tierarten. So fühlten sich auch Libellen oder Frösche wieder verstärkt heimisch in der Region.

Selbst im Winter kein zusätzliches Futter

30 Aubrac-Rinder sind die mit Abstand größten Bewohner der Flächen, die der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Travetal gehören. Die robuste Rasse stammt aus Frankreich und kommt fast ohne menschliche Hilfe aus. Züchter Dirk Düwiger hat die 50 Hektar Stiftungsland für seine Tiere gepachtet, die sich das ganze Jahr über frei bewegen können. „Die Herde bleibt aber immer zusammen“, so der Tierhalter. Zugefüttert müsse selbst bei Schnee und Eis nicht. „Die Tiere kratzen dann die Pflanzen frei, um an das Futter zu kommen“ so Dirk Düwiger. Angesicht der „natürlichen und artgerechten Haltung“ besitze das Fleisch der Tiere einen „außergewöhnlich guten Geschmack“. Es wird von dem Züchter direkt vermarktet.

Weitere Infos unter Telefon 04539/8181 oder im Internet unter www.hof-duewiger.de.

 Michael Thormählen

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