Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Neue Pastorin freut sich auf Team-Arbeit
Lokales Stormarn Neue Pastorin freut sich auf Team-Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:26 07.10.2016
Die Jugendstilmöbel, die sie von ihrer Oma geerbt hat, sind für Barbara Süptitz von großer Bedeutung. Quelle: Dorothea von Dahlen
Anzeige
Rethwisch

Was ihren neuen Arbeitsplatz anbelangt, so hat Barbara Süptitz (56) einen riesigen Zeitsprung getan. An die altehrwürdigen Gemäuer mittelalterlicher Kirchen gewohnt, wird sie ihre Gottesdienste fortan in einem modernen, ja fast futuristisch erscheinenden Bauwerk zelebrieren, der 1968 von Hanns Hoffmann geweihten Christuskirche. Die Pastorin ist Nachfolgerin von Eva Rincke, die als Referentin der Kirchenleitung nach Kiel gewechselt ist.

„Als ich die Kirche das erste Mal sah, dachte ich, man hat das eigentliche Gebäude unter dem Dach vergessen“, sagt Barbara Süptitz lachend, auf die bis zum Boden reichende Zeltkonstruktion des Gotteshauses anspielend, dessen Turm zudem separat neben dem Kirchenschiff steht. Sie räumt ein, dass es eine „Riesenumstellung“ sein wird, fügt aber erleichtert hinzu, dass die Kirche funktionaler ist als die alten Bauten und – was noch viel wichtiger sei – ordentlich beheizbar.

Barbara Süptitz, die zuvor in der Kirchengemeinde Ducherow im mecklenburgischen Vorpommern als Pastorin tätig war, hat über all die Jahre zu spüren bekommen, was es heißt, historische Architektur mit geringen Mitteln in Schuss halten zu müssen. Die Tatsache, dass die Substanz alter sakraler Bauten während der DDR-Zeit sträflich vernachlässigt wurde, ließ sie nach der Wende neben ihrer seelsorgerischen Arbeit zur Bauherrin werden. „In fast allen Kirchen wurde immerzu gebaut“, erzählt die Pastorin. Die Erkenntnis, dass damit wohl auch lange noch nicht Schluss sein wird, ereilte sie ausgerechnet bei ihrer Verabschiedung Mitte September. An der über Jahre hinweg akribisch restaurierten St. Petri-Kirche in Kagendorf hatte sich – gut verborgen im Fachwerkturm – schon wieder Schwamm ausgebreitet.

Viel wichtiger als der Zustand alter Gemäuer ist für die Pastorin der Kontakt zu anderen Menschen und die Arbeit im Team. „Das war für meine Bewerbung für die Stelle in Rethwisch entscheidend“, erzählt Barbara Süptitz. Bislang war sie für die vielen kleinen Gemeinden allein zuständig, hatte kaum Kollegen. Sie fungierte als Hausmeister und war sogar für die Friedhofsverwaltung zuständig.

Jetzt freut sie sich auf die Kooperation mit den anderen Pastoren der Kirchengemeinde Bad Oldesloe, zu der auch der dritte Pfarrbezirk Rethwisch gehört. „Es herrscht hier ein familiäres Einvernehmen“, sagt die gebürtige Rügenerin. „Ich finde es auch schön, dass es hier Chöre gibt. Ansonsten bin ich offen für alles.“

Doch es gab noch weitere Gründe für ihre berufliche Neuorientierung. Zwei ihrer Kinder wohnen in Norderstedt und Schneverdingen. Und da die jüngste Tochter inzwischen die Schule beendet hat und studieren will, war dies für Barbara Süptitz und ihren Ehemann Albrecht der Startschuss, um noch einmal neu anzufangen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier heimisch werden“, sagt sie und verweist darauf, dass ihre Kirchengemeinde schon lange eine intensive partnerschaftliche Beziehung zur St. Michaelis in Hamburg gepflegt hat.

Ehemann Albrecht Süptitz (59) ist Jugenddiakon und war zuvor für den Jugendmigrationsdienst im Kreis Ostvorpommern zuständig und begleitete junge Migranten aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea. Er sucht noch eine Anstellung in der Region. Er will demnächst im Kinder- und Jugendhaus St. Josef in Bad Oldesloes hospitieren, in dem viele unbegleitete junge Flüchtlinge betreut werden.

Wenn sich die neue Pastorin am morgigen Sonntag den Gemeindegliedern vorstellt, wird manch einer verdutzt sein. Die Christuskirche wird mit herbstlichen Accessoires dekoriert sein. „Eigentlich sollte der Gottesdienst schon zum Erntedankfest stattfinden. Da konnte der Probst aber nicht und wir mussten ihn verschieben“, erklärt Barbara Süptitz. So hat sie kurzerhand auch den Festtag um eine Woche verschoben. Die Botschaft wird sein: „Unsere Gesellschaft ist wohlhabend, aber nur das Teilen macht erst richtig reich.“ Zur festlichen Stimmung tragen auch die Chorsänger von Rethwisch bei.

Propst zu Gast

Zur feierlichen Einführung von Pastorin Barbara Süptitz lädt die Evangelisch- Lutherischen Kirchengemeinde Oldesloe für den morgigen Sonntag, 9. Oktober, zum Gottesdienst in die Christuskirche zu Rethwisch ein. Beginn ist um 14 Uhr. Propst Dr. Daniel Havemann vom Kirchenkreis Plön-Segeberg führt die neue Pastorin in ihr Amt ein. Sie tritt die Nachfolge von Pastorin Eva Rincke an. Im Anschluss findet ein Empfang im Gemeindehaus statt, zu dem alle eingeladen sind. Zugleich wird Erntedank gefeiert. Spenden aus Garten, Feld und Wald für die Dekoration werden am heutigen Sonnabend um 15.30 Uhr an der Christuskirche entgegengenommen.

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwischen den Steinburger Ortsteilen Sprenge und Mollhagen soll ein neuer Radwanderweg entstehen. Er führt von der Kreisstraße 37 durch den Ort Sprenge bis hin zur Landesstraße 296.

07.10.2016

Tee oder Kaffee? Ach, ich trink beides. Wein oder Bier? Keins von beiden, lieber was antialkoholisches wie Spezi oder Schorlen. Süß oder doch lieber herzhaft? Süß (leider).

07.10.2016

Eine fundierte Ausbildung zum Babysitter bietet der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) jungen Menschen in Bad Oldesloe und Bargteheide während der bevorstehenden Herbstferien an.

07.10.2016
Anzeige