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Stormarn Neue Pläne für Windkraft
Lokales Stormarn Neue Pläne für Windkraft
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12:16 31.08.2018
Der bestehende Park von Windkraftanlagen bei Barkhorst und Krummbek soll erweitert werden. Quelle: Dorothea von Dahlen
Lasbek/Steinburg

Regionen in zwei Gemeinden im Amt Bad Oldesloe-Land sind auf der Landkarte von der Landesplanung mit großen gelben Flecken versehen worden. Das sind die neuen Vorranggebiete für die Windenergie in Lasbek und Steinburg.

Harald Lodders hat einen ersten Blick auf den Bereich zwischen Barkhorst und Krummbek geworfen – denn hier sehen die aktuellen Pläne der schleswig-holsteinischen Landesregierung Flächen vor, auf denen später Windkraftanlagen entstehen sollen. Ohne die Planungen im Detail zu kennen, hat der Lasbeker Bürgermeister bereits festgestellt, dass auch schon in der Vergangenheit diese Region für die alternative Energie ausgewiesen werden sollte: „Das Gebiet hat sich jetzt allerdings etwas verlagert und könnte etwas größer geworden sein.“

Harald Lodders hebt hervor, dass Windenergie bereits seit den neunziger Jahren in der Gemeinde Lasbek eine wichtige Rolle spiele. So seien in der Nähe von Barkhorst sechs Anlagen errichtet worden. „Wir müssen jetzt ausrechnen, was noch dazu kommen könnte“, so der Bürgermeister weiter. Er weist auf eine Stellungnahme der aus dem vergangenen Jahr hin. Darin habe die Gemeinde auf Abstände zur Wohnbebauung hingewiesen, um Lärm für die Menschen zu vermeiden. „Wir wollen außerdem keine 200 Meter hohe Windräder“, sagte Harald Lodders.

Ein weiteres Kriterium sei außerdem der Hinweis, dass auch künftige Windräder nicht mit einer Beleuchtung, die nachts ständig eingeschaltet ist, ausgestattet werden sollten. Die Mitglieder der Gemeindevertretung wollen sich nach den Worten des Bürgermeisters jetzt mit den aktuellen Plänen zu den Vorranggebieten beschäftigen: „Wir müssen dann auch entscheiden, ob wir unsere Stellungnahme überarbeiten wollen.“

Bauamtsleiter Ralf Maltzahn (Amt Oldesloe-Land) Quelle: LNBILD

Ralf Maltzahn, Bauamtsleiter im Amt Bad Oldesloe-Land, weist darauf hin, dass die Mitwirkung der Gemeinden beim Thema Windenergie eingeschränkt seien. Von der Landesplanung werde jetzt ein Beteiligungsverfahren eröffnet und Gemeindevertretungen könnten durchaus „ihren politischen Willen“ äußern, wenn sie eine Stellungnahme abgeben wollten. Doch ausschließlich fachliche Gründe sollten vorgebracht werden, um an den Plänen Kritik zu üben, erklärte der Bauamtsleiter. Nur auf diesem Wege könnte eine Kommune noch Einfluss nehmen, weil die Landesplanung das Thema Vorrangflächen für Windenergie an sich gezogen habe.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung wies Ralf Maltzahn darauf hin, dass es auch für den Bau von Windkraftanlagen in der Gemeinde Lasbek Ausnahmegenehmigungen gebe: „Da ist noch zu klären, ob die weiterhin Bestand haben.“

Harald Lodders Quelle: Dorothea von Dahlen

Noch keine Beschlussfassung zu Windkraft-Flächen gibt es in der Gemeinde Steinburg – das hob Bürgermeister Wolfgang Meyer hervor. Betroffen ist in der Gemeinde eine Region zwischen den Orten Steinburg und Schiphorst: „Wir haben ja schon Windmühlen in dem Bereich.“ Deshalb sei es bisher nur um die Frage gegangen, ob ein Repowering von bereits vorhandenen Anlagen vorgesehen sei.

Die Gemeinde, so der Bürgermeister, sei schon mehrfach bei der Ausweisung von Vorranggebieten von der Landesplanung berücksichtigt worden. „Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, bis die neuen Unterlagen vorliegen“, so Wolfgang Meyer. Dann könne das Thema auch von der Gemeindevertretung Steinburg beraten werden.

Weitere Vorranggebiete mit größeren Ausmaßen sind von der Landesplanung im Amt Bad Oldesloe-Land nicht vorgesehen. Im noch anlaufenden Anhörungsverfahren können auch Bürger zu Wort kommen, die Kritik üben wollen. Als fachliche Gründe gelten dabei insbesondere ein zu geringer Abstand zur Wohnbebauung oder falls Gefahren für Tiere drohten – wenn Windräder beispielsweise den Vogelflug behindern könnten.

 

Kein Gebiet bei Hammoor

Auch bei Hammoor sollte nach früheren Vorstellungen der Landesplanung ein Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen worden. Das hat sich geändert, denn statt Windkraft soll es künftig Gewerbeflächen. Der Kreis Stormarn will außerdem für den Bau eines Autohofes sorgen. Es hatte deshalb erhebliche Proteste gegeben, weil Windkraftanlagen diese Pläne möglicherweise verhindert hätten. Erleichterung herrschte deshalb auch bei der Wirtschafts-Aufbaugesellschaft Stormarn, weil nun sechs Hektar für den Bau eines Autohofes zur Verfügung stehen. Damit soll die Situation im Schnittpunkt der Autobahnen 1 und 21 entschärft werden. Anfang kommenden Jahres könnten die Planungen für dieses Projekt baureif sein.

 

M. Thormählen

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