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Stormarn Neue Unruhe in der Heidekamper Wehr
Lokales Stormarn Neue Unruhe in der Heidekamper Wehr
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21:17 19.08.2013
Geht es um die Personalstärke seiner Mannschaft, nimmt Wehrführer Stephan Thews kein Blatt vor den Mund. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
Die

Überraschung am Übungsabend: Jetzt kam Bürgermeister Dr. Horst Mosler unangemeldet zu den Brandschützern und befragte jeden einzelnen, wie er mit seiner Wehrführung im Ort zufrieden sei.

Er sei zuvor, sagt der Bürgermeister, von mehreren Mitgliedern angesprochen worden. Die hätten Kritik geäußert. Bei einer anschließenden Abstimmung habe die Mehrheit sich aber hinter Stephan Thews gestellt.

Ein wesentlicher Grund für die Unruhe ist die fortwährende Diskussion darüber, ob die Wehr ausreichend Leute hat oder nicht. Und damit die Diskussion über eine Pflichtwehr. Allerdings glaubt der Bürgermeister, dass mit den derzeit 16 einsatzbereiten Mitgliedern plus den beiden Anwärtern genügend Leute für den Brandschutz zur Verfügung ständen.

„Das Thema soll endlich vom Tisch“, sagt Mosler. Unterstützung erhält er von Amtswehrführer Albert Iken: „Wir wollen niemanden zur Mitgliedschaft zwingen.“ Vielmehr sollte die Feuerwehr ein attraktiver Club sein, in den man freiwillig gehe. „Deshalb das F in unserem Namen.“

Das Problem ist nicht neu. Bereits 2006 schwebte der Begriff Pflichtwehr schon einmal über Heidekamp. Die Personaldecke war derart kurz, dass der damalige Wehrchef Gerd Menge in Sorge war. Doch dann traten ein paar neue Leute ein. Die Pflichtwehr wurde gerade noch abgewendet.

Erst im März brachten Wehrführer Stephan Thews und der damalige Bürgermeister Sven Müller eine solche Zwangsverpflichtung wieder ins Gespräch. Das war kurz vor der Kommunalwahl. Müller wusste schon damals, dass er wenig Dank ernten würde. „Dafür gibt es bestimmt keinen Preis“, sagte er. Aber bei den seinerzeit nur noch acht verfügbaren Feuerwehrleuten wollte Wehrführer Thews nicht weiter die Verantwortung übernehmen. Es bräuchte idealerweise etwa 27 Leute.

Für Müller könnten seine Überlegungen zur Pflichtwehr mit ein Grund für sein schlechtes Wahlergebnis sein. „Das hat einige abgeschreckt“, sagt er rückblickend. Grundsätzlich sei die Diskussion aber richtig gewesen. Wissend, „dass eine Pflichtwehr mit Sicherheit die schlechteste Lösung ist“.

Vielmehr schwebt ihm eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren vor, um die Attraktivität einer Feuerwehrmitgliedschaft zu steigern. Etwa bei der technischen Ausbildung in Reinfeld.

Aber die Sensibilisierung für das Thema müsse schon sein. „Möglicherweise haben wir die Leute nicht ausreichend angesprochen“, räumt er heute ein. Öffentlichkeitsarbeit sei wichtig.

Reinfelds vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit
Feuerwehr der Karpfenstadt kann bei der Öffentlichkeitsarbeit als Vorbild dienen — zum Beispiel am Mitmachtag nächsten Sonntag, 25. August. Dann lädt sie von 11 bis 17 Uhr rund um das Rettungszentrum in die Ahrensböker Straße 69 ein. Dabei wollen sie einen Überblick über ihr Leistungsspektrum bieten. Sie beziehen die Besucher in die Übungen ein. Damit die, wie die Brandschützer sagen, hautnah erleben, was es bedeutet, im Feuerwehreinsatz zu stehen. Alle Sparten der Reinfelder Wehr werden sich vorstellen.

Uwe Krog

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