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Stormarn Neue Zeiten im Oldesloer Kino: Festplatte statt Filmrolle
Lokales Stormarn Neue Zeiten im Oldesloer Kino: Festplatte statt Filmrolle
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20:32 24.10.2013
Die Festplatte für den digitalen Projektor: Jens Engelhardt von Cine Project installiert mit drei Kollegen die neuen digitalen Kinoprojektoren in Bad Oldesloe. Quelle: Fotos: K. Kuhlmann-Schultz (4)/dpa

Der klassische Filmvorführer kann einpacken: Auch im Bad Oldesloer OHO-Kino sind die Zeiten des Zelluloid-Filmes jetzt endgültig vorbei. In allen drei Kinos werden die Filme seit gestern Abend rein digital präsentiert. Und nicht nur das. Heinz Wittern, Inhaber des Kinos, wird in spätestens drei Wochen seinen Zuschauern auch animiertes 3-D-Kino anbieten.

Knapp drei Jahre hat es gedauert, bis jetzt endlich die drei digitalen Filmprojektoren installiert werden konnten. „Damals, als Avatar anlief, war mir klar, dass wir da was machen müssen“, erinnert sich Heinz Wittern an den alles entschiedenen Anstoß. Mit Hilfe einer Bürgschaft der Stadt in Höhe von 80 000 Euro und einem Bank-Kredit gelang es dem Kinobetreiber jetzt, die Digitalisierung umzusetzen.

„Ich freue mich auf die Zukunft“, so Wittern. Denn die drei neuen Projektoren ermöglichen nicht nur den Weiterbetrieb des Kinos. Auf ihnen kann Wittern nicht nur die Filme des Filmverleihers auf Festplatte abspielen, er kann auch DVD oder Blue Rays einlegen. Oder — bei entsprechender Ausstattung mit einer Satelliten-Anlage — Übertragungen per Live-Stream in sein Kino holen. Übertragungen aus der Metropolitan Opera in New York oder von Filmfestspielen landen so in Bad Oldesloe — ein völlig neues Kinoerlebnis.

Die großen Blockbuster, erklärt Jens Engelhardt, Filialleiter von Cine Project aus Norderstedt, der zusammen mit drei Kollegen die neuen, 46 Kilogramm schweren Projektoren installiert, könne Wittern über den Hollywood Content von Warner Brothers zeigen. Gesteuert werden alle drei Kinos künftig über den PC. „Von der Kasse aus“, so Engelhardt, „kann alles geregelt und gestartet werden“. Ob Saallicht, Lautstärke oder Start des Films. Mit entsprechender Handy-App würde dies sogar von außerhalb gehen. Beispielsweise aus dem Urlaub heraus. Jens Engelhardt findet die Vorstellung witzig. Am Strand von Gran Canaria mal kurz den Kino-Film starten.

Natürlich entfällt mit der Digitalisierung das Wechseln der Filmrollen nach 600 Metern. „Kratzer, Laufstreifen oder auch Klebestellen“, so der Experte, „sind auch nicht mehr zu sehen“. Letztlich sei es, als wenn ein Cineast eine DVD einlege. „Es ist, als wenn man einen Film vom Laptop startet.“

Heinz Wittern ist aber ein Stück weit auch Nostalgiker. Ihm wird das Wechseln der Filmrollen fehlen. „Ich habe immer gerne einen Film in der Hand gehabt.“ 1986 hat Wittern in dem Kino als Filmvorführer angefangen, später wurde er Inhaber. „Ich habe mein Leben lang Filme eingelegt — und auf einmal ist alles weg“, mit Wehmut ist sein Blick in die Zukunft gerichtet.

Ihm sei aber auch keine andere Wahl geblieben, erklärt Engelhardt. „Die Filmverleiher“, so der Fachmann, hätten bereits die 35-Millimeter-Filme gekündigt. Zum Ende des Jahres hätte Wittern Probleme bekommen. „Der Druck auf die Kinobetreiber wird größer. Deutschland ist das letzte Land in der europäischen Union, das noch nicht flächendeckend digitalisiert ist.“

Fakten zur Digitalisierung
Die Umrüstung des Kinos auf die digitale Technik kostet etwa 200 000 Euro. Darin enthalten sind neben der drei digitalen Kinoprojektoren auch zwei Silberbildwände, die den 3-D-Effekt besser transportieren. Zwei der drei Kinos rüstet Betreiber Heinz Wittern damit aus. Über 3-D-Brillen können die Zuschauer den speziellen Effekt genießen. Die digitalen Projektoren werden normal an die Steckdose angeschlossen. Sie verbrauchen etwa 700 Watt, die alten verbrauchten 1600 Watt.


Ein Teil der Investitionssumme — 80 000 Euro — ist durch eine Bürgschaft der Stadt Bad Oldesloe gesichert. Dafür ist Kinobetreiber Heinz Wittern mehr als dankbar.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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