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Stormarn Neuer Durchlass für Witzhaver Au
Lokales Stormarn Neuer Durchlass für Witzhaver Au
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21:45 18.08.2016
Jörg Trakis von der Firma Walter Clausen stellte die Pumpen auf, die das Wasser der Witzhaver Au auf die andere Straßenseite befördern.
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Witzhave

Baggerfahrer Daniel Seeligmann zeigt mal wieder sein besonderes Zartgefühl: Sanft drückt er mit seiner Schaufel die kleinen Steine platt, die als Grundlage für die neuen Betonrohre dienen, durch die in absehbarer Zeit die Witzhaver Au fließen wird. Wirklich sanft, die Schaufel streichelt die Steine förmlich. Alles andere, was auf der Baustelle an der L 94 zwischen Grande und Witzhave passiert, wird nicht unbedingt mit Streicheleinheiten versehen.

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Das erste Betonrohr an der L 94 wird verlegt. Nils Möller dirigiert Baggerfahrer Daniel Seeligmann.

Bis zum 23. August bleibt die Landesstraße noch in beide Richtungen komplett gesperrt, damit die Mitarbeiter von KTL Verkehrswegebau aus Dassendorf den Durchlass der Witzhaver Au erneuern können.

80000 Euro kostet die Maßnahme, die nach Angaben der Leiterin der Autobahn- und Straßenmeisterei Grande, Britta Zimmer, unbedingt notwendig war. „Wir hatten an der einen Seite Ausspülungen, es hatte sich bereits ein Hohlraum gebildet und ein Kubikmeter Erde hat gefehlt“, erklärt sie gegenüber den LN. Diese Seite, in Fahrtrichtung Grande, war die vergangenen Wochen auf einem kleinen Stück deshalb bereits abgesperrt. Die Autofahrer wurden daran vorbei geleitet. Die Fahrbahn, so Zimmer weiter, drohte bereits abzusacken. „Wir haben am Anfang gedacht, es ist nur eine kleine Versackung, aber es wurde mehr. Das haben wir festgestellt, nachdem wir den Durchlass der Witzhaver Au durchgespült hatten.“

So blieb nichts anders übrig, als möglichst schnell zu reagieren. Zumal es ab Mitte September auf der L 222 zwischen Neuschönningstedt und Stemwarde eine neue Baustelle geben wird. Auch diese Straße wird saniert. Ein Teil dieser Strecke dient zurzeit als Umleitung für die Kraftfahrer, die die L 94 gerade nicht nutzen können. Später würde das nicht mehr funktionieren.

„Wir wollen am 24. August morgens um sechs Uhr die Straße wieder freigeben“, erklärt Tibor Malorny, Chef von KTL. Damit das auch klappt, ist er mit fünf Leuten vor Ort, um den Durchlass zu erneuern.

Und der wird länger als bisher: Waren es vor der Maßnahme 18 Meter, so werden jetzt auf einer Länge von 26 Metern Betonrohre – ein Rohr wiegt 2,5 Tonnen – verlegt. Statt der Natursteine als Abschluss werden, so Britta Zimmer, Auslaufborde gelegt und Schutzplanken aufgestellt, die den Radweg absichern sollen. Die Rohre selbst haben jeweils eine Durchmesser von 80 Zentimetern und werden erst dann verlegt, wenn Höhe und Flucht genauestens ermitteln wurden. Das passiert mit Hilfe von Lasertechnik. Und kann fast trockenen Fußes gemessen werden, da die Witzhaver Au gestaut und dann umgeleitet wird.

Über Pumpen wird das Wasser auf die andere Seite der Straße wieder in die Au geleitet. Jörg Trakis, Techniker vom Pumpenvermieter Walter Clausen aus Quickborn, hat gleich zwei Pumpen installiert.

Eine kleine, die 250 Kubikmeter Wasser pro Stunde schafft und eine große, die 400 schafft. „Wenn eine ausfällt“, so Trakis, „ dann springt automatisch die andere ein“. Wer sich die Witzhaver Au anschaut, kann kaum glauben, dass dieser Notfall tatsächlich eintritt, denn in diesem Abschnitt ist sie nur ein kleiner Flusslauf. Aber KTL-Chef TiborMalorny setzt auf Sicherheit: „Die Niederschläge, die wir hier haben, sind nicht mehr kalkulierbar.“

 K. Kuhlmann-Schultz

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