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Neuer Standort für Leitstelle gesucht

Bad Oldesloe Neuer Standort für Leitstelle gesucht

Es ist eng in der Leitstelle Süd. Politiker des Kreises suchen nach Auswegen. Steigende Fallzahlen und mehr Mitarbeiter, die Integrierte Leitstelle Süd in Bad Oldesloe braucht unbedingt mehr Platz.

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Markus Primel ist Einsatzsachbearbeiter der Leitstelle. Von dort werden Rettungs- und Feuerwehreinsätze koordiniert. Fotos (3): Jens Burmester

Bad Oldesloe.  Wo allerdings ein Neubau realisiert werden kann, ist zurzeit noch völlig ungewiss. Außerdem soll jetzt geklärt werden, ob weitere Partner bei diesem Projekt mit ins Boot geholt werden können.

LN-Bild

Es ist eng in der Leitstelle Süd. Politiker des Kreises suchen nach Auswegen.

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Während der jüngsten Sitzung des Kreisbauausschusses wies Leitstellen-Chef Carsten Horn auf die steigende Arbeitsbelastung hin. Bis zu 125000 Einsätze müssten mittlerweile im Laufe eines Jahres von seinen Kollegen koordiniert werden. Dafür seien dann weit mehr als 300 000 Telefonate notwendig: „Das ist eine Riesenherausforderung für die Mitarbeiter.“

Sicher sei, dass wegen der höheren Fallzahlen eine neue personelle Besetzung notwendig sei. „Schon jetzt sind alle Tische der Disponenten von 8 bis 16 Uhr besetzt. Wir haben ab dem Jahr 2018 keine Möglichkeit mehr, hier noch aufzustocken“, erläuterte Carsten Horn.

Nach seinen Worten melden sich vor allem ältere Bürger, wenn sie Hilfe benötigten und die Arztpraxen bereits geschlossen seien. Dank der Rufnummer 112 könne sehr schnell ein Rettungswagen geschickt werden. „Das wird sich mit Sicherheit in Zukunft nicht ändern, denn die Menschen werden älter und nicht gesünder“, hieß es weiter. Carsten Horn favorisierte für den Neubau einer Rettungsleitstelle, die von den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein betrieben wird, einen Standort in Bad Oldesloe. „Ich weiß nicht, ob ein Mitarbeiter aus Ostholstein gern eine Dienststelle in Hammoor hätte. In Bad Oldesloe gibt es eine gute Anbindung an den ÖPNV“, so der Chef. Die Notrufe werden zurzeit in der Leitstelle unter dem Dach des Kreishauses an der Oldesloer Mommsenstraße entgegengenommen.

Die Leiterin des Fachbereiches Ordnung in der Kreisverwaltung, Anja Kühl, wies darauf hin, dass in der kommenden Woche ein Gespräch mit Vertretern der Kreise Ostholstein und Herzogtum Lauenburg zu dem Thema geführt werden soll. Außerdem müsse diskutiert werden, ob auch die Hansestadt Lübeck Interesse an einer gemeinsamen Leitstelle habe. Nach den Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten zeichne sich ab, dass eventuell auch Rettungsdienste oder die Polizei als Partner gewonnen werden könnten. „Wir müssen das alles diskutieren, denn der Kostenfaktor spielt eine wichtige Rolle“, erklärte Anja Kühl. Die Krankenkassen würden zu 60 Prozent die Investitionen refinanzieren. Als mögliche Größe für den Neubau nannte Anja Kühl „rund 1000 Quadratmeter“. Dies sei allerdings eine eher vorsichtige Schätzung. Sinnvoll sei auch, eine Projektgruppe mit allen Beteiligten zu bilden. Diese Gruppe, so Leitstellen-Chef Carsten Horn, könne Anfang kommenden Jahres mit ihrer Tätigkeit beginnen – Mitte oder Ende 2017 würden dann Ergebnisse vorliegen.

Bau-Fachbereichsleiter Klaus Kucinski wies auf zeitliche Abläufe hin, die bei einem Projekt dieser Größenordnung notwendig seien: „Wir brauchen unbedingt ein Raumprogramm, über das der Ausschuss entscheiden kann.“ Anschließend würden mindestens zwei Jahre vergehen, bis die neue Rettungsleitstelle fertiggestellt sei. Und auch erst nach der Vorlage eines Raumprogramms sei es sinnvoll, ein geeignetes Grundstück zu suchen. Diese Meinung vertrat auch Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (CDU). Zunächst müsse das Raumprogramm für die neue Rettungsleistelle geliefert werden. Sollten jedoch erst in etwa einem Jahr Ergebnisse einer Projektgruppe vorliegen, wäre der Neubau „doch erst 2020 oder sogar 2021 fertig, obwohl wir wissen, dass der Platz Ende 2018 schon nicht mehr ausreicht“.

Ohne Details wollten die Mitglieder des Bau- und Planungausschusses keine konkrete Entscheidung treffen. Immerhin werden im Haushalt für 2017 bereits 150 000 Euro als Kosten für die Vorplanung bereitgestellt.

 Michael Thormählen

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