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Stormarn Neuer spiritueller Haltepunkt an der Klein Wesenberger Kirche
Lokales Stormarn Neuer spiritueller Haltepunkt an der Klein Wesenberger Kirche
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21:21 27.06.2013
Erhard Graf hat Pilger am neuen Rastplatz begrüßt. Für die Gäste eine willkommene Pause.
Der Jakobsweg

Das Rätsel um die „schöne Mesa aus Sandstein“, wie sie ein gewisser Dr. Richard Haupt bereits 1888 in seinem Kunstführer beschrieb, scheint gelöst zu sein. Davon sind Pastor Erhard Graf (59) und seine Kirchengemeinde jedenfalls überzeugt.

Bei Pflasterarbeiten vor zwei Jahren wurde auf dem Klein Wesenberger Kirchhof eine große Sandsteinplatte freigelegt, die vermutlich eine Tischplatte aus der alten abgebrannten Kirche ist. Einen sicheren Beleg dafür gebe es nicht, berichtet der Pastor. Allerdings seien die Maße nicht für eine Grabplatte geeignet. Inzwischen hat ein Steinmetz aus den ausgetauschten Sandsteinabdeckungen der Kirche zwei Standfüße gefertigt und die Platte fachmännisch darauf gelegt. Dieser historische Freiluft-Altartisch steht nun gegenüber der Kirche auf dem Rasen neben dem Pastorat und lädt Pilger zum Verweilen ein. Der Pastor nennt es einen „spirituellen Haltepunkt“ auf dem Wanderweg, der an der Kirche entlang führt.

Vor wenigen Tagen präsentierte Graf einigen Pilgern den Tisch. Die sind derzeit mit Pilgerpastor Bernd Lohse unterwegs. In Klein Wesenberg gab es eine Pause. Mit Pastor Lohse begrüße Erhard Graf dabei einen Gleichgesinnten. Der Wesenberger Pastor nimmt zwar seit Mai ein Mini-Auszeit, gibt sich aber nicht dem Nichtstun hin. Vielmehr arbeitet er selber als Pilgerpastor im Pilgerzentrum in Hamburg mit und wollte, wie er zum vorübergehenden Abschied sagte, über mehrere Wochen als spiritueller Pilgergruppenbegleiter „und öfter ganz allein unterwegs sein“. Beim Pilgern, sagte er einmal, reiche es nicht, die Schuhe zu schnüren — auch das Innere müsse bereit sein, sich auf den Weg zu machen, auf die Suche nach Selbsterkenntnis und Gott.

Für solche Touren bringt Graf beste Voraussetzungen mit, hat er doch erst vor wenigen Tagen seine Kondition beim inter-religiösen „Half Marathon“ der Weltreligionen in Luxemburg unter Beweis gestellt. „Ich konnte trotz der schwülen Gewitterluft wieder den ersten Platz für die Nordkirche erlaufen“, sagte Marathoni Graf nach dem Lauf. Bereits vor einem Jahr war er auf Platz eins gelaufen.

Sein Motiv ist dabei weniger sportlicher denn religiöser Natur. Graf und seine Kollegen wollen mit solchen Läufen ein „sichtbares Zeichen des Friedens unter den Religionen setzen“, wie der Pastor sagt. Seine Zeit: gute 1:42:28 Stunden. Zweiter wurde ein Moslem. Diese Leistungen waren aber nur möglich, weil die Geistlichen ihre religiösen Gewänder abgelegt — und ganz weltlich in Sportkleidung antraten.

Weit entferntes Ziel
durch Stormarn ist Teil des Wegenetzes, das die Deutschen Jakobsgesellschaft für Pilger hergerichtet hat. Teils werden dafür alte Routen genutzt, die unter anderem Namen bekannt sind. So heißt der im Bereich Klein Wesenberg einbezogene Wanderweg bei Naturfreunden auch Hanseweg. Wege, die zum Netz des Jakobswegs gehören, sind mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet. Alle Wege führen am Ende zu dem Pilgerziel schlechthin: Santiago de Compostela in Spanien. Von Klein Wesenberg sind es bis dorthin 3500 Kilometer.

Pilgerweg. Uwe Krog

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