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Neues Hühnerhotel an der Trave

Reinfeld Neues Hühnerhotel an der Trave

Jungbauer Lars-Christian Wichmann hat mit seinem mobilen Stall neben der Bundesstraße 75 einen Weg gefunden, die oft überschwemmten Wiesen am Fluss sinnvoll zu nutzen - und das Federvieh fühlt sich sauwohl.

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Um die 350 Hühner und sechs Hähne folgen Lars-Christian Wichmann auf Schritt und Tritt, wenn er sie in ihrem „Wohnmobil“ besucht.

Quelle: Fotos: Ukk

Reinfeld. Lars-Christian Wichmann vom Reinfelder Travehof hat Freude an Hühnern. „Eigentlich sind sie Waldvögel“, sagt er. Und hat ihnen seit ein paar Wochen ein mobiles Hotel hingestellt, in dem sie Schutz vor Fuchs und Habicht finden – und außerdem Eier mit einem, wie Kunden sagen, „wunderbar gelben Dotter“ legen.

LN-Bild

Jungbauer Lars-Christian Wichmann hat mit seinem mobilen Stall neben der Bundesstraße 75 einen Weg gefunden, die oft überschwemmten Wiesen am Fluss sinnvoll zu nutzen – und das Federvieh fühlt sich sauwohl.

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Noch sind es knapp 350 Hühner und sechs Hähne, die auf der grünen Wiese neben der Bundesstraße 75 an der Abfahrt nach Benstaben picken und grasen und gackern. Sie scharen sich um ihn, folgen ihm auf Schritt und Tritt, wenn er sie besucht. Die geringe Zahl gehöre fast noch in den Hobbybereich, weiß der Landwirt. Aber er wolle weg von der Massenproduktion. Die sei vom Verbaucher nicht gewollt.

Leben könne der Hof allein von der Hühnerhaltung allerdings nicht.

„Das kräftige Gelb des Dotters kommt vom immer frischen Gras“, sagt der 23-jährige Jungbauer. Das sei der Unterschied zur herkömmlichen Bodenhaltung. Gerade hat er das Studium der Landwirtschaft in Kiel beendet und bewirtschaftet nun den elterlichen Hof mit. Seine Sympathie für das Federvieh hat er in einen dritten Betriebszweig umgesetzt. Bislang betrieben die Wichmanns nur Ackerbau und Schweinehaltung. „Mit den Hühnern haben wir ein drittes Standbein.“

Der mobile Stall ermöglicht völlig neue Wege. „Wenn sie an einer Stelle das Gras gefressen haben, ziehen wir den Stall ein Stück weiter. So finden die Tiere immer frisches Grün.“ Morgens, in diesen Tagen um zehn Uhr, gehen die Klappen des Stalles automatisch hoch und die Tiere haben auf der Wiese ihre Beschäftigung. Sie toben sich draußen aus. Und noch vor Sonnenuntergang gehen die Klappen wieder runter, so dass sie geschützt sind.

„Sie brauchen diesen Schutzraum“, weiß der Landwirt. Noch gab es keine Übergriffe vom Habicht. Es sei auch schwierig die Tiere vor den Raubvögeln zu schützen. Aber gegen den Fuchs, den Räuber, hat er einen elektrisch geladenen Zaun gezogen. Theoretisch könnte der neue Stall auch permanent geschlossen bleiben. „Die Tiere finden drinnen ausreichend Wasser und Hühnerfutter, „aber das wäre ja nicht Sinn der Sache“.

Und dass die braunen Legehennen sich ausgesprochen wohl fühlen bei dieser Haltung, zeigt ihre Produktivität. „Die sind wirklich fleißig. Jede legt jeden Tag ein Ei“, sagt der Bauer stolz. Im Alter von 20 Wochen sind sie zu den Wichmanns gekommen. „Von Familie Becker vom Hof Poggenpohl“, berichtet er.

Nicht nur seine Mobilität zeichnet das Wichmannsche Hühnermobil aus, das in Süd- und Mitteldeutschland weiter verbreitet ist als in Schleswig-Holstein. Es ermöglicht im speziellen Fall des Travehofes, dessen Wiesen neben der Trave oft überflutet und deshalb nur eingeschränkt für den Getreideanbau geeignet sind, eine sinnvolle Nutzung. Und die Eier mit dem besonders gelben Dotter gibt es gleich gegenüber.

Problemen davonfahren

217 000 Hühner sind laut Datenbank des Stormarner Veterinärwesens in 924 Betrieben gemeldet. Dabei haben die größten 20 Betriebe mehr als 200000 Tiere.

Den Problemen stationärer Freilandhaltung fährt der Landwirt mit dem mobilen Stall davon: Durch das Versetzen entstehen weder Verschlammung noch Überdüngung und der Krankheitsdruck durch Parasitenanreicherungen entfällt. Der Landwirt fährt das „Wohnmobil“ für Hühner einfach an die nächste Wiese. Quellen: Kreis Stormarn/Hühnermobil

 Uwe Krog

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